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Eine Sp(r)itzenaktion: In Jobcentern wird geimpft!

Das kommunale Jobcenter Kreis Offenbach bietet Leistungsberechtigten, Mitarbeitenden sowie Bürgerinnen und Bürgern regelmäßig die Corona-Schutzimpfung an – in den eigenen Büroräumen in Dietzenbach. Was hinter der Aktion steckt, erklären der Vorstand des Jobcenters sowie der projektleitende Impfarzt.

Als die Bundes- und Landesregierungen vergangenen Herbst zu einer gemeinsamen Aktionswoche unter dem Motto #HierWirdGeimpft aufriefen, zögerten die Verantwortlichen des Jobcenters Kreis Offenbach nicht lange. „Diesem Aufruf sind wir gerne gefolgt“, sagt Boris Berner, Vorstand des Jobcenters Pro Arbeit. „Schließlich leisten wir damit einen Beitrag zur Sicherung des sozialen Friedens und tragen außerdem dazu bei, die Impfquote zu erhöhen.“

Ein Impfärzte-Team war schnell gefunden, die Werbetrommel gerührt via E-Mail an rund 6.000 Leistungsberechtigte, Informationen auf Internetseiten sowie Plakaten im Kreis. Mitarbeitende stellten schnell einen Raumplan auf. Der Jobcenter-Standort in Dietzenbach wurde zum kleinen Impfzentrum. Aus den Reihen der Mitarbeitenden meldeten sich viele freiwillige Helferinnen und Helfer. Sie räumten in einer nächtlichen Aktion Mitte September zwei große Besprechungsräume leer, bauten Impfstationen, Wartebereiche und einen Ruheraum auf. Für die Ausstattung stellte das Jobcenter Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel aus dem eigenen Bestand. Am 17. September 2021 war es so weit: Das Impfen fand erstmals statt – und 150 Menschen folgten dem Aufruf.

Weitere Impf-Aktionen folgten, auch bundesweit

Nicht alle Interessierten erhielten an dem Tag ihre Impfung. „Aufgrund der positiven Resonanz hat sich die Pro Arbeit entschlossen, weitere Impftermine anzubieten“, sagt Berner. Bis Ende 2021 fanden vier weitere Impftermine statt, knapp 1.000 Menschen erhielten dank des Jobcenters ihre kostenlose Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, dauern die Impfaktionen vom Vormittag bis in den späten Abend. Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht nötig. Auch Dr. Andreas Müller, leitender Impfarzt und Initiator des mobilen Impfteams Impfärzte-MKK , zieht eine positive Bilanz: „Wir konnten viele Menschen über den Kontakt des Jobcenters erreichen und zum Impfen animieren.“ Auch 2022 sind in Dietzenbach weitere Aktionstage geplant.

„Die Impfaktion des Jobcenters und der Impfärzte MKK begrüße ich außerordentlich“, sagt Barbara Tiemann, Abteilungsleiterin im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. „Wir dürfen bei den Impfbemühungen nicht nachlassen. Das Team der Impfärzte MKK mit seinem mobilen Angebot unterstützt die niedergelassenen Ärzte und erreicht einen großen Personenkreis. Damit leistet es einen wertvollen Beitrag in dem Bemühen, die Pandemie zu überwinden.“

Das Jobcenter Kreis Offenbach ist dabei nur eines von bundesweit vielen Jobcentern, die aktiv die Impfquote in die Höhe treiben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt den Jobcentern hierfür Informationen zur Verfügung.

Werbung per Plakat: Viele Jobcenter machen auf Impfangebote aufmerksam oder organisieren sie selbst.

Jobcenter-Mitarbeitende und Impfärzte bilden gutes Team

Das Besondere im Jobcenter-Impfzentrum des Kreises Offenbach: Für Menschen mit Migrationshintergrund hatten Mitarbeitende des Jobcenters erforderliche Dokumente in zahlreichen Sprachen vorbereitet. Auch beim Ausfüllen vor Ort unterstützten sie. „Eine enorme Erleichterung“, sagt Müller, schließlich seien in Jobcentern häufig eher Menschen aus bildungsschwächeren Bereichen vertreten, hinzu kämen oft Sprachbarrieren. „Die Helferinnen und Helfer unterstützen uns enorm und nahmen uns in der Kommunikation einiges ab“, sagt er. „Wir merken, dass die Jobcenter-Mitarbeitenden geschult sind und den Menschen mit viel Empathie und Geduld weiterhelfen.“

Weil jede Impfung zählt

Wenn Müller und seine Kollegin nicht gerade das Offenbacher Kreis-Jobcenter unterstützen, impfen sie überwiegend in sozialen Einrichtungen wie Alten- und Wohnheimen oder Behindertenwerkstätten. Der Arzt hat schon viel Erfahrung gesammelt – und das seit Tag eins der Pandemie. Zu Beginn beriet er telefonisch zum Thema Corona, wertete PCR-Tests aus und impfte später im Impfzentrum. „Als dann im Sommer die Zentren trotz drohender, vierter Welle geschlossen wurden, tat ich mich mit meiner Kollegin zusammen. Wir impften in Vollzeit weiter“, erklärt er. Bis heute hat er rund 30.000 Impfungen durchgeführt.

Skeptischen Menschen mit Verständnis begegnen

Bei seiner Arbeit trifft Müller immer wieder auf Skeptikerinnen und Skeptiker. „Ich begegne ihnen mit vollem Verständnis und versuche, die Sorgen und Ängste mit sachlichen Erklärungen und meiner Erfahrung aus dem Weg zu schaffen“, sagt er. So auch im Jobcenter Kreis Offenbach. Hier sei das noch größere Problem, dass viele gar nicht wüssten, was die Impfung eigentlich genau ist und wieso sie diese brauchen. „Sie kommen wegen des sozialen Drucks, da müssen wir umfänglicher beraten“, sagt er. „Hinzu kommen viele Menschen aus dem muslimischen Kreis mit ihrer Sorge, nach der Impfung keine Kinder mehr bekommen zu können. Ein Geistiger einer Moschee habe dieses Gerücht in einer seiner Predigten in die Welt gesetzt.“ Müller ist aber überzeugt: In Zusammenarbeit mit den Helferinnen und Helfern des Jobcenters könne er solche und weitere Ängste nehmen – und am Ende im Team einen wichtigen Job für die Gesellschaft machen.

Weitere Informationen:

Die Bundesregierung listet Impfangebote unter diesem Link auf einer Deutschlandkarte.

Wollen Sie selbst eine Impfaktion organisieren und helfen, die Impfquote zu steigern? Die Kampagne „Zusammen gegen Corona“ zeigt wie.

Die Servicestelle SGB II stellt außerdem unter diesem Link gute Argumente für die Impfung zur Verfügung sowie Musterschreiben in verschiedenen Sprachen, mit denen Jobcentern auf lokale Impfangebote aufmerksam machen können.

Aktuelle Informationen zur Schutzimpfung stellt das Bundesministerium für Gesundheit zur Verfügung.