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Startseite der Servicestelle SGB II Praxisblick Das war die bp:k Tagung in Wuppertal 2025

Das war die bp:k Tagung in Wuppertal 2025

Ende Oktober 2025 fand die „Netzwerk SGB II“-Tagung des Vereins Beschäftigungspolitik: kommunal e.V. (bp:k) in Wuppertal zum Thema „Wirkung“ statt.

 Roland Grün, Fotostudio Roland Grün

Die bp:k Tagung 2025 in Wuppertal.

Rund 230 Teilnehmende verzeichnete die bundesweite Tagung „Netzwerk SGB II“ am 23. und 24. Oktober 2025 in der historischen Stadthalle Wuppertal. Die bp:k. richtete das Event in Kooperation mit dem Jobcenter Wuppertal, dem Bundesnetzwerk der Geschäftsführungen der Jobcenter und der Servicestelle SGB II aus. Das Motto in diesem Jahr lautete: „Wirkung im Fokus – Herausforderungen und Perspektiven für das SGB II.
Dr. Andreas Kletzander, Vorstand Arbeitsmarktintegration und Finanzen im kommunalen Jobcenter Wuppertal, eröffnete die Tagung mit einem klaren Appell: „Wir machen mehr als Vermittlung. Es geht um Teilhabe.“ Er betonte die Bedeutung verlässlicher Strukturen und Finanzen, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Umbrüche. Carl Philipp Schöpe, Vorsitzender des bp:k e. V. und Geschäftsführer im Jobcenter Mannheim, berichtete anschließend über das „System in der Komplexitätsfalle“ und stellte den Teilnehmenden die zentrale Frage der Tagung: „Was bedeutet Wirkung – und wie lässt sie sich messen und steuern?“.

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Carl Philipp Schöpe, Vorstand des bp:k e.V. und Dr. Andreas Kletzander, Vorstand Arbeitsmarktintegration und Finanzen vom Jobcenter Wuppertal eröffneten die Tagung.

Impulse aus Praxis und Politik

Stefan Frindt von der Servicestelle SGB II stellte die Angebote der Servicestelle SGB II vor und rief dazu auf, Geschichten rund um das Wirken von Jobcentern öffentlich zu teilen. Ziel der öffentlichen Kommunikation und auch der Kommunikation der Servicestelle SGB II ist es, ein realistisches Bild der Arbeit in den Jobcentern zu zeichnen und die Vielfalt der Wege sichtbar zu machen, die Leistungsberechtigte gehen. Um das Publikum während der gesamten Tagung aktiv einzubeziehen, stellte Claudia Czernohorsky das interaktive Tool Sli.do vor, mit dem Teilnehmende über ihr Smartphone Fragen an die Vortragenden senden konnten. So entstand ein direkter Dialog, der die Diskussionen bereicherte.
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, der bis Ende Oktober Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal war, brachte in seiner Keynote-Rede zum Thema Staatsmodernisierung die Transformationsforschung ins Spiel. Er forderte rechtlich abgesicherte Experimentierräume, in denen Jobcenter neue Ansätze erproben und evaluieren können. Zudem griff er einen besonderen Aspekt des Themas Wirkung auf:

Die, die den Sozialstaat diskreditieren wollen, tun das mit kunstvollen Anekdoten. Wir müssen unsere Wirkung besser kommunizieren.

Er betonte, dass wir Demokratien nur schützen können, wenn wir durch gezielte Wirkungskommunikation sichtbar machen, welchen Beitrag soziale Systeme täglich leisten.
Tanja Schmidt, Vorstand Markt & Integration im kommunalen Jobcenter Kreis Steinfurt, zeigte in ihrer Keynote „Connection creates Impact – Wie das WIR gewinnt“, wie moderne Führung Wirkung entfalten kann. Sie stellte Veränderungen im Führungsstil des Jobcenters Steinfurt vor, die den Weg zu agilerem und wirkungsvollerem Arbeiten ebneten. Im Fokus steht dabei eine offene Unternehmenskultur, die den Austausch zwischen Mitarbeitenden und Leitungsebene fördert. Dafür schuf das Jobcenter gezielt Räume für Dialog und führte ein Social-Intranet ein. Über diese Plattform informieren die Geschäftsführung und auch andere Teams alle Mitarbeitenden gleichzeitig und regelmäßig über Neuerungen. Mit klaren Botschaften machte Tanja Schmidt deutlich, dass sie sich als Vorständin als Teil des Teams versteht. Ihr Credo: „Führung ohne Vertrauen ist Verwaltung.“

Themenforen: Vertiefung und Praxisbezug

In sieben Foren diskutierten die Teilnehmenden über:

