- Motivation als Türöffner
- Gestärkt durch die dunkle Jahreszeit
- Gesundheit zum Mitmachen
- Diagnostik als Netzwerkaufgabe
- rehapro: neue Ideen für Gesundheit und Teilhabe
- Vertrauen für den Wiedereinstieg
- Qualifikation mit Kindern – so geht’s!
- Über MY TURN
- Nah dran dank passgenauer Strukturen
- Beratung gemeinsam neu denken
- Neugierig geworden?
Motivation als Türöffner
Im kommunalen Jobcenter Lippe beginnt gute Beratung mit einer klaren Haltung der Mitarbeitenden: Die Leistungsbeziehenden selbst sind für Entscheidungen und Veränderungen verantwortlich. Diese Perspektive prägt die sogenannte motivierende Gesprächsführung, die seit dem Jahr 2023 fest zur Beratungskonzeption gehört. Statt Lösungen vorzugeben, treten Beratende einen Schritt zurück und schaffen Räume, in denen Leistungsbeziehende eigene Motive und realistische nächste Schritte entwickeln können. Denn auf diesem Weg entstehen oft besonders gut erreichbare und als nützlich empfundene Ziele. Diese wiederum stärken die Bereitschaft zur Veränderung sowie die intrinsische Motivation.
Die Qualifizierung aller Beratenden erfolgt seit Ende 2023 in Zusammenarbeit mit dem Bildungsinstitut Unger GbR und dem Studieninstitut Westfalen-Lippe. Am konsequentesten setzt das Jobcenter den Ansatz im sozialen Arbeitsmarkt um: Ein bereichsübergreifendes Team begleitet überwiegend langzeitleistungsbeziehende Menschen, vor allem innerhalb der Förderinstrumente nach §16e und §16i SGB II. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Besetzung offener Stellen, sondern die Suche nach einer Arbeitsstelle, die zu den individuellen Voraussetzungen der Leistungsbeziehenden passt.
Für diese Form der Beratung brauchte das Jobcenter zweierlei: eine gemeinsam entwickelte Beratungskonzeption, die den Beratenden Orientierung bietet, und die Bereitschaft, vertraute Gesprächstechniken zu hinterfragen. Denn wer Veränderung anstoßen will, muss Leistungsbeziehende behutsam aus ihrer Komfortzone führen und dafür manche gewohnte Vorgehensweise aufgeben. Weil das auch bei den Beratenden vorübergehend Reibung und Unruhe auslösen kann, musste das gesamte Haus diesen Weg mittragen. Deshalb band das Jobcenter die Führungskräfte frühzeitig in den Prozess ein.
Die veränderte Beratungshaltung zeigt Wirkung: Im Jahr 2025 erreichte das kommunale Jobcenter Lippe bei der Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug Platz zwei unter den kommunalen Jobcentern in Nordrhein-Westfalen und übertraf zudem die gesetzten Integrationsziele. Auch für die Beratenden ergeben sich nach Michaela Krupke, Fachgebietsleiterin im Jobcenter, positive Effekte: Sie erleben ihre Arbeit als wirksamer und die Motivation im Arbeitsalltag steigt.
