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3 Fragen an
Sabine Steinert

3. März 2017

Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Meißen

Porträtfoto von Frau Steinert vom Jobcenter Meißen.

Sabine Steinert ist seit dem 1. Januar 2011 Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) im kommunalen Jobcenter Meißen und damit eine BCA der ersten Stunde. Wie erlebte sie den Anfang vor sechs Jahren, und was hat sich seit dem verändert? Die Servicestelle SGB II hat mit Sabine Steinert gesprochen.

Servicestelle SGB II: Wenn Sie auf die letzten sechs Jahre als BCA zurückschauen, wie fällt Ihre Bilanz aus?

Sabine Steinert: Ich ziehe eine positive Bilanz. Wenn ich zurückdenke an das Jahr 2011, dann war der Anfang zunächst davon geprägt, dass aus dem Amt für Arbeit und Soziales Meißen und der ARGE Riesa-Großenhain das kommunale Jobcenter Meißen wurde. Für das Jobcenter war dieser Veränderungsprozess natürlich eine Herausforderung: Die Überweisungen der passiven und aktiven Leistungen waren sicherzustellen. Viele Daten mussten in ein neues System eingegeben werden. Die Terminkalender der Fallmanager waren übervoll. Es gab jede Menge Gesprächsbedarf – auch für mich als BCA. Dabei waren die Themen und der Unterstützungsbedarf sehr vielfältig und bezogen sich logischerweise nicht nur auf die im Gesetz formulierten Aufgaben. Wichtig für mich war von Anfang an, Zugang zu den bestehenden Netzwerken zu finden. Ich habe in dieser Situation viel Unterstützung durch die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises erfahren – und von Anfang an einen guten Kontakt zur BCA der Agentur für Arbeit gepflegt.

Servicestelle SGB II: Ist die enge Zusammenarbeit mit der BCA der Agentur für Arbeit für Sie etwas Besonderes?

Sabine Steinert: Meiner Meinung nach ist daran nichts Besonderes. Wir sind ein kommunales Jobcenter und einer unserer Leitsätze beinhaltet, dass der Mensch im Mittelpunkt unseres Handelns steht. Wir können nicht erwarten, dass Jedem die Zuständigkeiten von Jobcenter und Agentur für Arbeit detailliert bekannt sind. Also arbeiten wir – übrigens nicht nur die BCA – gerade auch bei Veranstaltungen und rechtsübergreifenden Sachverhalten eng zusammen.

Servicestelle SGB II: Inwieweit hat sich Ihre Tätigkeit in den vergangenen sechs Jahren verändert?

Sabine Steinert: Die Schwerpunkte haben sich verändert. Das Thema der Unterstützung Alleinerziehender ist mehr in den Fokus gerückt. Ich erlebe daneben auch, dass insbesondere Schwangere zunehmend Unterstützung benötigen, ebenso Berufsrückkehrerinnen und -rückkehrer. Oft stehen gerade alleinerziehende Mütter nach der Elternzeit vor dem Problem, wieder in ihren Beruf einzusteigen, weil dieser beispielsweise mit Schichtarbeit verbunden ist.

Vor allem aber nehmen die Netzwerkarbeit, die Mitarbeit in Arbeitskreisen sowie die Abstimmungen mit der Geschäftsführung einen größeren Raum ein. In unserem Landkreis gibt es beispielsweise anlassbezogene Abstimmungen mit Vertreterinnen und Vertretern des Jobcenters – einschließlich mir als BCA –, des Jugendamtes, des Kreissozialamtes und des Schulamtes. Hier werden neue Projekte vorgestellt, über Gesetzesänderungen informiert oder auch Sachverhalte erörtert und amtsübergreifende Unterstützungsmöglichkeiten besprochen. Und auch die Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen hat sich spürbar intensiviert.