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Glossar

Das Glossar erläutert Fachbegriffe aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Wenn Sie einen Buchstaben auswählen, erhalten Sie eine Liste von Begriffen mit dem passenden Anfangsbuchstaben. Über das Suchtextfeld können Sie gezielt nach Begriffen suchen.

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  • Institution in vielen EU-Ländern, die Schülern, Berufsanfängern und Berufserfahrenen Hilfe auf dem Arbeitsmarkt bietet. In Deutschland sind die Agenturen für Arbeit (früher: "Arbeitsamt") und ihre Geschäftsstellen (u.a. die gemeinsamen Einrichtungen des SGB II) die örtlichen Niederlassungen der Bundesagentur für Arbeit. Sie bieten kostenlos Beratung, Vermittlung und Förderung sowie finanzielle Hilfe an.

  • Arbeitslosengeld II (ALG II) ist in Deutschland die Grundsicherung für Arbeitsuchende, die – wie in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten – auf das befristete Arbeitslosengeld folgt. Das ALG II ist eine Geldleistung für Hilfebedürftige, die arbeiten können, aber keine Arbeit finden oder mit ihrem Einkommen nicht genug Geld für ihren Lebensunterhalt und den Lebensunterhalt der mit ihnen in Bedarfsgemeinschaft lebenden Menschen verdienen. Zusätzlich helfen ihnen die Leistungen der aktiven Arbeitsförderung und spezielle Beratungsangebote, wieder bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten. Umgangssprachlich wird das ALG II auch Hartz IV genannt: Peter Hartz war der Leiter einer Kommission, die die Arbeitsmarktgesetzgebung erneuert hat. In der Leistung sind seit 2005 die ehemalige Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe zusammengefasst. Der Grundgedanke des ALG II, Leistungsberechtigte zugleich zu fordern und zu fördern, findet sich in den sozialrechtlichen Regelungen der meisten EU-Mitgliedstaaten wieder.

  • Eine Person, die mit mindestens einem minderjährigen (leiblichen) Kind ohne den anderen Elternteil und auch ohne eine andere erwachsene Person in einem Haushalt lebt. Lebt die alleinerziehende Person beispielsweise in einer neuen Partnerschaft in einem Haushalt, so gilt der Elternteil ggf. nicht mehr als Alleinerziehender.

  • Zeiten, in denen ein Versicherter aus nicht von ihm zu vertretenden Gründen an der Beitragszahlung zur Rentenversicherung gehindert ist, z.B. bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Schutzfristen bei Mutterschaft, schulischer Ausbildung. Anrechnungszeiten können von Bedeutung sein für die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzung für eine Rente und bei der Rentenberechnung.

  • Zielgerichtete körperliche und/oder geistige Tätigkeit; Erwerbsarbeit hat die Existenzsicherung zum Ziel. Sie ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben durch eigenes Einkommen und ist das beste Mittel gegen Armut und Hilfsbedürftigkeit. Der Arbeitsvertrag regelt das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge (Tarifvertrag) und Gesetze schützen den Arbeitnehmer vor unerlaubten Regeln im Arbeitsvertrag und tragen so zur sozialen Sicherheit bei. Es gibt z.B. Vorschriften zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, zum Kündigungsschutz, zum Arbeitsschutz, zum Kinder- und Jugendarbeitsschutz und zum Mutterschutz. Tarifverträge werden von Tarifvertragsparteien vereinbart: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände oder einzelne Arbeitgeber treffen bei Tarifverhandlungen aufeinander. Sie legen verbindliche Regeln für ganze Branchen oder Regionen und alle dazugehörigen Arbeitnehmer fest.

  • Auch Arbeitsmarktmaßnahme genannt. Sie soll dem Entstehen von Arbeitslosigkeit entgegenwirken bzw. die Dauer der Arbeitslosigkeit verkürzen und kann eine berufliche Aus- und Weiterbildung, die Vermittlung von Arbeitsplätzen oder Berufsberatung umfassen. Aktivierungsmaßnahmen gehen in der Regel über die Arbeitsförderungsmaßnahme hinaus und machen den weiteren Bezug von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld von der Einhaltung bestimmter Pflichten abhängig. Leistungsempfänger können dadurch schneller wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.

  • Im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten (häufig irreführenderweise "Ein-Euro-Jobs" genannt) werden in Deutschland Arbeiten staatlich gefördert, die zusätzlich und wettbewerbsneutral sind und im öffentlichen Interesse liegen. Über die Förderung entscheiden die regional zuständigen Jobcenter entsprechend den individuellen Erfordernissen der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Die Arbeiten begründen kein Arbeitsverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts; Teilnehmer erhalten zusätzlich zum Arbeitslosengeld II eine angemessene Entschädigung für Mehraufwendungen. Diese wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.

  • Bei Verlust des Arbeitsplatzes sehen alle EU-Länder soziale Leistungen vor, deren erste Stufe das Arbeitslosengeld ist, eine Lohnersatzleistung, die anspruchsberechtige Arbeitnehmer und ggf. Selbständige für eine begrenzte Dauer erhalten. In den meisten Staaten ist die Höhe der Geldleistung entgeltabhängig. Abgelöst wird das Arbeitslosengeld in einer Vielzahl von Ländern durch die Arbeitslosenhilfe oder Grundsicherung für Arbeitslose (Arbeitslosengeld II). Wie lange man Arbeitslosengeld erhält, hängt in der Regel davon ab, wie alt man ist und wie lange man zuvor Beiträge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt hat. Arbeitslose müssen sich selbst aktiv an der Jobsuche beteiligen.

  • Verlust des Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes durch z.B. wirtschaftliche Krisen, Sparmaßnahmen im Betrieb oder mangelnde Qualifikationen. Alle EU-Mitgliedstaaten haben Versicherungssysteme, die bei Arbeitslosigkeit Leistungen zahlen. Das System ist oft zweistufig: Erst begrenztes Arbeitslosengeld, dann Arbeitslosenhilfe oder Grundsicherung für Arbeitslose (Arbeitslosengeld II). Der Anspruch ist in der Regel an die Bedingung der Eigeninitiative geknüpft, also selbst aktiv nach einer neuen Arbeit zu suchen. Wer arbeitslos ist, erhält in Deutschland Unterstützung von der Agentur für Arbeit.

  • Alle Maßnahmen, mit denen die Regierung eines EU-Mitgliedstaats bzw. die Europäische Union als Ganzes versucht, für einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften zu sorgen und die Arbeitslosigkeit gering zu halten, z.B. durch Arbeitsförderungsmaßnahmen. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in vielen EU-Staaten mit der Tendenz, dass immer weniger Beitragszahler die Leistungen für immer mehr Arbeitslose aufbringen müssen, hat in den vergangenen zehn Jahren in der gesamten EU zu tiefgreifenden Reformen geführt.