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Bürgergeld

Workshops an der Waterkant: Jobcenter Vorpommern-Rügen erarbeitet sich das Bürgergeld im Team

Ganz im Nordosten Deutschlands bewirkt das Bürgergeld-Gesetz eine Organisationsreform. Das Jobcenter Vorpommern-Rügen arbeitet mit Mitarbeitenden daran – und gräbt gemeinschaftlich einige Strukturen um.

Auftakt in Stralsund: Führungskräfte des kommunalen Jobcenters trafen sich am Nikolaustag zum Workshop. Foto: Jobcenter Vorpommern-Rügen

Es muss schnell gehen im Kommunalen Jobcenter Vorpommern-Rügen. Nach zweimal klingeln geht Daniela Zepke in Stralsund ans Telefon, innerhalb von 20 Minuten hat sie das Workshop-Projekt erläutert. Unter einem vorläufigen Arbeitstitel koordiniert Zepke die Umsetzung des Bürgergeld-Gesetzes im Eigenbetrieb des Landkreises Vorpommern-Rügen. „Wir suchen noch nach einem Titel, mussten aber schnell anfangen. Die Betriebsleitung hat intern einen Preis ausgeschrieben für den besten Titelvorschlag“, erzählt Zepke.

Und ist damit mitten im Thema: Das Jobcenter an der Waterkant der Ostsee versucht die gesamte Belegschaft einzubeziehen bei dem Kraftakt, das Bürgergeld-Gesetz in den kommenden Monaten in den Jobcenter-Alltag umzusetzen. „Das meiste soll aus der Basis kommen, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir wollen nichts von oben überstülpen.“

Individuell und ergebnisoffen: Das Projekt entsteht im Projektverlauf

Mithilfe einer Beratungsfirma entstand die Idee für die Workshop-Reihe, allerdings bewusst kein fertiges Konzept. „Die Schwerpunkte der Workshops werden im Verlauf erarbeitet. Diese Offenheit ist Teil des Projektdesigns”, sagt die Beraterin Alexa Keinert. Sie moderiert und dokumentiert die Termine in Stralsund mit einer Kollegin. Keinert arbeitet auch mit anderen Behörden, betont aber: „Was wir in Vorpommern-Rügen machen, ist kein Produkt von der Stange, sondern ein sehr individueller Prozess.”

Die ergebnisoffene Arbeitsweise verlangt allen Beteiligten ab, mit dem Unfertigen fertig zu werden. „Das ist eine Herausforderung für jede Organisation, aber vor allem für Behörden, für die das rechtssichere Arbeiten ein zentraler Anspruch ist”, sagt Keinert. „Wir bringen die Botschaft in die Jobcenter, sich so früh wie möglich auf Veränderungen vorzubereiten – auch schon bevor das fertige Gesetz da ist. Denn Veränderungsprozesse brauchen Zeit.”

Vom Groben ins Detail: Wie die Workshops ablaufen

Die Workshops konzentrieren sich vor allem auf die zweite Phase der Bürgergeld-Umsetzung im Laufe des Jahres 2023. Die Änderungen zum 1. Januar laufen parallel, insbesondere die Anpassung der Regelsätze. „Unsere IT-Abteilung ist natürlich schon dabei, dies umzusetzen“, sagt Daniela Zepke. Zugleich fanden und finden die Workshops statt:

  1. Auftaktworkshop 06.12.: Zunächst traf sich die obere Führungsebene. Die Betriebsleitung des kommunalen Jobcenters sowie die Fachgebietsleitungen setzten in einem eintägigen Workshop die Leitplanken. Sie gaben den Startschuss für das Projekt und diskutierten Bereiche, Verfahren und Prozesse, die sich durch Neuerungen des Bürgergeld-Gesetzes verändern müssen.

  2. Teamleitung-Workshop 13./14.12.: Die Leiterinnen und Leiter aller Teams im Jobcenter kommen eine Woche nach dem Auftakt zusammen. Sie definieren die Bereiche, in denen durch das Bürgergeld-Gesetz Handlungsbedarf besteht und die im weiteren Verlauf konzeptionell bearbeitet werden sollen. Dabei gibt es Phasen im Plenum und Gruppenphasen. Ganz bewusst treffen sich alle Bereiche und Standorte in Präsenz zu einem Termin – denn das Bürgergeld betrifft sämtliche Mitarbeitenden.

  3. Reflexionsworkshop 20.12.: Eine Woche nach den Teamleiterinnen und -leitern trifft sich erneut die obere Führungsebene. Betriebs- und Fachgebietsleitungen diskutieren die Zwischenergebnisse – und wie es nach Weihnachten weitergeht.

  4. Mitarbeitenden-Workshops im Januar: Zu vier Workshops kommen dann diverse Mitarbeitende zusammen, begleitet durch jeweils ein Tandem aus Teamleiter*innen. Hierfür können sich Freiwillige melden. „Sie sollen hier ihre ganz konkreten Sorgen und Nöte äußern, vor allem aber zusammen Lösungen erarbeiten“, sagt Daniela Zepke. Lösungen wofür? Dies ergibt sich aus den von den Teamleitungen definierten Handlungsfeldern.

Transparente Kommunikation: Workshop-Inhalte erreichen alle Mitarbeitenden

Als Bindeglied zur Betriebsleitung ist Zepke bei allen Veranstaltungen dabei. Sie ist eigentlich Sachbearbeiterin aus dem Fachgebiet Recht, aber freigestellt für die Bürgergeld-Umsetzung. Informationen aus den Workshops legt sie im internen Ordnersystem ab, einer Art Intranet in der IT-Umgebung des Landkreises.

Zudem gibt sie Neuigkeiten an die Leitung weiter – Julia Kruske übernimmt die Position zum Jahreswechsel von Karina Werner. „So kann die Betriebsleitung zwischendurch immer Mitarbeiterinfos rausgeben zu den wichtigsten Neuerungen”, sagt Zepke, das Format dafür werde noch festgelegt. Sie selbst blickt zuversichtlich auf die Reformen: „Das Bürgergeld festigt uns in vielen Dingen, die wir vorher auch schon so gemacht haben. Jetzt ist aus der gelebten Praxis ein Gesetz geworden.”

Bei Fragen oder Anregungen zur Umsetzung des Bürgergeldes wenden Sie sich gern an servicestelle@sgb2.info.

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