  1. Mehr Wirkung durch Kooperation – das Konzept des arbeitsmarktpolitischen Dreiecks
  2. Social Impact – Ideen für neue Wirkungsorientierung
  3. Gut beraten im Jobcenter? – Messung und Bewertung von Beratung
  4. Wie gestaltet sich die Aufgabenwahrnehmung in der Fallarbeit im aktiven Bereich SGB II in 2030?
  5. Vom Müssen zum Wollen: Politischen Herausforderungen erfolgreich begegnen!
  6. Wirkungsfaktor rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit am Beispiel Bekämpfung von Leistungsmissbrauch
  7. Die Zukunft des Arbeitens – New Work in der öffentlichen Verwaltung

Gesetzgebung im Wandel

Am zweiten Tag sprach Dr. Yvonne Kaiser, Leiterin der Abteilung II des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), über den Gesetzesentwurf zur Weiterentwicklung der Grundsicherung. Sie betonte die Bedeutung von Verbindlichkeit im Eingliederungsprozess und die geplante gesetzliche Verankerung des Passiv-Aktiv-Transfers. Stefan Kulozik, Leitender Ministerialrat des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Gesundheit und Soziales ergänzte die Perspektive der Länder. Er sprach über den demografischen Wandel, die Krise der Industriearbeitsplätze und die Notwendigkeit, inländische Potenziale besser zu nutzen. Er betonte, wie wichtig die Arbeit der Jobcenter für den Erhalt der Demokratie ist. Die Jobcenter seien die Aushängeschilder des Sozialstaats und präsentieren durch Ihre gute Arbeit ein positives Bild.

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Dr. Yvonne Kaiser, Abteilungsleiterin der Abteilung II im BMAS, sprach über den Geset-zesentwurf zur Weiterentwicklung der Grundsicherung.

Abschlusspanel: Wirkung ist kein Zufall

Im Abschlusspanel diskutierten Dr. Yonne Kaiser, Stefan Kulozik, sowie Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin Förder- und Geldleistungen in der Bundesagentur für Arbeit, Birgitt Ehrl, Geschäftsführerin Jobcenter Regensburg und Karl-Josef Cranen, Leiter des kommunalen Jobcenters „job-com“ in Düren miteinander. Es ging um Bürokratieabbau, Einzelfallgerechtigkeit und die Zukunft des Sozialstaats. Dabei forderten sie mehrfach Experimentierklauseln und mehr Handlungsspielräume.
Dr. Regine Schmalhorst , Geschäftsführerin Förder- und Geldleistungen in der Bundesagentur für Arbeit, sprach sich für schlankere Rechtsgrundlagen aus. „Gesetze müssen den ganzen Prozess denken“, sagte sie. Karl-Josef Cranen, Leiter im Jobcenter Düren, betonte, dass die Jobcenter eigenständig und anpassungsfähig bleiben müssen. Die Beratungs- und Integrationsaufträge seien zentral für die Arbeit vor Ort.

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Die Teilnehmenden des Abschlusspanels diskutierten miteinander und mit dem Publikum über die Arbeit und bevorstehenden Änderungen in den Jobcentern.

Fazit: Wirkung entsteht durch Menschen

Dr. Andreas Kletzander aus dem kommunalen Jobcenter Wuppertal und Carl Philipp Schöpe, Vorsitzender Verein Beschäftigungspolitik: kommunal e.V., zogen am Ende der Tagung ein Resümee. Dr. Kletzander betonte die Krisenfestigkeit von Jobcentern, die sie während der Corona-Krise und der Versorgung von aus der Ukraine geflohenen Menschen bewiesen haben. Schöpe ergänzte: „Wirkung entsteht durch Menschen. Wir müssen ihnen Räume geben, in denen sie gestalten können.“ Er hob damit die Gestaltungsleistung von Jobcenter-Mitarbeitenden hervor. Beide betonten die Bedeutung von Experimentierklauseln in der Sozialgesetzgebung und forderten, den Rechtskreiswechsel der ukrainischen Geflüchteten erneut zu diskutieren. Die b:pk-Tagung 2025 zeigte: Die Jobcenter sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – für Teilhabe, für Wirkung und für die Weiterentwicklung des Sozialstaats. Sie brauchen dafür Gestaltungsspielräume, verlässliche Strukturen und den Rückhalt aus Politik und Gesellschaft.

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Die Vorstandsmitglieder des Vereins b:pk Claudia Czernohorsky (1. v.l.) und Carl Philipp Schöpe (2. v.l.) blicken zurück auf eine interessante und erfolgreiche Tagung.

Sie möchten weiterlesen?

Einen ausführlichen Bericht der Tagung, herausgeben vom Vorstand des Vereins bp:k e.V., finden Sie hier.

Was bewirkt Ihr Jobcenter für die Gesellschaft?

Sie haben ein gutes Beispiel für die positive Wirkung Ihres Jobcenters in Ihrer Region? Erzählen Sie uns davon! Vielleicht berichten wir an dieser Stelle schon bald darüber.