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JOBCENTER.DIGITAL II - Geschäftsführende tauschen sich aus

16. Dezember 2021

Das Projekt JOBCENTER.DIGITAL II läuft: Bis November 2021 fanden Online-Thementage auf Initiative der Bundesagentur für Arbeit statt. Geschäftsführende von Jobcentern aus ganz Deutschland sprachen unter dem virtuellen Dach der beiden SGB II-Kompetenzzentren Northeim und Weimar über ihre Anforderungen im Jobcenter-Alltag. Welche Erkenntnisse gewannen sie – und wie geht es 2022 mit JOBCENTER.DIGITAL II weiter?

Die Hände einer Person ruhen auf einem geöffneten Laptop. Die Person trägt einen gelben Pulli und Armreifen.

Mit dem Projekt JOBCENTER.DIGITAL II weitet die Bundesagentur für Arbeit ihr digitales Angebot für die Grundsicherung für Arbeitsuchende aus. Online-Dienstleistungen sollen sowohl für Leistungsbeziehende als auch Mitarbeitende in den Jobcentern noch nutzerfreundlicher und nachhaltiger gestaltet werden.

JOBCENTER.DIGITAL II umfasst den Ausbau der digitalen Funktionen in den Bereichen Leistung, Markt und Integration. Basisdienste wie die Online-Terminverwaltung und die Online-Zustellung von Bescheiden stehen gemeinsamen Einrichtungen bereits zur Verfügung. Der Postfachservice zur sicheren Kommunikation zwischen Leistungsbeziehenden und Jobcenter wurde erweitert. Das Projekt setzt darauf, Leistungsbeziehende und Mitarbeitende frühzeitig und kontinuierlich zu beteiligen, um möglichst passgenaue Produkte zu entwickeln. 

Online-Thementage bieten Möglichkeit zum Austausch

Für Geschäftsführende boten die Bildungs- und Tagungsstätten der Bundesagentur für Arbeit in Northeim und Weimar acht Online-Veranstaltungen an. Von Juni bis November 2021 diskutierten die Teilnehmenden, unter anderem in drei Workshop-Gruppen:

  • Digitalisierung in der Öffnungsstrategie der gemeinsamen Einrichtungen nach Corona,
  • Marketingmaßnahmen und Kundenansprachen zum Postfachservice vor Ort sowie
  • Lokale Digitalisierungsstrategien im Zusammenspiel mit Dritten.

Ziel war es, Herausforderungen festzustellen, aber auch Best-Practice-Beispiele zu teilen. Dabei stand die Frage der Implementierung des digitalen Angebots im Zentrum. 

Digitale Angebote werden immer wichtiger

Bei der Erreichbarkeit der Jobcenter nehmen digitale Angebote einen hohen Stellenwert ein. Möglichkeiten wie die Online-Terminvergabe, Postfachnachrichten oder digitale Anträge betrachteten die Workshop-Teilnehmenden dabei als elementar. Um das digitale Angebot in den Jobcentern zu erweitern und die Nutzerfreundlichkeit für Leistungsbeziehende zu verbessern, müssten laut den Teilnehmenden zum Beispiel eine verbesserte Nutzung über das Smartphone oder die Qualitätsverbesserung hochgeladener Dokumente vorangetrieben werden.

Kreative Maßnahmen im Marketing bewähren sich

Eine weitere Fragestellung im Rahmen der Workshops waren Marketingmaßnahmen, die eine Nutzungsquote des Postfachservices verbessern könnten. Hier tauschten sich Teilnehmende zu Best Practices aus: Einige gemeinsame Einrichtungen warben über QR-Codes im Wartebereich für jobcenter.digital. Slogans sprachen die Leistungsberechtigten direkt an: „Sie müssen schon wieder warten? Dann scannen Sie hier und nutzen die digitalen Angebote.“

Geschäftsführende diskutierten auch Ansätze, die auf die Sicherheit im Umgang mit dem digitalen Angebot sowohl der Mitarbeitenden als auch der Leistungsbeziehenden abzielten. Die Schulung der Mitarbeitenden, der Einsatz einer Fachkraft Digital, agile Methoden wie Design Thinking Labs, aber auch die direkte Ansprache von Leistungsbeziehenden und Gruppenveranstaltungen erwiesen sich dabei als zielführend.

Die Einbindung Externer lohnt sich

Digitalisierungsstrategien, die externe Partnerinnen und Partner der Jobcenter einbeziehen, fanden ebenfalls Raum. Mehrere Jobcenter berichteten über erfolgreiche Zusammenarbeit etwa durch die Einbindung eines IT-Beauftragten, die Bewerbung zum Angebot auf der Jobcenter-Internetseite oder einer zusätzlichen Informationsverteilung über Soziale Medien.

Weiterführende Informationen zu den Online-Thementagen finden Sie in den folgenden Dokumenten:

Wie sich jobcenter.digital im Jahr 2022 entwickelt

Das bestehende Angebot wird in 2022 weiter verbessert. Was außerdem geplant ist:

  • Die digitalen Angebote im Bereich „Markt und Integration“ wachsen. Hierzu zählen: Online-Beantragung von Leistungen aus dem Vermittlungsbudget, Einstiegsgeld für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen und Ortsabwesenheit.
  • Der digitale Hauptantrag SGB II soll ab dem dritten Quartal 2022 allen gemeinsamen Einrichtungen zur Verfügung stehen.
  • Die Mitwirkungssteuerung (MWS) wird von analog auf digital umgestellt. Sind Antragsdaten nicht entscheidungsreif, können Mitarbeitende in der MWS eine Aufforderung zur Mitwirkung erstellen und diese online an den Leistungsbeziehenden übermitteln.
  • Ende 2022 werden alle Module umgesetzt sein, die das Onlinezugangsgesetz (OZG) fordert. Dann soll die direkte Datenübertragung des digital gestellten Antrags in die Fachprogramme der Bundesagentur für Arbeit bereitgestellt werden. 

Das aktuelle Online-Angebot und weitere Informationen zu jobcenter.digital finden Sie unter diesem Link.