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Digitaler Informationsaustausch zum Job-Turbo

1. Februar 2024

Mit dem Job-Turbo sollen geflüchtete Menschen schnell und nachhaltig in Arbeit gebracht werden. Wer früh in die Beschäftigung einsteigt, verfestigt Sprachkenntnisse und knüpft soziale Kontakte. Zusammen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) luden wir die Jobcenter am 1. Februar zu einem digitalen Austausch ein. Im Fokus des Gesprächs: Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung des Job-Turbos.

Teaserbild: Livestream zum Job-Turbo
v.l.n.r.: Martin Greiner (Jobcenter Nordwestmecklenburg), Dr. Melanie Marysko (Kommunales Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstaße), Tanja Samrotzki (Moderatorin), Dr. Gunilla Fincke (BMAS) und Dr. Klaus Bermig (BMAS).

Im Herbst 2023 hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil der Öffentlichkeit den Job-Turbo vorgestellt. Bei einem digitalen Austausch am 1. Februar 2024 kamen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Jobcenter darüber gemeinsam ins Gespräch. Dabei stand vor allem die Frage im Mittelpunkt: Wie können geflüchtete Menschen schnell in den Arbeitsmarkt finden?

Über Hintergründe und Ziele des Job-Turbos sprachen Dr. Gunilla Fincke (BMAS, Abteilungsleiterin Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung, Fachkräftesicherung) und Dr. Klaus Bermig (BMAS, Unterabteilungsleiter Bürgergeld, Grundsicherung für Arbeitsuchende). Mit dem Job-Turbo sollen geflüchtete Menschen schnell und nachhaltig in Arbeit gebracht werden. Wer früh in die Beschäftigung einsteigt, verfestigt Sprachkenntnisse und knüpft soziale Kontakte.

Job-Turbo für eine schnellere Integration

Deutschland braucht dringend Fach- und Arbeitskräfte. Eine hohe Zahl hier lebender Geflüchteter hat jetzt erfolgreich die Integrationskurse absolviert. Sie verfügen damit über ausreichend Sprachkenntnisse, um in Deutschland zu arbeiten. Insbesondere geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer sind mehrheitlich gut ausgebildet und bringen die Qualifikationen mit, um sich nachhaltig in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Job-Turbo soll die Integration in Arbeit nun beschleunigen und auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

400.000 Menschen beenden gerade oder demnächst den Integrationskurs. Viele von ihnen bringen bereits Qualifizierung und Arbeitserfahrung aus ihren Herkunftsländern mit, wollen in Deutschland arbeiten aber finden von alleine nicht richtig den Einstieg. Da setzen wir an, berichtete Dr. Fincke während des Livestreams von der aktuellen Lage.

Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Thema Spracherwerb zu, darin waren sich die Gäste des Gesprächs einig. Wir brauchen die angewandte Sprache. Die Menschen müssen raus und reden. Dafür ist es wichtig, dass die Menschen in die Praxis kommen, sagte Dr. Melanie Marysko, Geschäftsführerin des Kommunalen Jobcenters Neue Wege Kreis Bergstraße. Sprache sei der Schlüssel zu erfolgreicher Integration. Und am besten lerne man eine Sprache im Arbeitsalltag, wenn die Menschen vor Ort miteinander ins Gespräch kommen.

Mehr zum Job-Turbo erfahren Sie in diesem Video.

Jobcenter als Vermittlungspartner

Den Jobcentern kommt dabei die Rolle des Vermittlungspartners zu. Sie beraten und begleiten die Geflüchteten nach dem sie die Integrationskurse abgeschlossen haben. Unter Berücksichtigung individueller Potenziale und Be-darfe erstellen die Jobcenter Kooperationspläne, die den Weg in eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration festhalten. Dazu können beispielsweise auch beschäftigungsbegleitende Qualifizierungen gehören. Auch tragen die Jobcenter dazu bei, dass die Absolvierenden der Integrationskurse und die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber besser zueinander finden.

Als Jobcenter sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung und der Aufgabe bewusst und leisten unseren Beitrag zum erfolgreichen Job-Turbo, bestätigte Martin Greiner, Geschäftführer des Jobcenters Nordwestmecklenburg. Er zeigte sich positiv für die künftige Entwicklung des Arbeitsmarktes: Durch die hohe Erwerbsneigung der Migrantinnen und Migranten lösen wir den Arbeitskräftebedarf von heute und qualifizieren die Fachkräfte von morgen.

Mit Menschen Perspektiven zu entwerfen und diese nahtlos zu begleiten, ist für mich ein Schlüssel zum Erfolg, ergänzte Dr. Marysko den Blick in die Praxis, das Absolventenmanagement bei Neue Wege setzt gezielt innerhalb des Sprachkurses an, um frühzeitig eine passende Anschlussoption mit den Ratsuchenden zu erarbeiten.

Im Dialog zum Ziel

Während des Gesprächs gab es zudem Raum für die Fragen der Jobcenter. Auf großes Interesse stießen die Themen Spracherwerb und -niveau, Anerkennung von Berufsqualifikationen, Integrationsprozesse sowie Vermittlungsarbeit und Sanktionen.

Sowohl das BMAS als auch die Vertreterinnen und Vertreter der Jobcenter sahen die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten als eine Gemeinschaftsaufgabe an. Hier sei vor allem der Austausch wichtig und das Ziel gemeinsam im Blick zu haben.

In den kommenden Wochen werden die Servicestelle SGB II und der Sonderbeauftragte der Bundesregierung weitere Austauschformate für die Jobcenter anbieten. Hier finden Sie einen ersten Überblick.

Terminankündigungen der Servicestelle SGBII
Terminankündigungen der Servicestelle SGBII