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Jobcenter Stadt Trier

27. Januar 2017

„Odyssee.16“ – ein Musik-Theaterprojekt von Geflüchteten

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  • Schwerpunktthema Soziale Teilhabe
  • Zielgruppe Migrantinnen und Migranten, Flüchtlinge / Asylbewerber/ Asylberechtigte

Eine Odyssee kann mehr als nur eine Irrfahrt sein. In einem Musik-Theaterprojekt in Trier lernten junge Geflüchtete sich vielseitig einzubringen: Sie konnten sich künstlerisch und handwerklich betätigen sowie ihre persönlichen Geschichten in ein Theaterstück einfließen lassen. Das Jobcenter Stadt Trier kooperierte in diesem Projekt mit dem Kulturzentrum Tuchfabrik Trier (TuFa) und dem Palais e.V. und brachte mit jungen Geflüchteten eine moderne Fassung der Odyssee von Homer auf die Bühne. Die Aufführungen des Theaterprojekts fanden im Oktober und November 2016 statt.

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01.05.2016 - 31.10.2016

Der regionale Arbeitsmarkt in Trier ist durch viele kleine und mittelständige Unternehmen geprägt. Der Arbeitsmarkt profitiert sehr von der räumlichen Nähe zu Luxemburg. Die Arbeitslosenquote lag bei rund vier Prozent im August 2016.

Das Jobcenter Trier Stadt betreut derzeit ca. 500 junge Flüchtlinge im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Dabei ist es ein Anliegen, den Jugendlichen neue berufliche Perspektiven aufzuzeigen und sie schrittweise an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt heranzuführen. Gemeinsam mit dem Palais e. V. wurde vor diesem Hintergrund die Arbeitsgelegenheit (AGH) „Kunst und Kultur” entwickelt, die durch das Jobcenter Trier Stadt finanziert wird. 

Im Rahmen der AGH kooperierte das Jobcenter mit dem Kulturzentrum Tuchfabrik Trier (TuFa), das das Kunst-, Musik- und Theaterprojekt unter dem Namen „Odyssee.16“ realisierte. Die jungen Geflüchteten bauten u. a. Requisiten, schneiderten Kostüme und gestalteten das Bühnenbild und konnten so berufsrelevante Kenntnisse erwerben. Außerdem vertieften sie ihre Sprachkenntnisse und erwarben wichtige Kompetenzen durch die Arbeit im Team.

Diese Arbeitsgelegenheit bot den jungen Menschen also gleich mehrere Chancen: Sie konnten sich in verschiedenen handwerklichen Bereichen ausprobieren und entsprechende berufsrelevante Fähigkeiten erwerben oder erweitern. Andererseits lernten sie verschiedene Ausbildungsberufe kennen, was ihnen die Kontaktaufnahme zu Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern auch zukünftig erleichtert.

Die Zielgruppe sind geflüchtete, junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, die sich entweder noch im Integrationskurs befanden oder diesen kürzlich abgeschlossen hatten.

Das Projekt wurde vom Jobcenter Trier Stadt finanziert. Maßnahmeträger ist der Palais e.V. Kooperationspartner ist das Kulturzentrum Tuchfabrik Trier (TuFa).

Die Kernidee des Theaterprojekts ist, dass sich die jungen Menschen in verschiedenen handwerklichen Berufen ausprobieren und entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten kennenlernen. Außerdem wurde ihnen durch die Beteiligung an dem Theaterstück die Möglichkeit gegeben, sich mit Ihren eigenen Flucht-Erfahrungen in einem künstlerischen Rahmen auseinanderzusetzten. Durch die öffentlichen Aufführungen des Theaterstücks und das positive Echo bei Publikum und regionalen Medien erfuhren sie Anerkennung und Wertschätzung, was ihr Selbstbewusstsein positiv förderte und zur psychischen Stabilisierung beitrug. In der Zusammenarbeit mit den Theater- und Kulturschaffenden verbesserten sie ihre Deutschkenntnisse erheblich. Über die regionalen Medien machte das Theaterstück auch regionale Arbeitgeber auf die jungen Flüchtlinge aufmerksam.

Im Jobcenter Trier Stadt gibt es innerhalb der Arbeitsvermittlung ein Team von vier speziell ausgebildeten Vermittlungsfachkräften, die sich ausschließlich um die Arbeits- und Ausbildungsmarktintegration der geflüchteten Menschen kümmern. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben mehrere Schulungen zu Themen wie „Interkulturelle Kompetenz“ oder „Interkulturelle Beratung“ durchlaufen. Zusätzlich beschäftigt das Jobcenter einen Fallmanager, der durch Netzwerkarbeit mit anderen Behörden für ein möglichst gutes Übergabemanagement sorgt und für die Bewilligung der Erstanträge verantwortlich ist. Auch dieser ist entsprechend geschult worden. Sowohl die Integrationsfachkräfte als auch der Fallmanager werden bei ihrer Aufgabenerledigung durch zwei Sprachmittler unterstützt.

Der Maßnahmeträger Palais e.V. stellte die Werkstätten in unmittelbarer Nähe zum Aufführungsort zur Verfügung und beschäftigte Anleiterinnen und Anleiter, die die Jugendlichen bei der handwerklichen Umsetzung unterstützen. Der Regisseur, der für das Kulturzentrum Tuchfabrik Trier (TuFa) das Stück inszenierte, arbeitete räumlich nah an den jungen Geflüchteten und konnte sie daher immer wieder in den Entstehungsprozess des Stückes einbeziehen.