Veranstaltungen Übersicht Termine Rückblick Freibetragsrechner Kennzahlen Übersicht Aktuelle Kennzahlen SGB II - Kennzahlentool Hilfe und Erläuterungen Übersicht SGB II-Vergleichstypen Materialien und Downloads Zielsteuerung ab 2027 Publikationen Übersicht Grundsicherung Chancengleichheit chancen – Das Magazin Flucht Kommunikation Podcasts Sonstige Publikationen Personalausstattung Übersicht Einflussfaktoren Archiv Personalbemessung  Zielsteuerung Übersicht Zielsteuerung ab 2027 Zielvereinbarungen Archiv Eingliederungsberichte
Service Veranstaltungen Kennzahlen Hilfe und Erläuterungen Publikationen Personalausstattung  Zielsteuerung
Servicestelle SGB II für Jobcenter | SGB2.info Praxisblick Nicht nur beschäftigt, sondern beteiligt

Nicht nur beschäftigt, sondern beteiligt

André Starke wollte zurück in Arbeit und ins Leben. Das Jobcenter Berlin Lichtenberg unterstützte ihn dabei mithilfe des Förderinstruments § 16i SGB II.

André Starke betritt den Klassenraum einer Schule in Berlin. Er hat alles dabei, was er braucht, um nach einem trubeligen Schultag wieder Ordnung zu schaffen – den Eimer, die Lappen, die Rollen. Den Mopp nehm ich auch gleich in die Hand. Ich versuche immer, möglichst effizient zu sein und die Arbeitsschritte gut miteinander zu kombinieren. Das spart Zeit und ich renne nicht andauernd hin und her. André Starke ist motiviert. Nicht nur heute, sondern schon seit er 2019 über das Teilhabechancengesetz wieder in feste Arbeit gefunden hat. Keine Selbstverständlichkeit – einige Jahre der Erwerbslosigkeit liegen hinter ihm, begleitet von Schulden, Alkohol und sozialer Abgeschiedenheit. Aber André Starke ist entschlossen: Ich habe im Jobcenter gleich gesagt: Ich möchte eine feste Arbeit finden, das wenige Geld reicht nicht. Ich wohne bei meinen Eltern und will ihnen auch etwas zustecken können.

Mit Mut und Rückendeckung

Seine Einstellung ist die Basis für eine Begleitung durch das Jobcenter Berlin Lichtenberg. Den Ansprechpersonen hier ist schnell klar, dass sein Profil gut geeignet ist für eine Förderung nach § 16i SGB II. In Lichtenberg übernimmt dabei das interdisziplinär aufgestellte „Aktiv-Team“ mit Mitarbeitenden aus Vermittlung, Betriebsakquisition und Coaching. Arbeitsvermittlerin Daniela Magnus verdeutlicht die Haltung dabei: Es ist so wichtig, dass wir einem Menschen wirklich zuhören und ihn ein Stück seines Weges begleiten können in eine selbstbestimmte und unabhängige Zukunft. Nach der Vermittlung in ein großes Gebäudereinigungs-Unternehmen im Jahr 2019 übernimmt Coachin Janett Rister den Staffelstab und steht André Starke zur Seite. Für sie ist es ein Austausch auf Augenhöhe. Herr Starke ist ein erwachsener Mensch. Er selbst hat entschieden, wie er mich einbezieht – in seine Bedarfe und in sein Leben. Wichtige Themen für ihn: Hilfe bei der Kommunikation, etwa über gemeinsame Anrufe, die Suche nach passender Unterstützung wie die und nicht zuletzt die Wiederaufnahme einer Arbeit. Viele Menschen haben nach jahrelanger Erwerbslosigkeit regelrecht Angst vor der Jobaufnahme“, weiß Rister. Genau hier setzt das Instrument an. „Sie können damit ihre Themen bewältigen, ohne durch eine mögliche Überforderung ihren Job zu gefährden.

Jobcenter Berlin Lichtenberg

Coachin Janett Rister (links) und Arbeitsvermittlerin Daniela Magnus unterstützten André Starke auf seinem Weg zurück in Arbeit.

Neuer Kollege, neuer Alltag

Alles beginnt mit einer erweiterten Hospitation beim Hausmeister. Dort erlebt André Starke, wie der Alltag in einem großen Schulgebäude läuft. Dann startet er im Team der Gebäudereinigung. Ich mache meine Arbeit gerne. Aber manchmal ist es ein echter Knochenjob. Die Klassenzimmer, die Flure, die Toiletten, die Turnhalle. Da kommt man am Tag schon auf 7.500 Quadratmeter. Er sieht auch die Verantwortung, die mit seiner Tätigkeit einhergeht. Zum Beispiel, wenn er das Gebäude nach seinem Dienst abschließt oder die Alarmanlage scharfstellt. Und ihm gefällt der Zusammenhalt im Team und sein neuer Alltag, der ihm Struktur gibt. Ich habe jetzt vier Stunden am Morgen, in denen ich alles erledigen muss. Ich gehe mit dem Hund raus, einkaufen, frühstücken und mache mich fertig. Da bleibt keine Zeit, um in die Röhre zu gucken.

Langfristig wachsen

Das Teilhabechancengesetz ist für alle eine Win-win-Situation, sagt Dario Fank, Geschäftsführer der 3B Dienstleistungen, dem Arbeitgeber von André Starke. Die fünfjährige Förderung nach § 16i SGB II gebe Unternehmen den nötigen zeitlichen Rahmen, um Mitarbeitende gezielt zu qualifizieren und nachhaltig in den Betrieb zu integrieren. Es ist eben nicht nur das Reinigen, wie man es aus dem Privathaushalt kennt. Der Glas- und Gebäudereiniger ist ein Ausbildungsberuf, den man üblicherweise über drei Jahre erlernt. Wir haben es mit Chemikalien, empfindlichen Oberflächen und moderner Technik zu tun, so Dario Fank, der den Wert langfristig engagierter und zuverlässiger Mitarbeitender betont. Starke blickt heute, im Jahr 2026, nach vorn. Ich habe mittlerweile fast meine gesamten Schulden abgearbeitet, ich verdiene mein eigenes Geld und kann mich selbst finanzieren. Irgendwann möchte ich mir eine eigene Wohnung suchen. All das verdankt er seiner Erwerbstätigkeit. Doch nicht nur der Job hat ihm Türen geöffnet. Die echte Teilhabe beginnt nach der Arbeit, wenn der letzte Flur geputzt und das Schulgebäude abgeschlossen ist. Neulich hat mich ein Kollege gefragt, ob ich am Wochenende mit ihm auf den Flohmarkt gehe. ,Na sicher‘, habe ich gesagt. Das ist schön. So etwas wäre mir früher nicht passiert.

Das Aktiv-Team Berlin Lichtenberg

Mehr über die Arbeit von Daniela Magnus und Janett Rister erfahren Sie in unserer Projektreportage.

Neugierig geworden? 

Noch mehr Einblicke in konkrete Erfolgsgeschichten bekommen Sie in unserer Reportage aus dem Jobcenter Essen.

Zurück zur Magazin-Übersicht.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie keine Artikel oder Veranstaltungen mehr. Jetzt anmelden!