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Leistung

Nachhaltigkeit statt Drehtüreffekt

Marlene Saathoff achtet bei ihrer Arbeit in der Rechts- und Grundsatzabteilung des kommunalen Jobcenters Lahn-Dill nicht nur auf die Gesetze, sondern immer auch auf die Menschlichkeit.

Portrait von Marlene Saathoff

Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter sind besonders nah dran am Geschehen. Das zeigte sich in den vergangenen Jahren ganz besonders deutlich, berichtet Marlene Saathoff. Sie ist Mitarbeiterin des Teams „Rechts- und Grundsatzangelegenheiten“ im kommunalen Jobcenter Lahn-Dill, zu dem neben Wetzlar auch Dillenburg und etliche weitere Gemeinden im Westen Hessens gehören. Erst kam Corona – und alle waren sich unsicher. Als alles zugemacht hat, wussten wir ja zunächst auch nicht mehr als die Bürgerinnen und Bürger und konnten nur nach Sachlage entscheiden, so Saathoff. Seitdem sind neue, drängende Probleme hinzugekommen: Geflüchtete aus der Ukraine, die Inflation, die Preissteigerungen. Wir erbringen existenzsichernde Leistungen für die Menschen und sind oft der erste Ansprechpartner in der Not, sagt die Volljuristin.

Saathoff ist seit 2010 im Jobcenter Lahn-Dill dabei. Nach meinem Studium habe ich über meine beste Freundin den Weg in die Arbeitsverwaltung gefunden. In der Anfangszeit war ich in der Betreuung junger Menschen unter 25 Jahren, danach in einem Programm für die Gruppe Ü50 tätig, bevor ich in die Rechtsabteilung wechseln konnte. Ich habe in dieser ersten Zeit sehr viel gelernt. Seit 2012 bin ich nun in der Rechtsabteilung und habe schon einige Reformen begleitet, erzählt Saathoff.

Weg von „Karte ziehen und warten“

Saathoff befürwortet das Bürgergeld-Gesetz und sieht darin eine Chance: Wir haben unsere Einstellung schon vor der Einführung des Bürgergelds neu justiert. Empowerment und ein kooperativer Ansatz sind uns sehr wichtig, weil man dadurch einen besseren Zugang zu den Menschen bekommt. Wenn mit dem Bürgergeld nun alles noch ein bisschen freundlicher, weniger streng, weniger förmlich und insgesamt moderner wird, dann erleichtert das den Kolleginnen und Kollegen die Arbeit. Wir wollen weg von den Schlangen, weg von den Amtsfluren, weg von ‚Karte ziehen und warten‘.

Wandel als Hoffnung

Saathoff sagt, dass der Gesetzgeber nun mehr auf Nachhaltigkeit setze. Dass die Jobcenter großzügiger und mehr auf den individuellen Fall eingehen könnten, mache sie froh. Der Wandel lässt uns hoffen: Früher musste jede Möglichkeit ergriffen werden, um in Arbeit zu kommen. Sonst wurden Leistungen gemindert und das war nicht nur schlimm für die Menschen, sondern auch kontraproduktiv für den Beratungs- und Integrationsprozess. Dadurch, dass Beratungsgespräche nun auch online stattfinden, es mehr Möglichkeiten für sprachliche Übersetzungen gibt und Themen wie Bildung, Coaching und Weiterbildung neben Arbeitsvermittlung gesetzt werden, können wir die Drehtüreffekte hoffentlich künftig verringern.