Gestärkt durch die dunkle Jahreszeit
Wenn die Tage kürzer werden, verstärken sich bei vielen Menschen Einsamkeit und psychische Belastungen. Genau hier setzt das Projekt „Entspannt durch die dunkle Jahreszeit“ des Jobcenters Nürnberg-Stadt an. Es startete erstmals im November 2025 und richtete sich an Leistungsbeziehende im Fallmanagement. Ziel war es, diese aktiv zusammenzubringen, ihnen Struktur zu bieten sowie niedrigschwellige Unterstützungsangebote näherzubringen. Nachdem die ursprünglich geplante Förderung ausblieb, setzten vier Mitarbeitende das Projekt mit viel Engagement weitgehend in Eigenregie um. Über mehrere Wochen begleiteten sie eine feste Gruppe von zuvor ausgewählten Leistungsbeziehenden, die alle freiwillig am Programm teilnahmen. Am wichtigsten war den Fallmanagenden dabei, dass die Leistungsbeziehenden sich eine stabilisierende Grundlage aufbauen. Dafür nahm die Gruppe beispielsweise an Impulsvorträgen zu den Themen Resilienz und Stressabbau teil, die über das bundesweite Programm „teamw()rk für Gesundheit und Arbeit“ finanziert wurden. Zudem lernte sie den Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Nürnberg kennen, dermit einer Entspannungseinheit unterstützte und eine Hausführung ermöglichte. Ergänzend behandelten die Fallmanagenden bei ihren Treffen allt gsnahe Themen, etwa kostenfreie kulturelle Angebote, günstige Versorgungsmöglichkeiten sowie den bewussten Blick auf vorhandene Ressourcen und soziale Kontakte. Das Programm förderte zudem den Austausch innerhalb der Gruppe, wodurch einzelne Teilnehmende neue soziale Beziehungen aufbauten und wieder mehr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelten. Einige Teilnehmende nahmen auch nach dem Programm Angebote beispielsweise des Sozialpsychiatrischen Dienstes aktiv in Anspruch. Aufgrund der positiven Erfahrungen führt das Jobcenter das Projekt im Jahr 2026 überwiegend in Eigenregie fort. Von den insgesamt acht geplanten Terminen wird einer erneut durch das Programm „teamw()rk für Gesundheit und Arbeit“ gefördert.
Gesundheit zum Mitmachen
Schon ein einziger Gesundheitstag im Jahr kann sehr gute Effekte auf die Beratung und Vermittlung haben: Das zeigt etwa die Veranstaltung des Jobcenters Dessau-Roßlau in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen Anhalt e. V. (LVG). Die beiden Kooperationspartner setzen ihn innerhalb des Programms „teamw()rk für Gesundheit und Arbeit“ schon seit 2018 um. Sie erreichen damit jährlich rund 200 Leistungsbeziehende, bauen Hemmschwellen ab und vermitteln konkrete Wege, wie Menschen ihre Gesundheit erhalten und stärken können.
Kennzeichnend für den Gesundheitstag ist das breite Spektrum an Mitmach- und Beratungsangeboten: von Rückenschule, Yoga oder Tai-Chi über psychologische Beratung bis hin zu Ernährungsberatung, Impfpass-Check und Suchtprävention. Die Angebote sind bewusst so gestaltet, dass Teilnehmende aktiv mitmachen oder zunächst einfach zuschauen können. Das ermutigt dazu, Angebote kennenzulernen, die Leistungsbeziehende auch über den Gesundheitstag hinaus nutzen können. Durch den Austausch untereinander erweitern Teilnehmende ihr persönliches Netzwerk und entdecken dadurch neue Perspektiven und Möglichkeiten.
Auch die Themen Arbeitsvermittlung und Weiterbildung bindet das Jobcenter im Gesundheitstag ein, allerdings bewusst niedrigschwellig. Leistungsbeziehende spüren beim Besuch des Gesundheitstages, dass sich jemand um sie und ihre Gesundheit sorgt. Dadurch kommt man schnell auch auf das Thema Arbeit zu sprechen
, erzählt Anja Pannier, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter. Teilnehmende werden vor Ort gezielt angesprochen und ermutigt, sich zu Arbeitsmarktthemen zu informieren. Die Jobcenter-Mitarbeitenden vertiefen diese Gespräche häufig später im Beratungskontext. Dabei zeigt sich: Anschließende Gespräche verlaufen offener – der Gesundheitstag tut den Teilnehmenden gut und bildet eine Grundlage für nachhaltige Schritte in Richtung Arbeit.
