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Jobcenter Nürnberg-Stadt

15. Juli 2016

"Zentrum für Intensivcoaching (ZfI) unter dem Dach des Aktivierungszentrums" für qualifizierte Integrationsarbeit

Logo des Jobcenters Nürnberg
  • Schwerpunktthema Qualifizierung / Aus- und Weiterbildung, Minijobs
  • Zielgruppe Geringqualifizierte, Geringverdiener

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Das „Aktivierungszentrum“ im Jobcenter Nürnberg-Stadt verfolgt das Ziel, durch verbesserte Betreuungsrelationen und gut qualifizierte Fachkräfte die nötige Zeit und das Know-how für die Vermittlung bereit zu stellen, um erwerbslose Menschen mit ihren individuellen Potenzialen und Bedarfen noch besser kennenzulernen und ihnen geeignete Angebote machen zu können.

In der Folge des Bundesprogramms „Perspektive 50plus“ entstand die Idee, Erfahrungen aus diesen und weiteren Projekten zu bündeln und mit dem Ziel einer besseren Koordinierung an einem zentralen Ort anzusiedeln. Da die Integrationsarbeit für bestimmte Zielgruppen und die damit verbundene finanzielle Ausstattung des Jobcenters verstärkt von Projekten abhängig ist, schafft die Bündelung ein strukturiertes „Projektsystem“. Dies fördert Synergieeffekte und ermöglicht ein flexibles, wirkungsorientiertes Agieren. Seit Januar 2016 werden daher verschiedene Projekte im Aktivierungszentrum durchgeführt: vom ESF- Bundesprogramm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit über das Sonderteam „Brücke“ bis zu den Projekten „Perspektiven für Familien“ und „Gesundheitsprävention“ sowie „Inklusion“ für Menschen mit Schwerbehinderung. Nicht zuletzt ist auch das neue „Zentrum für Intensivcoaching (ZfI)“ hier angebunden.  Das ZfI bietet Angebote speziell für Menschen, die Ergänzungsleistungen beziehen oder zuvor von der Agentur für Arbeit betreut worden waren. Mit dem Aktivierungszentrum wird damit ein ganzheitlicher Ansatz für die qualifizierte Integrationsarbeit verfolgt.

Das Aktivierungszentrum besteht seit dem 01.01.2016 und ist vorerst für drei Jahre vorgesehen.

Der Nürnberger Arbeitsmarkt ist so vielfältig wie die Stadt selbst: Mehr als 25.000 Unternehmen bieten rund 366.000 Arbeitsplätze in verschiedensten Branchen. In der gesamten Metropolregion Nürnberg sind es sogar 1,8 Millionen Erwerbstätige. Der größte Anteil entfällt dabei auf den Dienstleistungssektor. Die aktuelle Brancheneinschätzung weist für 2016 Wachstumspotenziale insbesondere für den Handel, das Hotel- und Gaststättengewerbe, für Personaldienstleistungen, das Gesundheits- und Sozialwesen, für Lager-, Post- und Kurierdienst aus. Für SGB II-Kundinnen und -Kunden ergeben sich Chancen auf dem lokalen Arbeitsmarkt, die allerdings durch die ungünstige Entwicklung im Helferbereich beschränkt werden. Auch ist der Handel durch eine hohe Teilzeitquote und einen hohen Anteil an geringfügiger Beschäftigung gekennzeichnet.

Im Mai 2016 waren im Stadtgebiet Nürnberg rund 20.000 Personen arbeitslos gemeldet, dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,7%. Im bayernweiten Vergleich ist in Mittelfranken mit 4,2% (Mai 2016) weiterhin die höchste Arbeitslosenquote zu verzeichnen. Von den arbeitslos gemeldeten Personen im Stadtgebiet befinden sich 73% im SGB II-Bezug. Über die Hälfte der Bedarfsgemeinschaften besteht aus einer Person, ca. 20% sind Alleinerziehende. Knapp 2.500 Kundinnen und Kunden haben einen Fluchthintergrund. Ein hoher Anteil der Leistungsberechtigten hat keinen Schul- (18,9%) oder Berufsabschluss (68,3%).

Mit dem Aktivierungszentrum wird ein ganzheitlicher Ansatz für qualifizierte Integrationsarbeit verfolgt. Vor allem das „Zentrum für Intensivcoaching (ZfI)“ eröffnet die Möglichkeit, ohne großen organisatorischen Aufwand wechselnde Zielgruppen effektiv und effizient intensiv zu betreuen und zu beraten. Durch die Spezialisierung der Integrationsfachkräfte steigt die Qualität der Integrationsarbeit, die auch auf den Regelbetrieb übertragen wird.

