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Startseite der Servicestelle SGB II Praxisblick Wieder in Arbeit: Erfolgsgeschichte aus dem Jobcenter Landkreis Leipzig

Wieder in Arbeit: Erfolgsgeschichte aus dem Jobcenter Landkreis Leipzig

Mit Unterstützung des „KAI – Kurs-Arbeit-Integration“- Projekts fand Iman S.* seinen Weg in die Pflege.

Iman S.* ist dank der umfassenden Unterstützung des KAI-Projekts endlich angekommen.

2022 kam Iman S.* mit seiner jungen Familie nach Deutschland – mit viel Berufserfahrung, doch ohne Deutschkenntnisse. Aber dank des KAI-Projekts, einer Initiative des Landkreises, des Jobcenters Landkreis Leipzig und der Volkshochschule Landkreis Leipzig, gelang ihm die berufliche Integration durch ein Praktikum – noch während seines Sprachkurses.

Im Folgenden erzählen er, seine neue Arbeitgeberin und die beteiligten Mitarbeitenden aus dem Jobcenter, wie genau der Einstieg ablief.

„Ich fühle mich auf der Arbeit sehr wohl. Das Seniorenpflegeheim ist für mich wie eine kleine Familie.“

Iman S., Pflegehelfer im Seniorenpflegeheim „Borna-West“:

Ich bin 33 Jahre jung und habe in meiner Vergangenheit als Flugbegleiter, Hotelmanager und Verkäufer gearbeitet. Hierbei hatte ich schon immer Kundenkontakt und habe viel Erfahrung im Service- und Dienstleistungsbereich gesammelt.

Eine Herausforderung bei der Arbeitssuche in Deutschland war jedoch die Sprache, die in vielen Berufen Voraussetzung für eine Einstellung ist. Mit Unterstützung des Jobcenters Landkreis Leipzig besuchte ich 2023 deshalb zunächst einen Sprachkurs, bei dem ich auch die Arbeitsberaterin Saba Abou-Sahioun vom Projekt KAI kennenlernte. Durch meine bisherige Berufserfahrung spreche ich bereits Persisch, Paschtu, Englisch, Russisch und Indisch, was mir auch beim Lernen der deutschen Sprache half.

Dank des KAI-Projekts habe ich auch meine Arbeitsstelle gefunden: Ich arbeite schon immer gerne mit Menschen, deshalb schrieb ich Ende Oktober 2024 mit Hilfe von Frau Abou-Sahioun eine Bewerbung an das Seniorenpflegeheim „Borna-West“ – eine Einrichtung der Diakonie-Tochter Heimverbund Leipziger Land gemeinnützige GmbH. Kurz danach bekam ich einen Kennenlerntermin, zu dem mich Frau Abou-Sahioun begleitete. Rund einen Monat danach folgte dann ein Praktikumsplatz und seither arbeite ich in befristeter Anstellung als Pflegehelfer.

Mein erster Arbeitstag bei der Diakonie war großartig. Ich habe viel gelernt und das Kollegium und die Bewohnerinnen und Bewohner waren sehr nett. So richtig angekommen fühlte ich mich, als ich merkte, dass mich alle angenommen haben. Ich fühle mich auf der Arbeit heute sehr wohl. Das Seniorenpflegeheim ist für mich wie eine kleine Familie. Und es bedeutet mir sehr viel, dass ich heute mein eigenes Geld verdiene und meine Familie versorgen kann.

Janina Kühnert-Rock, Leiterin Seniorenpflegeheim „Borna-West“, eine Einrichtung der Diakonie-Tochter Heimverbund Leipziger Land gemeinnützige GmbH.

„Vom ersten Tag an spürten wir seinen herzlichen Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.“

Janina Kühnert-Rock, Leiterin Seniorenpflegeheim „Borna-West“, eine Einrichtung der Diakonie-Tochter Heimverbund Leipziger Land gemeinnützige GmbH:

Der Kontakt zu Iman entstand über Saba Abou-Sahioun von der Volkshochschule. Als wir von seiner Situation erfuhren, war klar: Wir wollen ihm eine Chance geben. Denn: Integration gelingt nur, wenn Menschen mit Migrationshintergrund nicht überall auf Ablehnung stoßen.

Die Einarbeitung verlief positiv. Vom ersten Tag an spürten wir seinen herzlichen Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Iman ist äußerst freundlich und aufgeschlossen. Natürlich gab es auch Hürden. Kommunikation ist in der Pflege wesentlich, und die sprachliche Barriere war anfangs spürbar. Wir reagierten pragmatisch: Mit Hilfe eines Übersetzers haben wir Ablaufpläne und Belehrungen in seiner Muttersprache verfasst und erklärten ihm alles in Ruhe. Eine weitere Unsicherheit stellt aktuell noch Imans ungeklärter Aufenthaltsstatus dar – alle Beteiligten müssen sich zurzeit noch von einer Befristung zur nächsten hangeln.

