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Werkstattgespräch zur Umsetzung von § 16k SGB II in Hannover

10. Juni 2024

Illustration von Sprechblasen

Am 21. Mai 2024 fand in Hannover das erste Werkstattgespräch der Netzwerke ABC zur praktischen Umsetzung von § 16k SGB II statt. Über 20 Mitarbeitende aus den Bereichen Beratung, Vermittlung und Coaching der Jobcenter kamen zusammen, um die Frage zu erörtern: Wie funktioniert ganzheitliche Betreuung in der Praxis? Die Diskussionen verdeutlichten, dass das Coaching insgesamt als wertvolles und nützliches Instrument angesehen wird. Besonders hervorgehoben wurde die kreative Umsetzungsmöglichkeit, die vor allem bei schwer erreichbaren Leistungsbeziehenden hilfreich ist. Dennoch gibt es in der Praxis Unsicherheiten, insbesondere bezüglich der Hauptthemenfelder von § 16k SGB II. Dabei geht es um Unterschiede zwischen ganzheitlicher und aufsuchender Beratung sowie die Entscheidung, ob das Coaching intern, durch Dritte oder über Gutscheine durchgeführt werden soll.

Gute Praxis in der Region Hannover

Als Good-Practice-Beispiel berichtete das Jobcenter Region Hannover von seinen Erfahrungen mit § 16k SGB II. Seit Oktober 2023 sind dort an vier Standorten Coaches tätig, die nach einer gemeinsamen Onboarding-Phase ein konkretes Handlungskonzept entwickelt haben. In Hannover agieren die Coaches als Hauptbetreuungspersonen, während die persönlichen Ansprechpartnerinnen und -partner (pAp) und Fallmanagerinnen und -manager die Nebenbetreuung für diejenigen übernehmen, die sie für das Coaching empfohlen haben. Das Coaching wird zunächst für ein halbes Jahr eingesetzt. Dann wird entschieden, ob das Coaching fortgesetzt wird oder eine Rückkehr in die normale Beratung bei pAp oder Fallmanagment erfolgt. Essenziell ist auch die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern wie der Schulden- oder Drogenberatung. Ein großer Vorteil von § 16k SGB II ist der engere Kontakt zu den Leistungsbeziehenden. Herausforderungen bestehen hingegen bei Personen, die offensichtlich Hilfe benötigen, diese aber schwer annehmen können, sowie bei solchen, die Termine gar nicht oder nur unregelmäßig wahrnehmen.

Ziele und Wege

Im Verlauf des Tages wurden verschiedene Schwerpunktthemen identifiziert, von denen drei in Arbeitsgruppen bearbeitet wurden: Abgrenzung und Aufgaben, Qualifizierung von Mitarbeitenden sowie Organisation und Rahmenbedingungen. Gemeinsam wurden dazu Ideen und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Kritisch diskutiert wurden insbesondere die Abgrenzung vom Coaching zum Fallmanagement, die sich in der Theorie einfacher gestaltet als in der Praxis, sowie die möglichen Qualifizierungsbedarfe in diesem Bereich. Wichtig sind zudem ausreichend finanzielle Mittel, ein funktionierendes Netzwerk, durchdachte Sicherheitskonzepte sowie genügend Zeit und Freiheit für eine nachhaltige Umsetzung.

Am 11. Juni 2024 findet ein weiteres Werkstattgespräch zum Thema Coaching nach § 16k SGB II in Oberhausen statt.