Am 7. Mai 2026 lud das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Haushaltsworkshop in das Konferenzzentrum Mauerstraße in Berlin ein. Die Veranstaltung bot Raum für den fachlichen Austausch zwischen kommualen Jobcentern und dem BMAS zu aktuellen Fragen der Haushaltsbewirtschaftung. Insgesamt folgten 193 Mitarbeitende aus 91 kommunalen Jobcentern der Einladung des BMAS.
Modernisierung unseres Sozialstaats
Nach einer kurzen Begrüßung durch Jarmila Schneider und Dr. Lenz Steinhauser, Leitungen der Prüfgruppe SGB II, richtete Dr. Michael Schäfer, Staatssekretär und Amtschef im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ein Grußwort an die Teilnehmenden. Er dankte ihnen für ihre Arbeit in den Job-centern und betonte, dass sie mit ihrem täglichen Handeln einen wesentlichen Grundpfeiler des Sozialsystems sicherten. Mit Blick auf anstehende Rechtsänderungen im SGB II unterstrich er die Verantwortung des BMAS, klare Leitplanken zu setzen, damit die Jobcenter ihren gesetzlichen Auftrag verlässlich umsetzen können. Auch beim Thema Haushalt gehe es dem BMAS darum, tragfähige finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen. Er sei deshalb froh, dass das BMAS die Mittel im SGB II Haushalt erhöhen konnte. In der aktuellen öffentlichen Debatte über Reformen der sozialen Sicherungssysteme machte Dr. Schäfer deutlich, dass der Sozialstaat einfacher, gerechter und digitaler werden solle. Dass Reformbedarf besteht, ist unbestritten. Und wir haben uns innerhalb der Bundesregierung auf den Weg gemacht. Die Sozialstaatskommission hat eine ganze Reihe weitreichende und wegweisende Empfehlungen formuliert, an deren Umsetzung wir uns im BMAS machen.
Verlässliches Verwaltungshandeln auch in Krisenzeiten
Im Anschluss hielt Robin Herweg vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine Keynote zum Thema „Resiliente Jobcenter“. Dabei betonte er, dass die Jobcenter einen wichtigen Beitrag zur Resilienz der Verwaltung und zurgesamtgesellschaftlichen Vorsorge leisten.
Wichtig bleibt dafür eine tragfähige Organisationsstruktur mit klar geregelten Zuständigkeiten, die schnelle Entscheidungen ermöglicht. Aber auch funktionierende Kommunikationswege seien wichtig, damit Informationen gebündelt und schnell an die Entscheiderinnen und Entscheider gelangen.
In der Umsetzung sei bedeutend, dass diese Abläufe nicht nur geplant, sondern regelmäßig eingeübt werden. Herweg empfahl, sich am Worst-Case-Szenario zu orientieren. Wer auf den schwersten Fall vorbereitet sei, etwa einen längeren Ausfall von IT und Infrastruktur, könne auch weniger gravierende Krisen bewältigen. Zur Unterstützung verwies er auf ein bund-länder-abgestimmtes Ausbildungskonzept des BBK, das kostenfreie Weiterbildungen für Leiterinnen und Leiter von Verwaltungseinheiten anbietet.
Austausch in Workshops und auf dem Podium
Im Anschluss vertieften die Teilnehmenden zentrale Themen in mehreren Workshops. Auf dem Programm standen:
- ein Planspiel zu einem Krisenszenario,
- Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen als Instrument der Er-folgskontrolle,
- eine Simulation zur Abrechnung der Aufwendungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende
- sowie ein Seminar zur Anwendung von HKRweb.
Am Nachmittag folgte eine Podiumsdiskussion zur Umgestaltung der Grundsicherung für Arbeitsuchende und zur Arbeit des BMAS zu den Empfehlungen der Sozialstaatskommission.
Robin Herweg, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Dr. Michael Schäfer, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Auch der Austausch zwischen kommunalen Jobcentern und dem BMAS steht im Vordergrund.
Dr. Lenz Steinhauser und Jarmila Schneider, beide Prüfgruppe SGB II im BMAS führten gemeinsam durch den Tag.
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