Navigation und Service

Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter

15. Juli 2016

"eoPLUS – Einstiegsoffensive PLUS" verbindet Gesundheits- mit Vermittlungscoaching

Logo des Jobcenters Bergstraße
  • Schwerpunktthema Gesundheitsförderung
  • Zielgruppe Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

Logo des Jobcenters Bergstraße

Im Jahr 2012 wurde im Jobcenter Kreis Bergstraße festgestellt, dass etwa 25% der Neuantragsteller wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht an den dort stattfindenden "Work-First-Projekten" im Rahmen der Einstiegsoffensive teilnehmen konnten. Daraufhin plante das kommunale Jobcenter ein gesundheitsförderndes Projekt, welches sich zum Ziel setzte, Neuanantragsteller, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen vorerst nicht vermittelbar waren, gesondert zu fördern.

Der innovative Charakter des Projekts besteht bis heute darin, dass in der bisherigen Struktur der Arbeitsförderung Krankheit als Vermittlungshemmnis wenig Beachtung findet, obwohl Krankheit einen wesentlichen Einfluss auf den Vermittlungsprozess hat. Für viele Kundinnen und Kunden jedoch ist die Stabilisierung der eigenen Gesundheit der wichtigste Schritt auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt. Das Projekt „eoPLUS“ wurde erstmalig in einem Pilotprojekt im Zeitraum von Juli 2012 bis November 2013 durchgeführt. Ab Februar 2014 wurde es verstetigt und in das Maßnahmenportfolio aufgenommen. Mit der Verstetigung wurden in die Zielgruppe auch Bestandskundinnen und -kunden aufgenommen. „eoPLUS“ wird seit 2014 an zwei Standorten durchgeführt.

01.02.2016 – 31.01.2017

Die Wirtschaftsregion Bergstraße hat eine gute Ausgangslage am regionalen Arbeitsmarkt. Zwischen den zwei Metropolregionen Rhein-Neckar und Rhein-Main gelegen, bietet sich den Menschen in der Region ein guter Stellenmarkt und damit verbunden gute Jobmöglichkeiten. Eine Arbeitslosenquote von etwa 4% (Stand April 2016) zeigt die gute Versorgung mit offenen Stellen und Angeboten. Auch die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit rund 2% (Stand April 2016) in einem sehr niedrigen Bereich.

"eoPLUS" hat sich zum Ziel gesetzt, Beziehende von Arbeitslosengeld II mit gesundheitlichen Einschränkungen so schnell wie möglich in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder in eine Ausbildung zu vermitteln. Dies geschieht durch die Verbindung von Vermittlungs- und Gesundheitscoaching sowie der Durchführung von Praxisjobs.

Das Projekt "eoPLUS" richtet sich an Beziehende von Arbeitslosengeld II, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen vorerst keine Arbeit aufnehmen können, jedoch erwerbsfähig sind.

Träger von !eoPLUS! ist Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter mit Sitz in Heppenheim. Als durchführende Bildungsträger sind an dem Projekt die Softdoor GmbH sowie die SRH Berufliche Rehabilitation GmbH beteiligt.

Die Kernidee von "eoPlus" ist, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in den Arbeitsmarkt zu (re-)integrieren. Dazu werden Vermittlungscoaching, Gesundheitscoaching und die Durchführung von Praxisjobs miteinander verbunden.

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:

1.     Phase: Biopsychosoziales Assessment und Erstellung eines Gesundheits- und Integrationsplans.

2.     Phase: Umsetzung des Gesundheits- und Integrationsplans mit Praxisjobs und Jobcoaching, Qualifizierung, Therapie und gesundheitlicher Begleitung.

3.     Phase: Nachbetreuung und weiteres Jobcoaching.

"eoPlus" arbeitet mit einem umfassenden Angebot, bestehend u.a. aus einer Eingangsuntersuchung, Gesundheitsfürsorge, ganzheitlichem Assessment mit Ausrichtung auf einen Arbeitsplan, Praxisjob auf dem ersten Arbeitsmarkt, zielgerichteter Qualifizierung und medizinisch-therapeutischer Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dabei geht es auch um eine schnellstmögliche Abklärung der Erwerbsfähigkeit im Sinne der Menschen. Die Teilnehmenden verpflichten sich zur Aktivität auch bei Einschränkungen. Ziele sind u.a. die Aktivierung zur Aufnahme einer Beschäftigung bzw. eines Praxisjobs, die Aktivierung über Sport- und Präventionsprogramme und eine rasche Integration in den Arbeitsmarkt.

Ein Erfolgsgrund von "eoPlus" ist, dass das Jobcenter gesundheitliche Einschränkungen als Vermittlungshemmnis begreifen kann, das heißt: Anstatt in einem langwierigen Prozess darauf zu warten, dass das Gesundheitssystem die individuellen Probleme in Angriff nimmt, wird versucht, diese im Kontext zur Wiedererlangung der Arbeitskraft zu lösen. Unter dem Leitthema "Heranführung an Arbeit" werden interdisziplinär Strategien entwickelt, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes befähigen sollen, auch nach einer langen krankheitsbedingten Arbeitsentwöhnung wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. An diesem Prozess sind Ärzte, Jobcoachs, Gesundheitscoachs sowie Fallmanagerinnen und -manager beteiligt.

Die Einführung der "eoPLUS"-Maßnahme hat einen wesentlichen Einfluss auf die Zugangssteuerung der Jobcenter. Nach der Antragstellung an den Service-Points gibt es drei Wege in den Vermittlungsprozess. Der erste Weg führt direkt in die bestehenden Work-First-Projekte (Einstiegsoffensiven). Dort münden alle Antragstellerinnen und Antragsteller. Falls sie gesundheitliche Einschränkungen angeben, werden diese im eingerichteten Service-Point "Gesundheit" festgestellt. Danach gibt es den Weg in das "eoPLUS"-Projekt. Wenn die gesundheitlichen Einschränkungen äußerst schwerwiegend sind, wird ein Prozess zur Ermittlung der Erwerbsfähigkeit angestoßen.