Wer täglich mit Leistungsbeziehenden arbeitet, kennt ihre Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe. Bei der Entwicklung der Zielvereinbarungen beziehen Dr. Christian Kornek, Leiter des Jobcenters Landkreis Rotenburg (Wümme) und seine Abteilungsleitung deshalb die Integrationsteams aktiv mit ein.
Menschen sind mehr als Zahlen
Zu Beginn der Gespräche betrachten alle Beteiligten gemeinsam die Ausgangslage: Welche Ziele wurden erreicht? Welche Entwicklungen zeigen die aktuellen Auswertungen? Welche politischen oder finanziellen Rahmenbedingungen verändern die Arbeit?
Zahlen allein reichen in Rotenburg jedoch nicht mehr aus. Die Mitarbeitenden bringen ihre qualitativen Erfahrungsberichte ein. Sie erzählen, wo Leistungsbeziehende vor besonderen Herausforderungen stehen, welche Entwicklungen sie bei einzelnen Zielgruppen beobachten und welche Ansätze aus ihrer Sicht erfolgversprechend sind.
Gerade weil sich die Arbeitsmarktintegration zunehmend komplex gestaltet, gewinnt dieser Praxisblick an Bedeutung. Theorie und Praxis können durchaus weit auseinanderliegen. In den Gesprächen können die Mitarbeitenden sagen, was aus ihrer Sicht realistisch oder zu ambitioniert ist
, so Mareen Engel, Abteilungsleiterin Aktiv.
„Die Mitarbeitenden fühlen sich mitgenommen. Das hören wir immer wieder. Sie erleben, dass ihre Einschätzungen tatsächlich gefragt sind und in die Zielentwicklung einfließen“
– Mareen Engel, Abteilungsleiterin Aktiv.
Ideen aus den Teams fließen direkt ein
Die Diskussionen bleiben dabei nicht abstrakt. Immer wieder entstehen konkrete Hinweise für die Zielplanung. So berichten Mitarbeitende, welche Personengruppen aktuell besonders gute Chancen auf eine Arbeitsmarktintegration haben und wo zusätzliche Unterstützungsbedarfe bestehen.
Mehr Identifikation, mehr Wir-Gefühl
Auch für die Mitarbeitenden verändert sich die Bedeutung der Zielvereinbarungen: Wenn ein Ziel gemeinsam entstanden ist, fühlt es sich nicht wie eine Vorgabe an. Man hat das Gefühl: Das ist unser Ziel, dafür tragen wir alle Verantwortung
, beschreibt eine Mitarbeiterin ihre Erfahrung.
Schwierige Themen wie begrenzte Ressourcen oder veränderte Rahmenbedingungen werden ebenso offen diskutiert. Dabei gehe es nicht darum, möglichst viele Wünsche zu sammeln, sondern gemeinsam realistische Lösungswege zu entwickeln.
Praxisnähe als Erfolgsfaktor
Für Dr. Christian Kornek, Leiter des kommunalen Jobcenters Rotenburg (Wümme), liegt der Mehrwert insbesondere darin, strategische Entscheidungen enger mit dem Arbeitsalltag zu verzahnen.
„Wir wollen so viele Menschen wie möglich in Arbeit bringen. Dieser Auftrag verbindet uns alle. Die Ziele entstehen nicht getrennt von der Praxis, sondern gemeinsam mit den Menschen, die sie später umsetzen.“
– Dr. Christian Kornek, Leiter Jobcenter Rotenburg (Wümme)
Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre bestärken das Jobcenter darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: Die gemeinsam entwickelten Ziele treffen auf hohe Akzeptanz in den Teams und werden von den Mitarbeitenden mitgetragen. Damit sind die Zielgespräche heute weit mehr als ein Instrument zur Planung von Kennzahlen. Sie sind zu einem Dialog über erfolgreiche Wege in Arbeit geworden.
Mareen Engel resümiert: Niemand von uns kann die Entwicklung des Arbeitsmarktes vorhersagen. Aber wenn wir mit einem starken Wir-Gefühl in diesen Prozess gehen und unsere Erfahrungen bündeln, schaffen wir die beste Grundlage für erfolgreiche Integrationsarbeit.
Jobcenter Landkreis Rotenburg (Wümme) mit Spitzenwerten
Innerhalb eines Jahres konnte das Jobcenter seine Integrationsquoten deutlich steigern und gehört im bundesweiten Vergleich der Jobcenter des Vergleichstyps IIc inzwischen zur Spitzengruppe. (Die dargestellten Werte beziehen sich auf den Vergleich zwischen April 2025 und April 2026.)
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Im Praxisblick erzählen wir mehr spannende Geschichten zum Thema Vermittlung in Arbeit. Lesen Sie mehr über die inspirierende Geschichte von Christopher Schiel und wie er dank des Jobcenters Essen wieder seinen Weg fand.
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