Die neue Grundsicherung ist noch nicht vollständig in Kraft getreten, da stimmte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas am 5. Mai 2026 die Teilnehmenden des Tags der Jobcenter bereits auf die nächste Reform ein. 26 Empfehlungen zur Modernisierung und Digitalisierung des Sozialstaats hatte die Kommission zur Sozialstaatsreform zu Jahresbeginn vorgelegt. Und damit die Vorlage für gesetzliche Neuregelungen geliefert, die es ermöglichen, den Staat noch mal neu aufzubauen, so die Ministerin gleich zu Beginn der Veranstaltung im vollbesetzten Kuppelsaal des Berliner Congress Centrums. Sie selbst sei echt angefixt, das Ding umzusetzen
. Mit dieser Zuversicht und vernehmbaren Tatendrang setzte Bärbel Bas den Ton, der bei den anwesenden Jobcenterleitungen, Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) und weiterem Führungspersonal aus Jobcentern, der Bundesagentur für Arbeit (BA), den Ländern und kommunalen Spitzenverbänden auf offene Ohren traf. Sie alle folgten der Einladung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Tag der Jobcenter, der sich als jährliches wichtiges Austauschforum etabliert hat.
Bas setzt auf Erfahrung der Jobcenter
Die Ministerin machte aber auch deutlich, dass eine Sozialstaatsreform dieser Größenordnung Zeit brauche, um sie „vernünftig“ aufzusetzen und dadurch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Mitarbeitenden in den Jobcentern zu stärken. Vertrauen, zu dem auch das 13. SGB II-Änderungsgesetz beitragen soll, dessen Regelungen zu großen Teilen ab dem 1. Juli in Kraft treten. Die Rückmeldungen und Hinweise aus den Jobcentern seien in das Gesetzgebungsverfahren eingeflossen und haben das Gesetz besser gemacht
– mit klareren Regeln und mehr Verbindlichkeit, aber auch mehr Spielräumen für Jobcenter bei der Unterstützung und Vermittlung in Arbeit. Bei der Umsetzung setzt Bärbel Bas auch in Zukunft auf die Erfahrung der Jobcenter: Sie haben immer wieder gezeigt, dass Sie große Veränderungen stemmen können.
Die richtige Balance finden
Die großen Reformen prägten auch die Podiumsdiskussion zwischen Leonie Gebers, Staatssekretärin im BMAS, Vanessa Ahuja, Vorständin der Bundesagentur für Arbeit, Tanja Schmidt, Vorständin Jobcenter Kreis Steinfurt und Angela Schreiber, Geschäftsführerin des Jobcenters Wartburgkreis. Sie waren sich einig, dass die neue Grundsicherung die Balance zwischen Eigenverantwortung und Solidarität sowie zwischen Fördern und Fordern besser austariert.
Um die richtige Balance geht es auch bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI). Doch wie können Jobcenter sie sinnvoll einsetzen? Dieser Frage widmete sich Aljoscha Burchhardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DKFI). Er kennt die Einsatzmöglichkeiten der KI bestens und betonte dennoch: „Frag nicht, was KI für dich tun kann!“. Wichtig sei stattdessen, eine Haltung zur KI zu entwickeln. Denn: KI sei ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem jede Person im Jobcenter ihr Wissen einbringen müsse.
Den Wandel mitgestalten
Der Tag der Jobcenter 2026 stand ganz im Zeichen des Wandels, an dem sich die Jobcenter aktiv beteiligen wollen: Die Sozialstaatsreform ist wirklich eine gute Entwicklung für uns und wir sehen, dass es in die richtige Richtung geht
, resümierte Anette Farrenkopf, Geschäftsführerin des Jobcenters München. Wenn man sieht, dass man was positiv mitgestalten kann, dann macht es auch richtig Freude
, stellte sie fest. Gleichzeitig unterstrich Annett Lange, BCA im Jobcenter Märkisch-Oderland: Viel Arbeit liegt vor uns, aber ich freue mich drauf.
