Ziel des Projektes ist es, Qualitätsarbeit als Daueraufgabe zu verankern – also Strukturen und Haltungen zu fördern, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen. Das Projekt basiert dabei auf drei Säulen: Freiwilligkeit, Kompetenz und externe Unterstützung als Basis für erfolgreiche Veränderung.
Freiwilligkeit dient als Grundvoraussetzung für Veränderungsbereitschaft. Daher konnten die Jobcenter ihr Interesse für die vorgeschlagenen Projekte selbst bekunden. Kompetenz ist die notwendige Bedingung für eine erfolgreiche Veränderung. Externe Unterstützung wurde durch kostenneutrale Beratungsleistungen der Internen Beratung der Bundesagentur für Arbeit (BA) angeboten.
Für die dritte Welle des Projekts haben 30 Jobcenter ihr Interessen bekundet. Das Auswahlgremium (bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), der BA, der Länder und des Deutschen Landkreistages) hat daraus die besten elf Bewerbungen ausgewählt. Dabei wurden beide Organisationsformen der Jobcenter berücksichtigt.
Zentrale Themen des Projekts
Die Themenauswahl nahmen BMAS und die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Qualitätsarbeit“ gemeinsam vor, um aktuelle Herausforderungen aufzugreifen und Qualitätsarbeit an konkreten Themen festzumachen:
- Übergang berufliche Weiterbildung: Umsetzung der neuen Zuständigkeiten und Gestaltung rechtskreisübergreifender Prozesse zwischen Jobcentern und Agenturen für Arbeit.
- Verständliche Sprache und wertschätzender Umgang: Stärkung von Bürgernähe, Empathie und Verständlichkeit im Kontakt mit Leistungsberechtigten.
- Kommunikationskanäle: Strategische Weiterentwicklung der digitalen und analogen Zugangswege zu den Jobcentern.
Die Interne Beratung begleitete die Jobcenter durch strukturierte Analysen, Hospitationen, Workshops und Reflexionsrunden. Sie diente als methodischer Partner und Veränderungsbegleiter mit dem Fokus auf Erkenntnisgewinn und Transfer in alle Jobcenter.
Kernbotschaften und Empfehlungen
Übergreifend lassen sich aus den Projekten drei Kernbotschaften ableiten:
1. Vertrauen und Kooperation sind Erfolgsfaktoren – insbesondere in rechtskreisübergreifenden Prozessen:
Prozesse gelingen, wenn Vertrauen vorhanden ist. Der Übergang in der Förderung beruflicher Weiterbildung verdeutlicht, dass rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit nur dann wirksam ist, wenn gegenseitiges Verständnis und eine Kultur des Miteinanders gepflegt werden.
2. Verständliche, wertschätzende Sprache ist strategisch relevant – sie stärkt Akzeptanz, Motivation und Effizienz:
Sprache ist ein strategischer Erfolgsfaktor. Bürgernahe Kommunikation schafft Transparenz, senkt Hürden und stärkt die Eigenverantwortung von Leistungsbeziehenden. Sie trägt unmittelbar zur Effizienz interner Abläufe bei.
3. Kommunikationskanäle brauchen Strategie und Befähigung – Digitalisierung wirkt nur, wenn sie mit klaren Prozessen, Datenschutz und Schulungen verbunden ist:
Kommunikationskanäle brauchen Strategien. Die Vielfalt an Zugangswegen eröffnet Chancen, erfordert aber klare Standards, eine enge Verzahnung mit bestehenden Prozessen und die Befähigung von Mitarbeitenden wie auch Leistungsbeziehenden.
Dazu kommen konkrete Empfehlungen:
- Verstetigung erfolgreicher Ansätze in Strukturen und Führungsinstrumenten,
- Ausbau von Austauschformaten und Gute-Praxis-Plattformen,
- Stärkung von Lernkultur statt Einmalprojekten.
Mit dem Abschlussbericht werden die Erkenntnisse bundesweit allen Jobcentern zur Verfügung gestellt, um ein „Voneinander-Lernen“ zu ermöglichen. Werfen Sie einen Blick in den
Ergebnisbericht Qualitätsarbeit [PDF, 2MB] und finden Sie mit dem
Kommunikationskanäle-Reifegrad-Check [XLSX, 757KB] heraus, wie Sie in Ihrem Jobcenter aufgestellt sind.
Teilprojekte
Projekt „Übergang Förderung berufliche Weiterbildung (FbW)“
Herausforderungen und Lösungen für mehr Orientierung im FbW-Übergang.
Projekt „Verständliche Sprache und wertschätzender Umgang“
Klare Sprache wirkt: Wie Jobcenter Vertrauen schaffen und Beratung für alle leichter machen.
Projekt „Auswahl und Nutzung der Kommunikationskanäle“
Wege zu moderner, inklusiver Kommunikation im Jobcenter.