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Jobcenter Stormarn

15. Juli 2016

"ProJob! – Prozessorientierte Jobcoaching" in Kooperation mit der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

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  • Schwerpunktthema Chancengleichheit, Minijobs
  • Zielgruppe Geringverdiener

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"ProJob!" ist ein Coaching-Programm mit dem Ziel der aktiven Eingliederung von Langzeitleistungsbeziehern in den ersten Arbeitsmarkt. Aufgabe ist, gemeinsam eine Strategie zu erarbeiten, um aus einem Minijob in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu wechseln oder andere Berufsperspektiven zu entwickeln und umzusetzen.

Geringfügige Beschäftigungen sind ursprünglich als ein Instrument konzipiert worden, welches den Einsatz von Arbeitskräften flexibel machen, Schwarzarbeit abbauen sowie Arbeitslosen einen leichteren Wiederstieg in den Beruf ermöglichen sollte. Diesem Anspruch, eine Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu sein, werden die "Minijobs" jedoch nur selten gerecht. "ProJob!" ist ein Coaching-Programm mit dem Ziel der aktiven Eingliederung von Langzeitarbeitslosen im Kreis Stormarn in den ersten Arbeitsmarkt. Aufgabe des Projekts ist, gemeinsam eine Strategie zu erarbeiten, um aus einem Minijob in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu wechseln oder andere Berufsperspektiven zu entwickeln und umzusetzen.

"ProJob!" ist am Förderprogramm des Ideenwettbewerbs des Landes Schleswig-Holstein für die Durchführung von Modellprojekten "Neue Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung" beteiligt. Das Projekt besteht aus drei Durchläufen mit jeweils 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Laufzeit pro Durchlauf beträgt acht Monate. Das Projekt wird an zwei Standorten, in Ahrensburg und Glinde, durchgeführt.

01.08.2014-31.07.2016

In den Wirtschaftsbetrieben der Region Stormarn steigt die Suche nach geeigneten Fachkräften, besonders im Handwerk. Die Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Branchenmix bieten die Gewähr für eine konstante Konjunkturentwicklung. So ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Zeit von September 2014 bis September 2015 um 1.500 Stellen angestiegen. Zu den größten Wirtschaftszweigen (nach Anzahl der Beschäftigten) gehören das verarbeitende Gewerbe, Handel, Instandhaltung, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Verkehr und Lagerei sowie wirtschaftliche Dienstleistungen. Es überwiegen kleinere und mittlere Betriebe. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2016 liegt bei 3,8%.

Insbesondere die Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II profitieren jedoch nicht im gleichem Maße von dieser positiven wirtschaftlichen Situation. Derzeit gehen fast 800 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in Stormarn einem Minijob nach. Das sind rund 40% der abhängigen Erwerbstätigen.

Ziel von "ProJob!" ist, Menschen mit einem Minijob, deren einzige Erwerbsquelle eine prekäre Beschäftigung ist, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung einmünden zu lassen. Das Projekt soll ein Bewusstsein bei den Minijobbern als auch bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern über die Folgen der prekären Beschäftigungssituation schaffen und für deren negative Auswirkungen sensibilisieren. Gleichzeitig soll das Projekt im Rahmen der Chancengleichheit dabei unterstützen, der Zielgruppe den Zugang zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Das Projekt richtet sich an Langzeitarbeitslose und arbeitsmarktferne Leistungsbeziehende im SGB II-Bezug, die kein Arbeitslosengeld nach dem SGB III beziehen, deren Mindestalter 25 Jahre beträgt und die seit mindestens einem halben Jahr einem Minijob nachgehen. Das Projekt richtet sich an arbeitslose Menschen im Kreis Stormarn, die beim Jobcenter Ahrensburg, Bad Oldesloe und Reinbek gemeldet sind.

Träger des Projekts ist die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein.

Bei Leistungsbezieherinnen und -beziehern, die durch einen Minijob ihr monatliches Einkommen aufstocken, ist eine Vermittlung in Weiterbildung oder in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis oft eine Herausforderung. Dafür gibt es individuell vielschichtige Gründe. Ein besonders hoher Anteil von Minijobbern sind Frauen. Dies spiegelt sich auch im Anteil der Projektteilnehmenden wider. Der Minijob lässt sich mit entsprechenden Familienpflichten gut vereinbaren, die Kombination „Minijob plus SGBII-Leistungen“ ist relativ fest und dauerhaft angelegt. Die Fragen der Alterssicherung, einer rentenbiografischen Bewertung und einer eigenen Existenzsicherung werden dabei ausgeblendet und die negativen Folgen werden erst später erkannt.

"ProJob!" ist ein zielgruppengerechtes Coaching-Programm mit individueller Termingestaltung. Wichtige Säulen und innovative Schwerpunkte sind die individuelle Termingestaltung und die für diese Zielgruppe bislang nicht übliche Methode des Sondercoachings. Bei der Terminfindung werden die individuellen Arbeitszeiten im Minijob und die privaten Belange, z.B. Kinderbetreuungszeiten, berücksichtigt, so dass niemand ausgeschlossen werden muss. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält einen eigenen Jobcoach, um über einen Zeitraum von ca. acht Monaten die persönliche Situation zu besprechen, Perspektiven zu entwickeln und Strategien zur Umsetzung zu planen und durchzusetzen.

Auf Wunsch ergänzen spezielle Sondercoachings wie das „Talentprofiling“ das Angebot.

Durch prozessorientiertes Jobcoaching wird mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine individuelle Strategie erarbeitet, um in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis einzumünden. Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig. Folgende Maßnahmen werden im Rahmen des Projekts umgesetzt:

1. Bewerbungstraining in Teilzeit: Dabei handelt es sich um eine dreiwöchige Gruppenmaßnahme, mit je drei Tagen pro Woche.

2. Regelmäßige Einzelcoachings:  In Einzelcoachings können sich die Teilnehmenden mit ihren Gedanken auseinandersetzen, um gewünschte Veränderungsprozesse einzuleiten. Grundsätzliche Einstellungen zur Arbeit, zum Lernen und Leben werden unter Berücksichtigung des systemischen Ansatzes reflektiert.

3. Innovative Coachingmethoden: Die Teilnehmenden können zusätzlich eine besondere Coachingmethode wählen, um die eigenen Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und zu mobilisieren. Aktivitäten und Handlungsspielräume werden erweitert. Die Sondercoachings reichen vom Talentprofiling bis zum Bewegungscoaching.

4. Durchführung von zwei Arbeitgeberveranstaltungen in Kooperation mit weiteren Netzwerkpartnern.

5. Erstellung eines Flyers für Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zum Thema Minijob.

Zur Steuerung des Projekts wurden regelmäßige Steuerungsgruppensitzungen mit den Projektverantwortlichen im Jobcenter und beim Träger durchgeführt. Bislang fanden 13 Steuerungssitzungen statt. Im Jobcenter gibt es für den externen Partner, die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (WAK), entsprechende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die auch die Projektteilnehmenden innerhalb des Jobcenters betreuen.