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Frauen in Fahrt

Jobcenter Kreis Unna

Die Busfahrerin Heike Sitz steht vor einem Linienbus der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna
Heike Sitz vor einem Bus der Verkehrsbetriebe Kreis Unna Quelle: BMAS/Bechtloff

Ulrike Schatto hat ihre früheren Kundinnen lange nicht gesehen. Herzlich ist das Wiedersehen mit Fatma Akgün und Heike Sitz, die im Rahmen des Projekts „Frauen in Fahrt" des Jobcenters Kreis Unna eine Ausbildung zur Busfahrerin gemacht hatten. Beide fanden im Anschluss eine Festanstellung bei dem Kooperationspartner, der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU). Sie kommen gerade von der Frühschicht.

Durch „Frauen in Fahrt" haben zehn Teilnehmerinnen, die vorher im Leistungsbezug SGB II waren, eine IHK-Ausbildung zur Berufskraftfahrerin abgeschlossen. Acht haben danach einen festen Job in umliegenden Verkehrsunternehmen gefunden und sind nicht mehr auf den Leistungsbezug angewiesen. Finanziert wurde die rund 10.000 Euro teure und 8,5 Monate dauernde IHK-Ausbildung durch das Jobcenter Kreis Unna im Rahmen der beruflichen Weiterbildungsförderung. Um allen Frauen eine Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Ausbildung in Teilzeit durchgeführt.

Porträt von Ulrike Schatto, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitmarkt
Ulrike Schatto, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Kreis Unna, hatte das Projekt initiiert. Quelle: BMAS/Bechtloff

Je klarer das Ziel, desto höher die Motivation durchzuhalten. Es ist eine außergewöhnliche Gelegenheit, mit einer Maßnahme auf eine Festanstellung hinzuarbeiten, sagt Ulrike Schatto, die als Beauftragte für Chancengleichheit im Jobcenter Kreis Unna „Frauen in Fahrt" im August 2015 auf den Weg brachte. Bei dem Projekt wurden bewusst nur Frauen angesprochen. Gerade bei technischen Berufen trauen sich Frauen oft nicht, richtig Fragen zu stellen, wenn Männer dabei sind, ist sich Schatto sicher.

Neben der Ausbildung bei einer externen Fahrschule müssen alle Auszubildenden ein dreimonatiges Praktikum bei der VKU absolvieren. Der Blick in die Motorhaube und das Kennenlernen der Technik gehören genauso dazu wie das Auswendiglernen des Preissystems und natürlich die Fahrpraxis. Ich bin gern mit Menschen zusammen und hatte Lust, was Großes zu fahren. Dass die Ausbildung so umfangreich ist, hätte ich allerdings nicht gedacht. Gerade bei den Technikfragen haben wir uns gegenseitig sehr geholfen, erinnert sich Heike Sitz. Heute blicken die beiden Teilnehmerinnen im Ergebnis positiv zurück auf die Höhen und Tiefen während der Ausbildung.

Die Berufskraftfahrerinnen Fatma Akgün und Heike Sitz stehen gemeinsam vor dem Linienbus.
Fatma Akgün und Heike Sitz sind nun Kolleginnen. Quelle: BMAS/Bechtloff

Zum Auftakt von „Frauen in Fahrt" fand ein Bewerbertag statt, an dem sich die VKU als Arbeitgeber präsentierte. Für viele war das eine ganz neue Erfahrung. Sonst erleben die Kundinnen bei Bewerbungen ja eher, dass sie vor verschlossener Türe stehen und keinen Weg hinein finden, erinnert sich Schatto. Um geeignete Bewerberinnen ausfindig zu machen, stand am Bewerbertag auch ein Eignungstest auf dem Programm, und es wurden Bewerbungsgespräche mit der Geschäftsleitung der VKU geführt. Uns interessierte zu diesem Zeitpunkt weniger, ob jemand besonders gut Auto fahren kann. Die sozialen Kompetenzen sind uns wichtig, erklärt Ralf Greulich, Betriebsleiter der VKU.

Greulich weiß, dass er in den kommenden Jahren massiv Fachpersonal einstellen muss. Viele seiner Fahrer sind über sechzig. Damit steigen Krankentage und Frühverrentungen. Nachwuchsbusfahrerinnen und -busfahrer sind rar. Von der Idee, in Kooperation mit dem Jobcenter motiviertes Personal zu finden, war er sofort überzeugt.

Fatma Akgün und Heike Sitz sitzen im Pausenraum und trinken Kaffee. Sie sind zufrieden mit ihrem neuen Arbeitgeber. Beide haben vorher als Aushilfen in einem Lager gearbeitet. Das frühe Aufstehen im Schichtbetrieb war deshalb keine große Umstellung. Aber die Sicherheit, jetzt einen festen Job zu haben, tut beiden sichtlich gut. Akgün erzählt: Das hier ist meine große Familie. Ich wurde so nett von den Kollegen aufgenommen. Manchmal kann ich es gar nicht glauben.

Bildergalerie

  • Fatma Akgün nach der Frühschicht: Die im Rahmen von "Frauen in Fahrt" ausgebildete Berufskraftfahrerin fühlt sich wohl in ihrem neuen Beruf.

    Fatma Akgün nach der Frühschicht

    Fatma Akgün nach der Frühschicht: Die im Rahmen von "Frauen in Fahrt" ausgebildete Berufskraftfahrerin fühlt sich wohl in ihrem neuen Beruf. Quelle: BMAS/Bechtloff
  • Die Busfahrerin Heike Sitz steht vor einem Linienbus der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna

    Heike Sitz

    Heike Sitz vor einem Bus der Verkehrsbetriebe Kreis Unna Quelle: BMAS/Bechtloff
  • Porträt von Ulrike Schatto, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitmarkt

    Ulrike Schatto

    Ulrike Schatto, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Kreis Unna, hatte das Projekt initiiert. Quelle: BMAS/Bechtloff
  • Die Berufskraftfahrerinnen Fatma Akgün und Heike Sitz stehen gemeinsam vor dem Linienbus.

    Neue Kolleginnen

    Fatma Akgün und Heike Sitz sind nun Kolleginnen. Quelle: BMAS/Bechtloff
  • Fatma Akgün sitzt am Steuer eines Linienbusses.

    Fatma Akgün am Steuer

    Fatma Akgün am Steuer "ihres" Busses. Quelle: BMAS/Bechtloff
  • Porträtfoto von Ralf Greulich, dem Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna.

    Ralf Greulich

    Ralf Greulich, Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna, war Kooperationspartner. Quelle: BMAS/Bechtloff
  • Ulrike Schatto, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Kreis Unna, im Beratungsgespräch mit einer Bürgerin

    Ulrike Schatto im Gespräch

    Ulrike Schatto, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Kreis Unna, im Gespräch. Quelle: BMAS/Bechtloff