Christian Meier, neuer Geschäftsführer des Jobcenters Stadt Regensburg, stellte fest, dass die Jobcenter weiterhin eine sehr wichtige und noch wichtigere soziale Säule in Deutschland sind.
Er lobte besonders den fachlichen Austausch in den Workshops, die immer wieder Impulse liefern, die er dann umsetzen möchte.
Ausstellung der Servicestelle SGB II
In der Mittagspause nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, sich im Format „BMAS hört zu“ mit Staatssekretärin Gebers und weiteren Mitarbeitenden des BMAS auszutauschen. An zahlreichen Ständen konnten sie sich zudem über Themen und innovative Ideen aus der Welt der Jobcenter informieren. Die Servicestelle SGB II erweiterte das Angebot um eine kreative Ausstellung, die Erfolgsgeschichten aus den Jobcentern zeigt. Am Nachmittag folgte die Workshop-Phase, in der die Teilnehmenden unter anderem ihre Vision für eine bessere Beratung und Vermittlung erarbeiteten, und auf die Auswirkungen der Sozialstaatsreform auf die Jobcenter vorausblickten.
Weitere Eindrücke der Veranstaltung liefert Ihnen unsere Bildergalerie und unser Video.
In der Podiumsdiskussion ging es um die Grundsicherung für Arbeitsuchende, die Sozialstaatsreform und die Digitalisierung. Mit dabei: BMAS-Staatssekretärin Leonie Gebers, Vorständin der Bundesagentur für Arbeit Vanessa Ahuja, die Vorständin des Jobcenters Kreis Steinfurt, Tanja Schmidt und Angela Schreiber, Geschäftsführerin des Jobcenters Wartburgkreis (von links nach rechts). In der Podiumsdiskussion ging es um die Grundsicherung für Arbeitsuchende, die Sozialstaatsreform und die Digitalisierung. Mit dabei: BMAS-Staatssekretärin Leonie Gebers, Vorständin der Bundesagentur für Arbeit Vanessa Ahuja, die Vorständin des Jobcenters Kreis Steinfurt, Tanja Schmidt und Angela Schreiber, Geschäftsführerin des Jobcenters Wartburgkreis (von links nach rechts).
Kurzweilig und unterhaltsam gab Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DKFI) Tipps zum richtigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Kurzweilig und unterhaltsam gab Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DKFI) Tipps zum richtigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
In der Mittagspause bot sich den Jobcenter-Führungskräften die Gelegenheit zum direkten Gespräch mit BMAS-Staatssekretärin Leonie Gebers und weiteren Mitarbeitenden des Bundesarbeitsministeriums. In der Mittagspause bot sich den Jobcenter-Führungskräften die Gelegenheit zum direkten Gespräch mit BMAS-Staatssekretärin Leonie Gebers und weiteren Mitarbeitenden des Bundesarbeitsministeriums.
Die Servicestelle SGB II überraschte mit einer Ausstellung: Die gezeigten Gegenstände – wie der Teddybär – stehen stellvertretend für Geschichten und die gute Arbeit der Jobcenter. Die Servicestelle SGB II überraschte mit einer Ausstellung: Die gezeigten Gegenstände – wie der Teddybär – stehen stellvertretend für Geschichten und die gute Arbeit der Jobcenter.
Yvonne Kaiser, Abteilungsleiterin im BMAS (2. von links), Enrico Vogel, Geschäftsführer Jobcenter Gera und Dirk Farchim, Leiter des kommunalen Jobcenters Ennepe-Ruhr, präsentierten die Ergebnisse der Werkstätten. Yvonne Kaiser, Abteilungsleiterin im BMAS (2. von links), Enrico Vogel, Geschäftsführer Jobcenter Gera und Dirk Farchim, Leiter des kommunalen Jobcenters Ennepe-Ruhr, präsentierten die Ergebnisse der Werkstätten.
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