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Qualifizierungsangebote der Bürgergeldkoordinatorinnen und -koordinatoren

Seit der Einführung des Bürgergeldes stellen Bürgergeldkoordinatorinnen und -koordinatoren der Bundesagentur für Arbeit eine zentrale Schnittstelle zwischen Jobcentern, Arbeitsverwaltung und Sozialpartnern dar. Im Interview gewähren Gabriele Buhl, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, und Frank Umberg, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen, Einblicke in wesentliche Aufgaben und Zukunftsperspektiven ihrer Arbeit.

Privat

Welche Aufgaben haben Bürgergeldkoordinatorinnen und -koordinatoren?

Gabriele Buhl: Die Bürgergeldkoordinatorinnen und -koordinatoren haben im Wesentlichen drei Aufgaben: Erstens treten sie in den Dialog mit den Jobcentern. Dabei geht es darum, die Bedarfe der Jobcenter zu ermitteln und ihnen Angebote im Sinne eines ganzheitlichen Befähigungsmanagements zu unterbreiten. Zweitens koordinieren sie spezifische Qualifizierungsangebote im Rahmen des Bürgergeldes und innerhalb der Bildungsorganisation der Regionaldirektion. An dritter Stelle steht die crossfunktionale Zusammenarbeit in der Regionaldirektion. Sie ermöglicht, dass die Mitarbeitenden in den Jobcentern auf allen Ebenen handlungsfähig sind.

Frank Umberg: Hinzu kommt die Klärung fachlicher Fragen, etwa bei prozessualen Herausforderungen. Bereits seit Dezember 2022 stellt eine bereichsübergreifende Arbeitsgruppe in der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen eine abgestimmte und schnelle interne und externe Kommunikation und Koordination sicher. Die Organisation und Durchführung dieser interdisziplinären Einheit innerhalb der Regionaldirektion sind ebenfalls Aufgaben, die ich als Bürgergeldkoordinator übernommen habe. Zu unserer Aufgabe gehört auch, Arbeitsmarkt- und Sozialpartner auf Landesebene einzubinden und den Austausch mit dem Arbeitsministerium in Nordrhein-Westfalen zu fördern. Auch geht es darum, Organisationen, Verbände und Vereine darüber zu informieren, wie die Jobcenter arbeiten. In NRW haben wir das bereits umgesetzt und sind dadurch zentraler Ansprechpartner beim Thema Bürgergeld.

Wie sieht Ihre Unterstützung der Jobcenter und deren Mitarbeitenden konkret aus?

Gabriele Buhl: Im Fokus steht immer die Frage: „Was brauchen die Mitarbeitenden, um ihren Job gut auszuüben?“ Unterstützen können zum Beispiel Schulungen oder verschiedene Formate des Austauschs mit anderen Jobcentern. Bei großen Veränderungen müssen immer mehrere Ebenen berücksichtigt werden, zum Beispiel die Fachebene und die innere Haltung. Die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland hat im Sinne einer ganzheitlichen Befähigung den Jobcentern bereits verschiedene Angebote zur Verfügung gestellt.

Frank Umberg: „In NRW konnten wir bereits viele Formate umsetzen. Das sind zum Beispiel:

  • Videokonferenzen mit den Geschäftsführungen der Jobcenter sowie den Agenturen für Arbeit, um sich auszutauschen und schnell, aktuelle Informationen zu transportieren.
  • Regelmäßige digitale Termine mit den Einführungsverantwortlichen der Jobcenter – jeweils für Markt und Integration sowie für den Leistungsbereich. Dort ging es zum Beispiel um Stimmungsbilder, Informationsweitergabe, Klärung von Fachfragen, rechtliche Fragen aber auch um kreative Ideen. Außerdem wurde eine gemeinsame digitale Ablage auf den Weg gebracht.
  • Arbeitsmittel und -hilfen für Jobcenter und Agenturen für Arbeit
  • Online-Qualifizierungsmodule und Workshops zu leistungsrechtlichen oder Markt- und Integrationsthemen (z. B. Vermögen, Einkommen und Leistungsminderungen, Kooperationsplan, Schlichtungsverfahren)
  • Bürgergeld-Podcast „Reden wir über das Bürgergeld …“ Ziel ist es, den Change-Prozess zu unterstützen, die Mitarbeitenden zu motivieren sowie der bisherigen Arbeit der Jobcenter Wertschätzung und Anerkennung entgegenzubringen.“ 

