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3 Fragen an Dorothea Court

22. Mai 2019

Die studierte Juristin Dorothea Court leitete schon die Ausbildungsagentur der Landeshauptstadt Wiesbaden GmbH und als Sachgebietsleiterin das Team Allgäu Süd im Jugendamt des Landkreises Ravensburg. Seit September 2018 ist sie Amtsleiterin des dortigen Jobcenters. Was hat sie in den ersten Monaten bereits erreicht?

Porträtfoto von Dorothea Court. Sie hat sehr kurze braune Haare, braune Augen und ein längliches Gesicht. Sie lächelt.

Servicestelle SGB II: Frau Court, wie sind Sie die ersten Wochen in Ihrer neuen Position angegangen?

Dorothea Court: Ich wurde Führungskraft in einem Amt, in dem ich niemanden persönlich kannte. Auch mich kannte niemand. Für mich ist eine gute Vertrauensbasis und viel Kommunikation das A und O. Deshalb habe ich die ersten sechs Wochen überwiegend damit verbracht, meine rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich kennenzulernen. Das war schon ein Mammutprogramm, aber für mich enorm wichtig. Mein Anspruch war es, jedem zum Auftakt die Hand zu schütteln und mit ihr oder ihm auch ein bisschen ins Gespräch zu kommen. Wir haben sieben Sachgebiete mit jeweils 15 bis 30 Beschäftigten an insgesamt vier Standorten. Diese habe ich alle besucht. Heute kann ich sagen: die Investition hat sich gelohnt, denn − wie heißt es so schön − für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Servicestelle SGB II: Welche Punkte im Kontext Führung finden Sie besonders wichtig?

Dorothea Court: Die größte Herausforderung ist es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine bestimmte Aufgabe, für einen bestimmten Auftrag, zu motivieren. Ich bin Managerin, Visionärin und Motor. Ich lebe christliche Grundwerte, und die Vorgaben zur Zielerreichung mit Freude und Motivation zu erreichen, steht dazu für mich nicht im Widerspruch. Rahmenbedingungen zu schaffen, die Freude an der Arbeit sicherstellen, ist Ausdruck eines vertrauensvollen und konstruktiven Miteinanders. Mein Anspruch ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen zielorientierter Führung und angemessener Mitarbeiterorientierung zu wahren. Das wohl wichtigste Element im Kontext Führung ist die Kommunikation. Auf diese lege ich großen Wert. Transparenz, Mitarbeiterbeteiligung und konstruktive Gespräche auf allen Ebenen sind unabdingbar für ein gesundes Miteinander.

Servicestelle SGB II: Welche inhaltlichen Aufgabenfelder haben Sie derzeit auf dem Zettel?

Dorothea Court: Aktuell beschäftige ich mich mit der Zielvereinbarung, die wir mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg jährlich neu abschließen. Diese Ziele möchte ich mit einer weitsichtigen und effizienten Strategie erreichen. In diesem Jahr stehen die Zielgruppen der geflüchteten Menschen, die U25, die Langzeitarbeitslosen sowie alleinerziehende Frauen und Menschen mit Behinderung besonders im Fokus. Unsere im Arbeitsmarktprogramm definierten Unterstützungsangebote weiterzuentwickeln, zu modifizieren und bedarfsgerecht auszugestalten, ist eines der derzeit aktuellsten Aufgabenfelder. Daneben erstelle ich zurzeit den Eingliederungsbericht 2018, der aufzeigen wird, mit welchen Erfolgen das Jobcenter Landkreis Ravensburg im vergangenen Jahr aufwarten kann. Hier sind zum Beispiel die über 1.700 Integrationen zu nennen, von denen ein Großteil auf das Konto unserer 2016 gegründeten „Servicestelle Arbeitsmarktintegration von Migranten“ geht. Trotz eines hervorragenden Arbeitsmarktes, rückläufiger Fallzahlen und einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote von 1,1 Prozent gibt es noch immer viel zu tun und viel zu bewegen.

Dieses Interview wurde am 11. März geführt.