Diagnostik als Netzwerkaufgabe
Bei komplexen gesundheitlichen Belastungen reichen klassische Fördermittel oft nicht aus. Genau hier setzt das Team Arbeit und Gesundheit im kommunalen Jobcenter Kreis Recklinghausen an. Es ging hervor aus dem im Bundesprogramm „rehapro“ erprobten Projekt „Gesundheit, Arbeit & Teilhabe“ (G.A.T.), das inzwischen Teil der Regelstruktur ist. Ein zentrales Angebot ist die Maßnahme vital³, die das Team gemeinsam mit der Trägergemeinschaft Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen und der rebeq gGmbH umsetzt. Sie richtet sich an Leistungsbeziehende mit komplexen gesundheitlichen Problemlagen, häufig mit mehreren chronischen oder psychischen Erkrankungen. Ziel ist es, ihre gesundheitliche Situation zu stabilisieren und zu verbessern. Das Jobcenter spricht die Teilnehmenden über die Bezirksstellen persönlich an.
Einzigartig ist die 14-tägige Diagnostikphase: Fachkräfte aus Arbeits- und Sozialmedizin, Psychologie und Coaching erfassen die individuelle Situation der leistungsbeziehenden Person und entwickeln einen individuellen Förderplan. Dieser umfasst zum Beispiel die Unterstützung bei der Suche nach Fachärztinnen und Fachärzten, die Vermittlung in gesundheitsorientierte Angebote oder die Hilfe beim Beantragen von Leistungen. Die anschließende Begleitung erfolgt über rund drei Monate und setzt explizit auf Hilfe zur Selbsthilfe: Teilnehmende werden aktiv einbezogen und entwickeln eigene Lösungsstrategien.
Ein zentrales Element der Maßnahme stellen die sogenannten Glücksseminare dar, in denen sich die Teilnehmenden mit Themen wie Stressbewältigung, Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit auseinandersetzen. Dabei entwickeln sie neue Perspektiven und erleben, dass sie mit ihren Herausforderungen nicht allein sind. Zudem gibt es weitere Formate wie ein individuelles „Walk and Talk Coaching“, Angebote zum Umgang mit Schlafproblemen oder zur gesunden, kostengünstigen Ernährung.
Auch bei komplexen Ausgangslagen konnte das Jobcenter über die Maßnahme bereits viele Fortschritte erzielen und Menschen schrittweise Wege in Richtung Arbeit eröffnen. Damit die Unterstützung nahtlos weitergeht, erhalten die Bezirksstellen nach Abschluss der Maßnahme eine strukturierte Übersicht über Fortschritte und nächste Schritte, die sie mit den Teilnehmenden besprechen.
Dana Wodrich (rechts) ist vital³-Absolventin und ehemalige Teilnehmerin des Glücksseminars. Beim „Walk and Talk Coaching“ wird sie von Jobcoach Sabine Claaßen begleitet.
rehapro: neue Ideen für Gesundheit und Teilhabe
Sie suchen Anregungen, wie Sie in Ihrem Jobcenter Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch besser unterstützen können? Dann lohnt sich ein Blick auf die Ergebnis-Website des Bundesprogramms „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“. Mit „rehapro“ erprobt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales neue Wege zur Stärkung der Rehabilitation und setzt damit den gesetzlichen Auftrag gemäß § 11 SGB IX um. Im Fokus stehen die Erhaltung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Jobcenter und Rentenversicherungsträger haben dafür viele innovative Ideen und Ansätze entwickelt und in Modellprojekten umgesetzt. Auf der Website entdecken Sie besonders gelungene Ansätze und erhalten einen Überblick über die Ergebnisse und Erfahrungen aller Modellprojekte des ersten Förderaufrufs.
Vertrauen für den Wiedereinstieg
Mit der Veranstaltung „rock your job“ ging das Jobcenter Dresden 2026 bewusst neue Wege, um Menschen während und kurz nach der Familienphase anzusprechen. Im Deutschen Hygiene-Museum bot es dazu Workshops zu Themen wie Online-Bewerbungen, Bewerbungsfotos und Körpersprache an. Ergänzend ließen sich interessierte Mütter und Väter an Infoständen zu Berufen beraten, tauschten sich mit dem Fachinformationszentrum Zuwanderung (FiZu) aus und erfuhren beim gemeinsamen Arbeitgeberservice von ganz konkreten Stellenangeboten. Frei von Rechtsfolgenbelehrung fand die Veranstaltung bewusst außerhalb des Jobcenters statt, um Hemmschwellen abzubauen und eine offene Atmosphäre zu schaffen. Im Fokus der Veranstaltung waren die Stärken und die Motivation der Teilnehmenden. Carolin Manicke, Bereichsleiterin im Jobcenter, beschreibt das Konzept so: Veränderung braucht Mut und Vertrauen. Beides haben wir mit ,rock your job‘ erreicht und legen damit die Grundlage für den weiteren gemeinsamen Beratungsprozess im Jobcenter.