Das Aktivierungszentrum richtet sich durch die verschiedenen Projekte auch an unterschiedliche Zielgruppen. Dazu zählen zum einen langzeitarbeitslose Menschen ("Jobinitiative"), Familien mit minderjährigen Kindern ("Perspektiven für Familien"), arbeitslose Personen mit Bedarf an einer Arbeitsgelegenheit ("Brücke"), Arbeitsuchende mit gesundheitlichen Einschränkungen ("Gesundheitsprävention") sowie Menschen mit Schwerbehinderung ("Inklusion"). Das "Zentrum für Intensivcoaching (ZfI)" richtet sich im Jahr 2016 an Menschen, die Ergänzungsleistungen (Alg I) beziehen oder zuvor von der Agentur für Arbeit betreut worden waren. Die Zielgruppe im ZfI wird durch die Geschäftsführung des Jobcenters jährlich neu festgelegt.

Für das Aktivierungszentrum ist das Jobcenter Nürnberg-Stadt federführend. Das Projekt "Inklusion" wird unter der Gesamtleitung des Jobcenters durch externe Projektpartner im Aktivierungszentrum umgesetzt. Das Projekt „Perspektiven für Familien“ liegt in der Gesamtverantwortung der Stadt Nürnberg. Das ESF-Bundesprogramm "Jobinitiative" zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit ist ein Projektverbund mit den Jobcentern Schwabach und Nürnberger-Land. Die Teilbereiche des Aktivierungszentrums arbeiten mit verschiedenen Partnern zusammen. Als Netzwerkpartner fungieren beispielsweise die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, das Jugendamt, der Allgemeine Sozialdienst sowie regionale Bildungsträger.

Die Kernidee des Aktivierungszentrums besteht darin, die im Jobcenter Nürnberg-Stadt umgesetzten Projekte an einem Standort zu bündeln und zielgruppenspezifisch zu arbeiten, um Arbeitsuchende bestmöglich betreuen zu können. Durch die Vernetzung der einzelnen Projekte und der damit verbundenen Synergieeffizienz verfolgt das Aktivierungszentrum das Ziel, ressourcenschonend zu arbeiten. Erkenntnisse, die gewonnen werden, werden im "Regelbetrieb" des Jobcenters gewinnbringend verwendet.

Einen wesentlichen Bestandteil stellt das "Zentrum für Intensivcoaching (ZfI)" dar, in dem eine individuelle Integrationsbegleitung und Unterstützung erfolgt. Die Integrationsfachkräfte des Jobcenters besprechen gemeinsam mit den Arbeitsuchenden im Rahmen der Berufswegplanung den beruflichen Werdegang und legen das weitere Vorgehen gemeinsam fest. Dabei werden auch individuelle Förderbedarfe identifiziert. Nach dem Prinzip der "Hilfe-zur-Selbsthilfe" besteht die Möglichkeit, sich bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen beraten und unterstützen zu lassen. Im hauseigenen Bewerbungszentrum stehen hierfür neun Computer zur Verfügung. Je nach Situation kann eine 1:1-Betreuung sichergestellt werden. Bewerberinnen und Bewerber finden hier auch tagesaktuelle Stellenangebote. Workshops z.B. zur Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche werden flexibel und bedarfsorientiert angeboten. Der Vorteil des eigenen Bewerbungszentrums besteht darin, dass Arbeitsuchende das Bewerbungszentrum unmittelbar nach dem Vermittlungsgespräch nutzen können und auf kompetente Unterstützung vor Ort zurückgreifen können.

Auch Kurzqualifizierungen können über das ZfI zeitnah umgesetzt werden. Ist während des Erstgesprächs erkennbar, dass ein größerer Handlungsbedarf besteht und daher ein anderes Projekt zielführender ist, kann eine schnelle und unbürokratische Übergabe an die Kolleginnen und Kollegen der Projekt- und Sonderteams erfolgen. Nach erfolgreicher Integration in den Arbeitsmarkt werden die neuen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch sechs Wochen nachbetreut, um bei Problemen weiterhin Unterstützung zu bieten.

Bei Beantragung des Arbeitslosengeldes II werden die Bürgerinnen und Bürger durch die Erstanlaufstelle direkt in den Terminkalender der einzelnen Integrationsfachkräfte im ZfI eingebucht. Diese begleiten den gesamten Integrationsprozess von der Bedarfsplanung über die Bewerbung, eine Kurzqualifizierung bis hin zur Nachbetreuung.