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Digitalisierung in den Jobcentern
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Digitalere Eingliederung: Ein Fazit 

27 Teilnehmende diskutierten in Stuttgart zum Abschluss der Veranstaltungsreihe über digitale Prozesse in der Eingliederung.

 

Mit der Veranstaltung am 18. November 2025 in Stuttgart endete die Reihe der Servicestelle SGB II zum Thema „Digitale Prozeses im Jobcenter gestalten". Die Werkstätten widmeten sich digitalen Fragestellungen – praxisnah, offen und mit dem Ziel, voneinander zu lernen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie lassen sich digitale Prozesse so gestalten, dass sie einerseits den Zugang für Bürgerinnen und Bürger erleichtern und andererseits die Arbeit in den Jobcentern effizienter machen?

Vielfältige Perspektiven und gemeinsame Herausforderungen

Die Teilnehmenden, aus kommunalen Jobcentern und aus gemeinsamen Einrichtungen, brachten eine große Bandbreite an Erfahrungen mit. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen zeigte sich: Viele Herausforderungen sind ähnlich. Genannt wurden unter anderem fehlende Schnittstellen zwischen Systemen, unzureichende technische Ausstattung, hohe Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit sowie ein hoher Schulungsbedarf. 

Gleichzeitig teilten die Teilnehmenden viele positive Beispiele, etwa zur Nutzung von Cloud-Lösungen, zur Einführung eines „Digitalführerscheins“ oder zur internen Kompetenzentwicklung in kleinen Häusern. Die Diskussionen zeigten, dass es vor allem Kontinuität, klare Verantwortlichkeiten und eine übergreifende Strategie braucht, damit Digitalisierung nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Teil der täglichen Arbeit verstanden wird. 

Wiederkehrende Themen – vielfältige Lösungsansätze

Im Verlauf des Tages traten bestimmte Themen immer wieder hervor: der Wunsch nach verlässlicher digitaler Infrastruktur, der Bedarf an klaren übergreifenden Strategien, die Notwendigkeit bruchfreier Prozesse sowie die Frage, wie externe Kommunikation, etwa mit Trägern oder anderen Behörden, technisch und datenschutzkonform gestaltet werden kann. Die Teilnehmenden diskutierten auch über die digitale Befähigung von Mitarbeitenden und Leistungsberechtigten. 

Diese Schwerpunkte konkretisierten die Teilnehmenden mit Zielen und Handlungsempfehlungen. Sie erörterten unter anderem, wie digitales Lernen besser in den Arbeitsalltag integriert werden kann, wie Feedback aus der Praxis in die Produktentwicklung einfließt und wie kontinuierliche Weiterbildung zur Selbstverständlichkeit wird. 

Einblicke in die Praxis: Registermodernisierung

Ein Beispiel aus der Praxis kam vom Jobcenter Ostalbkreis. Dort wird ein Pilotprojekt zur Registermodernisierung umgesetzt, bei dem Daten künftig nach dem Once-Only-Prinzip über die Steuer-ID bereitgestellt und abgeglichen werden. Das Projekt macht deutlich, welches Potenzial in digitalen Prozessen liegt – aber auch, welche Fragen bei der Umsetzung offenbleiben: etwa zu Datenqualität, Dubletten oder zur Einbindung in bestehende Verfahren. 

Digitalisierung ist kein Nebenbei-Projekt

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde deutlich: Digitalisierung im Bereich der Eingliederung ist kein Projekt, das sich „nebenbei“ mittragen lässt. Viele Jobcenter erleben digitale Anforderungen als zusätzliche Belastung und das oft ohne ausreichende Ressourcen oder klare Zuständigkeiten. Umso wichtiger ist es, Digitalisierung nicht als Rucksackaufgabe zu behandeln, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe mit struktureller Unterstützung und Raum für Entwicklung. Die Teilnehmenden nahmen aus der Veranstaltung nicht nur neue Ideen, sondern auch Rückhalt und Motivation mit, diesen Weg weiterzugehen – gemeinsam, strukturiert und im Austausch. 

Hier finden Sie unseren Rückblick zu den Werkstätten aus Halle und Dortmund. Die zugehörige Dokumentation steht im Extranet bereit.

Lust auf mehr Fachaustausch?

Sie wollen an einer Veranstaltung der Servicestelle SGB II teilnehmen? Die Termine für das kommende Jahr werden in Kürze auf sgb2.info veröffentlicht.