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3 Fragen an Uwe Mayer

30. August 2018

Um Stress schneller loszuwerden, stärken die Beschäftigten im Jobcenter Hof Stadt ihre psychischen Abwehrkräfte in monatlichen Supervisionen. Geschäftsführer Uwe Mayer spricht über den Wert des Redens und Beschäftigte, die sich gegenseitig unterstützen.

Porträt von Uwe Mayer. Er hat ein längliches Gesicht und blond-graue Haare.

Servicestelle SGB II: „Sicherheit am Arbeitsplatz“ ist ein weitreichendes Thema. An was denken Sie bei diesem Stichwort zuerst?

Uwe Mayer: An die Sicherheit unseres Personals, insbesondere der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Publikumsverkehr haben. Sie hören immer wieder traurige Geschichten und erfahren von schlimmen Schicksalen, das kann belastend sein. Manchmal kommt es auch zu Anfeindungen, mit denen meine Beschäftigten umzugehen lernen müssen. Eine psychische Entlastung ist daher für diese Kolleginnen und Kollegen besonders wichtig und für mich elementarer Teil des Arbeitsschutzes.

Servicestelle SGB II: Sie haben 2010 eine Sicherheitsbeauftragte benannt. Wie sind Sie und Ihre Beauftragte es angegangen, Ihren Beschäftigten mehr Sicherheit zu geben?

Uwe Mayer: Wir fingen an, Supervisionen anzubieten – als Mittel um Stress abzubauen. Dort können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter loswerden, was sie beschäftigt. Diese monatlichen Treffen sind sozusagen für die „psychische Reinigung“ da. Dort erzählen sie in einem geschützten Rahmen, was sie aktuell bewegt. Ein externer, geschulter Psychologe leitet diese Supervisionen an. Er gibt ihnen Tipps, wie sie mit schwierigen Situationen umgehen und wie sie sie verarbeiten können. Anfangs dachte ich, da wird doch kaum jemand hingehen. Da habe ich mich geirrt. Unsere Beschäftigten nehmen die Supervision sehr gut an.
Wir haben außerdem psychologische Ersthelferinnen und Ersthelfer ausbilden lassen. Das sind Kolleginnen und Kollegen von uns, die sich dafür gemeldet haben und speziell von einem externen Psychologen geschult wurden. An sie können sich unsere Beschäftigten nun jederzeit wenden, beispielsweise wenn sie bedroht wurden. Das hat sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt. Zudem nehmen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig an Schulungen teil, zur Selbstbehauptung oder zu interkultureller Kommunikation. Auch das hilft sehr dabei, Missverständnissen vorzubeugen und damit den Umgang miteinander zu erleichtern.

Servicestelle SGB II: Wie wichtig ist dieses Thema denn für Sie als Geschäftsführer?

Uwe Mayer: Sehr wichtig. Ich möchte, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und bin sehr froh von ihnen gespiegelt zu bekommen, dass sie sich durch die verschiedenen Initiativen jetzt deutlich sicherer fühlen. Und man muss es als Geschäftsführer auch so sehen: Je besser die Atmosphäre ist, desto besser läuft auch die Arbeit.