Wie sehen Sie die Rolle der Bürgergeldkoordinatoren und -koordinatorinnen in Zukunft? Welche weiteren Maßnahmen planen Sie?

Gabriele Buhl: Meine Aufgabe der Koordination Bürgergeld wird sich wahrscheinlich noch zu einer Koordination Zukunft Grundsicherung für Arbeitsuchende ausweiten. Damit sind auch künftige Änderungen inbegriffen: zum Beispiel der Job-Turbo, der Übergang FbW-Reha oder die Kindergrundsicherung. Wir wollen die Jobcenter professionell beraten. Im Zuge der reduzierten finanziellen Möglichkeiten, gilt es die Befähigung der Mitarbeitenden im Blick zu behalten. Wir wollen Wege gehen, die den ständigen Veränderungen und Anpassungen gewachsen sind. Ich könnte mir zum Beispiel eine kompetente Qualifizierungsberatungsstelle vorstellen, die zunächst die individuellen Bedürfnisse erfragt und dann die notwendigen Fachleute miteinander vernetzt, etwa individuelle Lernbegleitung, Berufspsychologischer Dienst, Teamleitung, Geschäftsführung, Lehrpersonal. Die Angebote sollen individueller, arbeitsplatznäher, vernetzter und digitaler gestaltet werden.

Frank Umberg: Das Bürgergeld gibt es nun seit knapp einem Jahr. Interessant ist insbesondere, welche Erfahrungen wir als Organisation und die Kolleginnen und Kollegen in den Jobcentern bisher gemacht haben: Was läuft gut, wo können wir voneinander lernen und was muss besser werden? Außerdem können wir aus dem gelungenen Einführungsprozess viel für eine gute Lösungsentwicklung bei zukünftigen Veränderungen mitnehmen. Die Grundsicherung für Arbeitsuchende wurde 2023 weiterentwickelt und wir stehen auch in den nächsten Jahren vor diversen Herausforderungen: Die Arbeitskräfte werden immer knapper und viele Stellen können nicht besetzt werden. Die Menschen die Bürgergeld beziehen dürfen wir dabei nicht aus dem Blick verlieren. Sie müssen allerdings gut beraten, begleitet, qualifiziert und nachhaltig integriert werden. Erkenntnisse aus der Praxis müssen verstetigt, Gespräche in den Jobcentern vertieft, Dialoge bundesweit initiiert und praxisnahe Austauschformate für die Jobcenter konzipiert und realisiert werden. Auch die aktuellen Entwicklungen spielen eine Rolle, wie zum Beispiel der Job-Turbo, das Weiterbildungsgesetz oder auch die Kindergrundsicherung sowie der geplante Übergang FbW-Reha.

Die Bürgergeldkoordinatorinnen und -koordinatoren sind in den zehn Regionaldirektionen (RD) der Bundesagentur für Arbeit eingesetzt und entweder im Bereich Personal oder im Fachbereich SGB II verortet. Sie verfolgen die Entwicklungen des Bürgergeldes und unterstützen Mitarbeitende und Teams der Jobcenter beim Thema Befähigung. Sie sind die ersten Ansprechpersonen zum Thema Bürgergeld und unterstützen bei Lern- und Qualifizierungsangeboten. Als Netzwerkpartnerinnen und -partner sorgen sie zudem für den Austausch zwischen Jobcentern, Interner Service-Personal, RD Fachexperten und -experten und der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit.