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Midi statt Mini

10. Oktober 2017

Jobcenter München

Grafik: Zwei Personen sitzen redend an einem Tisch, eine daneben Frau deutet auf Diagramme.
Netzwerke ABC kompakt: Aktivierung

Seit wann besteht das Netzwerk? Seit 01.01.2016
Zielgruppen: Langzeitarbeitslose

Das Netzwerk ABC des Jobcenters München verfolgt einen Ansatz, bei dem Langzeitarbeitslose direkt in sogenannte Midijobs vermittelt werden sollen. Damit soll die „Zeitjobmauer“ durchbrochen und der Wechsel eines Arbeitnehmers von einem versicherungsfreien Minijob in ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis attraktiver gestaltet werden.
Das Konzept des Netzwerks ABC sieht vor, Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass die so beliebten Minijobs in Wahrheit für den Arbeitgeber sehr teuer sind, da Lohnnebenkosten in Höhe von circa 32 Prozent zu zahlen sind – bei „Midijobs“, also in der Gehalts-Gleitzone zwischen 450 € und 800 €, lediglich circa 19 Prozent.
Hinzu kommt, dass in vielen Fällen ein Eingliederungszuschuss (EGZ) gewährt werden kann, der den Midijob für den Arbeitgeber weiter attraktiv macht. Arbeitgeber werden entsprechend beraten. Gegebenenfalls geht die Vermittlungsfachkraft direkt auf den Arbeitgeber zu, um das Konzept vorzustellen.
Hierbei muss allerdings auch beachtet werden, dass in bestimmten Branchen, zum Beispiel in der Gastronomie, die Vorteile des Minijobs für den Arbeitgeber überwiegen, da hierbei Arbeitnehmer völlig flexibel auf Abruf beschäftigt werden können. Insofern bedeutet es auch ein Stück sozialer Gerechtigkeit, wenn es gelingt, der missbräuchlichen Verwendung der Minijobs etwas Sinnvolleres entgegen zu setzen.
Die Anzahl der Fälle, in denen es gelang, dieses Konzept umzusetzen, bewegt sich im Sozialbürgerhaus Ramersdorf-Perlach, einem Standort des Jobcenters München, unter zehn. Allerdings ist jeder dieser Fälle auch eine gelungene Integration in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

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