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Bürgergeld

Bürgergeld und Flucht: Jobcenter Landkreis Schwäbisch Hall reagiert auf Umstellungen

Alexander Blind, Geschäftsführer im Jobcenter Landkreis Schwäbisch Hall, über die Umsetzung des Bürgergeldes und den Zuzug der Geflüchteten aus der Ukraine.

Privat

Wie haben Sie die Einführung des Bürgergeldes erlebt?


Alexander Blind: Die Einführung verlief geräuschlos. Bereits Ende 2022 haben wir mit den Vorbereitungen begonnen. In den Bereichen Leistungsgewährung und Vermittlung haben wir frühzeitig Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult und diese während der Einführung begleitet. Unsere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren haben die Aufgabe, den Kolleginnen und Kollegen die rechtlichen Änderungen im Rahmen von Workshops und Schulungen zu vermitteln. Im Bereich Markt und Integration haben wir die Angebote der Bundesagentur für Arbeit genutzt, um die Kolleginnen und Kollegen auf die Neuerungen vorzubereiten. Derzeit erstellen wir für den Bereich Markt und Integration ein neues Angebot, bei dem es um den Kooperationsplan, die Schlichtungsstelle und die neuen Instrumente zur Integration in Arbeit geht. Dieses Angebot werden wir mit der Unterstützung eines Moderators oder eines Trainers durchführen.


Welchen Einfluss hatte der Zuzug der Geflüchteten aus der Ukraine auf die Umsetzung des Bürgergeldes in Ihrem Jobcenter?


Alexander Blind: Die Umsetzung des Bürgergeldes und die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt hatten wir parallel zu bewerkstelligen. Mit dem Bundesamt Amt für Migration und Flüchtlinge, das für die Registrierung der Geflüchteten zuständig ist, haben wir ein gemeinsames Verfahren für die Übernahme entwickelt. Wir haben uns schon früh im Abstimmungsprozess, etwa bei der Leistungsbewertung, befunden. Der Kontakt besteht fortlaufend. Wir sind vor Ort bei der Aufnahme, um den Menschen ihre Anträge auszuhändigen und diese entgegenzunehmen, um dann so schnell wie mögliche die Administration und auch die Leistungsbewilligung durchzuführen.


Welche zusätzlichen Herausforderungen kamen auf Sie zu und wie sind Sie mit diesen umgegangen?


Alexander Blind: In der Vermittlung gab es einige Herausforderungen, etwa beim Thema Sprache. Dolmetscherinnen und Dolmetscher sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen uns bei der Kommunikation mit den Menschen. Intern setzen wir auf die sprachlichen Kompetenzen unserer Mitarbeitenden. Für die Vermittlung haben wir einen eigenen Dolmetscherdienst. Dieses Angebot können unsere Mitarbeitenden für ihre Termine mit den bürgergeldberechtigten Personen bei Bedarf dazubuchen. Für weniger komplexe Anliegen stehen den Mitarbeitenden technische Geräte zu Verfügung, die im Gespräch die Übersetzungsleistung übernehmen. Zudem haben unsere Mitarbeitenden auch auf die Dolmetscher-Hotline zurückgegriffen.


Welche Kompetenzen und Fähigkeiten brauchen die Beschäftigten heute, die im Bereich Vermittlung arbeiten?


Alexander Blind: Was wir im Beratungsprozess merken ist, dass sich die Gespräche mit Bürgergeldbeziehenden nicht mehr nur auf die reine Teilhabe am Arbeitsmarkt beschränken, sondern auch auf Themen, wie Kinderbetreuung oder Hürden, die im Alltag auftreten. Sehr wichtig ist daher ein gutes Gespür für die Menschen zu haben, die zu uns kommen. Beschäftigte in der Vermittlung müssen in der Lage sein, bewusste und begründete Entscheidungen zu treffen. Sie müssen den Ratsuchenden Wegpunkte aufzeigen können, aber nicht vorgeben. Wichtig ist auch die Fähigkeit, eigenständig Entscheidungen treffen zu können. Immer wichtiger werden dabei auch die sozialen Kompetenzen.

Steckbrief

  • Standort: Jobcenter Landkreis Schwäbisch Hall
  • Organisationsform: gemeinsame Einrichtung
  • Anzahl der Beschäftigten: 109
  • Anzahl der Leistungsbeziehenden: 2225
  • Thema: Kulturwandel