Während des gesamten Prozesses unterstützte uns das Jobcenter Landkreis Leipzig unbürokratisch und konstruktiv. Besonders wertvoll war zudem die Rolle von Frau Abou-Sahioun: Sie bereitete Gespräche vor, dolmetschte und war eine verlässliche Ansprechpartnerin für beide Seiten. Ohne sie und das KAI-Projekt wären Kontaktaufnahme und Bürokratie deutlich schwieriger gewesen. Unser Fazit: Projekte wie KAI geben Menschen mit Migrationshintergrund Halt und Sicherheit. Wir konnten bereits sechs Einstellungen in unserem Seniorenpflegeheim über KAI realisieren und können das Projekt daher wärmstens empfehlen.

Saba Abou-Sahioun, Arbeitsberaterin Integration/ Projektmitarbeiterin KAI

„Maßgeblich für diesen Erfolg war aus meiner Sicht, dass wir sehr offen und transparent kommuniziert haben.“

Saba Abou-Sahioun, Arbeitsberaterin Integration/ Projektmitarbeiterin KAI:

Während des gesamten Vermittlungsprozesses habe ich Iman eng begleitet, um eine schnelle berufliche Integration zu ermöglichen. Auf Grundlage eines Profilings, seiner klaren Vorstellung zu seinen beruflichen Zielen sowie durch den schnellen und konstruktiven Austausch mit der Diakonie Leipziger Land konnte ich zügig ein geeignetes Praktikum vermitteln. Maßgeblich für diesen Erfolg war aus meiner Sicht, dass wir – also sowohl Iman als auch ich und die neue Arbeitgeberin – sehr offen und transparent kommuniziert haben. Bereits kurze Zeit nach Beginn des Praktikums erhielt er einen Arbeitsvertrag. Dass es so erfolgreich und zügig geklappt hat, ist unserer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zu verdanken.

Felix Baumeier, Amtsleiter des kommunalen Jobcenters Landkreis Leipzig

„Wenn alle an einem Strang ziehen, entstehen Erfolgsgeschichten.”

Felix Baumeier, Amtsleiter des kommunalen Jobcenters Landkreis Leipzig:

Als kommunales Jobcenter übernehmen wir eine zentrale Rolle bei der Arbeitsintegration von Menschen mit Migrationshintergrund wie Iman. Wir führen eine umfassende Bestandsaufnahme durch und gehen der Frage auf den Grund: Welche Hindernisse stehen einer Vermittlung im Weg? Sprache ist dabei das größte Thema. Deshalb steuern wir frühzeitig in Integrationskurse und beteiligen uns am KAI-Projekt.

Die erfolgreiche Kooperation mit dem Landkreis und der Volkshochschule zeigt uns: Wenn alle an einem Strang ziehen, entstehen Erfolgsgeschichten – wie die von Iman. Ohne das Projekt wäre er vermutlich noch im SGB II -Leistungsbezug.

*Name wurde von der Redaktion geändert.

Das KAI-Projekt auf einen Blick

KAI steht für Kurs – Arbeit – Integration. Das Projekt ist eine enge Kooperation zwischen dem Landkreis, der Volkshochschule Landkreis Leipzig und dem kommunalen Jobcenter. Es verbindet Integrationskurse mit ersten Praxiserfahrungen und richtet sich an motivierte Geflüchtete, die noch wenig Deutsch sprechen. Die zentrale Idee: Menschen mit geringen Sprachkenntnissen kommen frühzeitig mit engagierten Arbeitgebenden in Kontakt. Häufig beginnt dieser Austausch mit einem Praktikum und mündet in eine feste Anstellung.

Wie funktioniert KAI?

Das Projekt setzt auf kurze Wege und starke Partnerschaften. Die Volkshochschule und das Jobcenter stimmen sich eng ab, begleiten die Teilnehmenden und helfen beim Übergang in den Betrieb. Arbeitgebende, die offen für diese Zielgruppe sind, erhalten Unterstützung in der Ansprache, Vorbereitung und bei organisatorischen Fragen.

Wie lässt sich KAI übertragen?

KAI lebt von mehreren Schlüsselakteuren, die dem Projekt „Wind unter die Flügel“ geben:

  • ein Landkreis, der überzeugt ist und bei Arbeitgebenden wirbt,
  • eine flexible Volkshochschule als Integrationskursträgerin,
  • engagierte Arbeitgebende, die Chancen eröffnen,
  • spezialisierte Fallmanagerinnen und Fallmanager, die pragmatisch Lösungen finden.

Wenn all diese Akteure zusammenarbeiten, lässt sich KAI gut adaptieren.

Neugierig geworden?

Im Praxisblick erzählen wir mehr spannende Erfolgsgeschichten rund um erfolgreiche Vermittlung – zum Beispiel wie Alexandra Schmitt und Nicole Coutier trotz gesundheitlicher Einschränkungen und dank des Jobcenters Main-Kinzig-Kreis neue berufliche Perspektiven fanden.

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