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Werkstattgespräch: Ein Jahr Bürgergeld

„Ein Jahr Bürgergeld – Wo stehen wir?“ Zu dieser Fragestellung kamen am 15. Mai rund 20 Führungskräfte der Jobcenter zu einem Werkstattgespräch in Stuttgart zusammen. Während neue Prozesse wie der Kooperationsplan schon gut etabliert sind, wurde in den Diskussionen auch deutlich, dass die Einführung des Bürgergeld-Gesetzes vor Ort zuletzt von Aufgaben wie dem Job-Turbo überlagert wurde.

privat

Die Teilnehmenden des Werkstattgesprches sitzen zusammen und diskutieren.

Rund ein Jahr nach Einführung des Bürgergeld-Gesetzes bot das Werkstattgespräch einen Moment des Innehaltens: Welche Prozesse, die 2023 neu in den Jobcentern eingeführt wurden, haben sich vor Ort bewährt? An welchen Stellen muss neu justiert werden? Die Rückmeldungen der teilnehmenden Führungskräfte zu Beginn des Werkstattgesprächs zeigten, dass neue Beratungsformate und die Umsetzung des Kooperationsplans bereits gut etabliert sind. Demgegenüber hatte die Mehrzahl der teilnehmenden Jobcenter noch keine ausreichenden Erfahrungen etwa mit dem neuen Paragrafen 16k SGB II machen können, um ein valides Bild über dessen Möglichkeiten geben zu können. Als Gründe wurden knappe finanzielle Spielräume und die Anforderungen des Job-Turbos genannt, die in den vergangenen Monaten zu einer Verschiebung der Prioritäten geführt hätten. Ausnahme war ein bayerisches Jobcenter, das berichten konnte, dass sich die hohen Investitionen, die mit Maßnahmen nach Paragraf 16k SGB II verbunden seien, absolut ausgezahlt haben.

Die Unsicherheit in den Jobcentern ist groß

Der kollegiale Austausch auf dem Werkstattgespräch machte dabei auch deutlich, dass die Unsicherheit in den Jobcentern zurzeit sehr groß ist. Für die Leitungskräfte war daher die Frage prioritär, wie es gelingen kann, die eigenen Kolleginnen und Kollegen zu stärken.

Was sind Hintergründe dieser Unsicherheit?

Politische Debatten, die zurzeit über das Bürgergeld medial ausgefochten werden und die Ausrichtung der Jobcenter betreffen, gehen an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jobcenter nicht spurlos vorbei. Es bestehe kaum die Chance, einmal abzuschalten, so berichtete eine Leitungskraft, weil nach Feierabend über Internet, Radio, Fernsehen das Bürgergeld wiederkehrend infrage gestellt werde. „Machen wir unsere Arbeit so schlecht?“ Immer wieder müssten Führungskräfte die Sorgen und Unsicherheiten der Kolleginnen und Kollegen auffangen, die mit Expertise und hohem Engagement ihren Aufgaben in Leistung und Vermittlung nachkommen. Das koste auch dem Führungspersonal viel Energie und Kraft und sei zugleich dessen wichtigste Aufgabe, sind doch die Kolleginnen und Kollegen in den Jobcentern die wichtigste aller Ressourcen, ohne deren Kreativität, Commitment und Know-How im SGB II nichts ginge.

Wie können wir Medien und Politik vermitteln, dass die Expertinnen und Experten für das Bürgergeld die Mitarbeitenden der Jobcenter selbst sind? Dass nicht über, sondern mit den Jobcentern gesprochen werden müsse, wenn es um die Aufgaben und Leistungen des Bürgergelds geht?

Auch wenn das Thema des Werkstattgesprächs die Umsetzung des Bürgergelds war, drehte sich die Diskussion zu Beginn also vor allem um Herausforderungen und Lösungswege in Personalführung und Öffentlichkeitsarbeit. Es ging den Teilnehmenden vor allem darum, gemeinsam einen Hebel zu finden, wie die eigenen Mitarbeitenden gestärkt und geschützt werden können und der Veränderungsprozess in den Jobcentern gelingen kann, auch wenn kaum Ruhe in den sozialpolitischen Debatten einkehrt.

Blick nach vorn: Den Übergang FbW/Reha gestalten

In den Arbeitsgruppen am Nachmittag richteten die Teilnehmenden den Blick nach vorn: Wie kann die anstehende Übertragung der Aufgaben bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) und der beruflichen Rehabilitation an die Agenturen für Arbeit im Sinne der Leistungsbeziehenden bestmöglich vorbereitet werden? Wie kann die Beratungszeit in den Jobcentern weiter erhöht werden? Und für welche Zielgruppen kann Paragraf 16k SGB II in welcher Form zielführend eingesetzt werden? Das waren die Themen, zu denen die Leitungskräfte Ideen und Merkpunkte gemeinsam erarbeiteten.

Das kommende Werkstattgespräch für Führungskräfte in Bremen am 15. August widmet sich dem Thema „Personalgewinnung und Personalentwicklung“.