Navigation und Service

3 Fragen an Jürgen Rajewicz

19. Dezember 2018

Geschäftsführer Jürgen Rajewicz lebt im Jobcenter Worms eine offene Kommunikation vor – und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machen dabei gerne mit. Die Weichen stellen gutes Diversity Management und eine transparente und wertschätzende Organisationskultur.

Portrait von Jürgen Rajewicz. Er hat eine Glatze und trägt ein fliederfarbenes Hemd.

Servicestelle SGB II: Herr Rajewicz, seit wann engagiert sich Ihr Jobcenter für Diversity Management?

Jürgen Rajewicz: Am ersten Deutschen Diversity Tag im Jahr 2013 hat das Jobcenter Worms die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Sensibilisiert dadurch hat sich unser Blick auf das Jobcenter geändert. Mit unterschiedlichen Potenzialen kann man vieles bewegen. Und vielfältige Perspektiven fördern innovative Lösungsansätze. Auch die Beschäftigten empfinden Diversität als Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln und offen und vorbehaltlos zu sein.

Servicestelle SGB II: Was macht für Sie gutes Diversity Management aus und wie gestalten Sie es in Ihrem Jobcenter an einem Beispiel konkret?

Jürgen Rajewicz: Diversity Management ist eine umfassende Strategie, die auf eine Weiterentwicklung der gesamten Unternehmenskultur abzielt. Dazu braucht es nicht zwangsläufig immer aufwändige Programme. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich vorbildhaft zu verhalten und durch gute Beispiele in Gedanken und Taten voranzugehen.

Damit dies bei uns gelingt, fördern wir beispielsweise die Potenziale der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So können wir sie ihren Stärken entsprechend einsetzen, etwa bei internen Umstrukturierungsprozessen. Denn gerade der demographische Wandel auch in unserer Belegschaft bewegt uns. Bei der Einführung der E-Akte zum Beispiel hatte das einen sehr positiven Effekt: Wir haben dafür themenaffine, darunter viele jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als Multiplikatoren eingesetzt. Die Jüngeren fanden es toll, den Älteren etwas zurückzugeben. Das schweißt die Teams zusammen und fördert den wertschätzenden Umgang miteinander. All das transportieren wir auch über unser Leitbild und unseren Gleichstellungsplan. Zwar gibt es auch Vorbehalte. Diesen begegnen wir durch Offenheit, Transparenz und gelebte Öffnung für Diversität durch die Führungskräfte. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hospitieren am Anfang in allen Teams und lernen so in der Gemeinschaft unsere Kultur kennen. Für unsere Organisation sind Team-Mitglieder unterschiedlichen Alters wichtig, damit sie durchgehend über unterschiedliches Wissen und Erfahrungen verfügen und dieses auch gegenseitig weitergeben können. Wir wollen so ein vorurteilsfreies und offenes Arbeitsumfeld schaffen.

Servicestelle SGB II: Wirkt all das denn auch nach außen?

Jürgen Rajewicz: Ja, auf mehreren Ebenen. Wenn wir innerhalb unserer Organisation konsequent offen und ehrlich kommunizieren, ist das eine gute Basis für die Gespräche mit Kundinnen, Kunden und Netzwerkpartnern. Zusätzlich sensibilisieren wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schulungen – zum Beispiel zum Thema „kultursensibler Umgang“ – für unsere unterschiedlichen Kundengruppen und beteiligen uns regelmäßig am Diversity Tag: Mit einer Messe zum Thema Migration und Beruf oder mit einem Grillfest für schwerbehinderte Menschen und potenzielle Arbeitgeber. Viele Kundinnen und Kunden haben dadurch Praktika oder feste Beschäftigungsverhältnisse gefunden. Unser Diversity Management hilft uns nicht zuletzt auch selbst dabei, neue Beschäftigte zu finden – zum Beispiel aus dem kommunalen Bereich. Die Stadtverwaltung kennt unsere wertschätzende Organisationskultur und weist uns gerne Personal zu. Heute sind im Jobcenter Worms etwa 17 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Kommune angestellt – fünf Prozent mehr als noch vor zweieinhalb Jahren. Das ist toll! Und indem wir uns bewusst für alle Kulturkreise, Altersstufen und Geschlechter öffnen, können wir uns als Jobcenter gut für die Herausforderungen aus Fachkräftemangel, demographischem Wandel und Arbeitswelt 4.0 aufstellen.

Sie wollen mehr zu Diversity Management erfahren? Nutzen Sie die vielfältigen Internetangebote und prüfen Sie, ob auch Ihr Jobcenter bereits ein „Vielfaltsbewusster Arbeitsort“ ist.