Gleichzeitig stellt die Veranstaltung einen ersten Ansatz dar, um vor dem Hintergrund der Änderungen des 13. SGB II-Änderungsgesetzes Erziehende noch gezielter zu unterstützen. Das Event war explizit als Startpunkt konzipiert: Rund 100 Teilnehmende setzten sich dabei intensiver mit ihren beruflichen Perspektiven auseinander und entwickelten neue Ideen für konkrete nächste Schritte in Richtung Wiedereinstieg in Arbeit. Das Jobcenter setzte das Format gemeinsam mit dem Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk Dresden e. V. (SUFW), der Deutschen Angestellten- Akademie (DAA) und der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (faw) um.
Qualifikation mit Kindern – so geht’s!
Als Terefech Alemayehu Woldemichael den Kontakt zum MY-TURN-Verbundprojekt „Frauen stark im Norden – Charter in den Job“ in Lübeck suchte, stand sie vor großen Hürden: vier Kinder, eine ungesicherte Betreuungssituation und eine hohe Sprachbarriere. Das Projekt gestaltete auf Basis einer Kooperationsvereinbarung mit dem Jobcenter Lübeck und in enger Abstimmung mit diesem den Vermittlungsprozess ganzheitlich. Parallel zur Organisation von wohnortnahen Kitaplätzen für alle Kinder folgte eine intensive 16-monatige Begleitung. Trotz Rückschlägen erreichte Woldemichael in dieser kurzen Zeit durch Einzel- und Gruppenunterricht das B2-Sprachniveau. Nach einem Praktikum gelang der fließende Übergang
in die Pflegebranche. Die Beschäftigung ist als betriebliche Qualifizierung angelegt. Innerhalb von eineinhalb Jahren bereitet sich Woldemichael nun berufsbegleitend auf die Kenntnisprüfung zur vollen Anerkennung als examinierte Pflegefachfrau vor. Ohne die engmaschige Zusammenarbeit
mit dem Jobcenter Lübeck wäre dieser Prozess nicht möglich gewesen.
Als ich zu MY TURN kam, war mein Baby erst zwei Monate alt. Das Team hatte großes Verständnis, ich durfte meine Tochter einfach mit zum Unterricht bringen. Das Projekt hat mich beim Lebenslaufschreiben, beim Bewerbungstraining und beim Deutschlernen unglaublich unterstützt. Heute arbeite ich am Universitätsklinikum Schleswig- Holstein in Lübeck und bereite mich auf die Anerkennungsprüfung zur Pflegefachfrau vor. Mein Rat an andere Frauen: Lasst euch nicht entmutigen. Wenn man ein Ziel hat, schafft man es irgendwann – auch wenn es schwierig ist!
, sagt Terefech Alemayehu Woldemichael, Teilnehmerin im MY-TURN-Verbundprojekt „Frauen stark im Norden – Charter in den Job“.
Die vierfache Mutter Terefech Alemayehu Woldemichael absolviert am UKSH Lübeck das Verfahren zur Anerkennung ihrer ausländischen Qualifikation als Pflegefachfrau.
Über MY TURN
Das ESF Plus-Bundesprogramm „MY TURN – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch“ unterstützt gezielt (formal) geringqualifizierte Frauen mit eigener Migrationserfahrung auf ihrem Weg in Ausbildung und Beschäftigung. Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Programms.
Nah dran dank passgenauer Strukturen
Bundesweit nimmt das Jobcenter Mannheim mit seiner internen Struktur eine besondere Stellung ein: Es trägt den spezifischen soziodemografischen Gegebenheiten der Stadt mit einer klaren, sozialräumlich ausgerichteten Organisation Rechnung. Dabei setzt es auf Betreuung aus einer Hand: Persönliche Ansprechpartnerinnen und -partner (pAp) verantworten sowohl Leistungsgewährung als auch Beratung und Vermittlung und steuern die Fälle ganzheitlich. Die pAp-Teams sind nach elf Sozialräumen organisiert, die Zuweisung der Leistungsbeziehenden erfolgt nach Wohnort. So verbinden die pAp individuelle Begleitung mit fundierter Kenntnis lokaler Strukturen wie Unternehmen, sozialen Einrichtungen und Netzwerken.
Zudem gibt es zehn dezentral in den Sozialräumen verankerte Jobbörsen, die vor Ort vermitteln und eng mit Arbeitgebern kooperieren. Dadurch sind passgenauere Vermittlungen möglich, da individuelle Lebenslagen und regionale Arbeitsmarktbedingungen besser berücksichtigt werden. Die sozialräumliche Ausrichtung stärkt die Orientierung an den Leistungsbeziehenden und ermöglicht eine ganzheitliche Beratung, die auch soziale und gesundheitliche Aspekte einbezieht. Neuerdings kooperiert das Jobcenter zudem mit der öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft und berät daher direkt in Wohngebäuden, was sich positiv auf Integrationsquote und Termintreue auswirkt. Der Erfolg des Jobcenters bestätigt nach Matthias Voigt, Leiter des Jobcenters, das Mannheimer Modell, insbesondere bei den unter 25-Jährigen: Im Mai 2026 waren lediglich 165 der insgesamt 9.925 Leistungsbeziehenden dieser Altersgruppe im SGB II arbeitslos.
Beratung gemeinsam neu denken
Was ist gute Beratung und wie kann sie bereichsübergreifend gelingen? Mit dieser Frage befasste sich bis vor Kurzem das kommunale Jobcenter Hamm. In einer Befragung von Leistungsbeziehenden im Jahr 2023 war der Wunsch sichtbar geworden, die Beratung stärker individuell auszurichten. Zudem zeigte sich, dass die Vorstellungen von „guter Beratung“ unter den Mitarbeitenden sehr weit auseinandergingen. Daraufhin initiierte das Jobcenter einen abteilungsübergreifenden Prozess, gemeinsam mit 30 Mitarbeitenden aus Leistung und Integration. Die Arbeitsgruppe traf sich einmal im Monat in einem Workshop, um Beratungsqualität neu zu definieren. Dabei gelang es, die zunächst unterschiedlichen Perspektiven in ein gemeinsames, praxistaugliches Beratungsverständnis zu überführen. Im Zentrum steht Hilfe zur Selbsthilfe: Ziel ist es, Menschen zu befähigen, ihr Leben langfristig eigenständig zu gestalten. Daraus leitet sich eine klare Rolle für die Beratenden ab: Sie definieren gemeinsam mit den Leistungsbeziehenden individuelle Ziele, erstellen Integrationspläne, begleiten motivierend mit Verbindlichkeit und fördern deren Selbstverantwortung und damit eine nachhaltige Integration.
Die Ergebnisse stoßen in unserem Haus auf breite Akzeptanz und werden von den Mitarbeitenden einheitlich mitgetragen
, resümiert Workshop-Leiterin und verantwortliche Abteilungsleitung Kathrin Scheiba. Bis Sommer 2027 findet ein erster Probedurchlauf mit internen Beratungsschulungen für neue Mitarbeitende und der gezielten Einbindung der Führungskräfte statt. Anschließend will das Jobcenter die Schulungen in das reguläre Fortbildungsprogramm überführen.
Neugierig geworden?
Weitere Tipps zur guten Zusammenarbeit von Leistung und Vermittlung finden Sie in unserem Interview mit Joey Isted (Jobcenter Bad Kreuznach) und Matthias Welsch (kommunales Jobcenter Jena).
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