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Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz

15. Juli 2016

"ZIP Zukunft durch Integration in der Pflege" hilft Flüchtlingen bei der beruflichen Orientierung

Logo des Jobcenters Koblenz-Mayen
  • Schwerpunktthema Qualifizierung / Aus- und Weiterbildung
  • Zielgruppe Flüchtlinge / Asylbewerber/ Asylberechtigte

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Beim Projekt "ZIP Zukunft durch Integration in der Pflege" handelt es sich um eine sechsmonatige Orientierungsmaßnahme für anerkannte Flüchtlinge mit dem Ziel, diese für eine Qualifizierung oder eine Ausbildung im Pflegebereich zu gewinnen. Neben der Sprachförderung steht daher die Vermittlung von beruflichen Inhalten im Vordergrund.

Das Projekt "ZIP" wird vom Jobcenter des Landkreises Mayen-Koblenz in Kooperation mit der Rhein-Mosel-Fachklinik durchgeführt. Die Zusammenführung des jeweiligen Fachwissens der beiden Träger sichert ein breit aufgestelltes Angebot. Im Bereich des Jobcenters Mayen-Koblenz gibt es darüber hinaus eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, die sich für die Belange von Flüchtlingen flankierend einsetzen.

01.09.2015-31.08.2016

Im Bereich des Gesundheitswesens waren Mitte 2015 in der Region Mittelrhein (Landkreis Mayen-Koblenz, Koblenz, Neuwied, Landkreis Ahrweiler) 759 freie Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet (Arbeitsmarktreport Juni 2015). Dies war eine Steigerung von über 7% gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Jahr 2014 wurden dem Landkreis Mayen-Koblenz ca. 630 Asylbewerber zugewiesen. Im Jahr 2013 waren es 250. Für das Jahr 2015 wurden ca. 1.100 Personen erwartet. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Zuwanderungen in den kommenden Jahren dieses hohe Niveau beibehält bzw. ansteigen wird. Ebenso registrierte das Jobcenter Mayen-Koblenz eine steigende Anzahl von Flüchtlingen, die mit Erhalt ihres Aufenthaltstitels im Rahmen des SGB II betreut werden. Die größte Gruppe von 443 Personen kam aus Syrien. Die Anerkennungsberatungen im Land Rheinland-Pfalz verzeichnen einen Anstieg an Beratungen von Flüchtlingen, die in ihrem Heimatland einen Abschluss im Bereich des Gesundheitswesens erworben haben (Steigerung um 70%). Ebenso registrierte das Jobcenter, dass viele Flüchtlinge sich für Gesundheitsberufe interessieren.

Ziele des Projektes "ZIP" sind die Verbesserung von Sprachkenntnissen sowie die berufliche Orientierung von Flüchtlingen. Es geht dabei auch um ein gegenseitiges Kennenlernen: Die Flüchtlinge lernen das deutsche Gesundheitswesen kennen, die ansässigen Arbeitgeber wiederum potentielle neue Fachkräfte. Dies schafft eine breitere Basis für die Personalrekrutierung im Gesundheitswesen. Das gegenseitige Kennenlernen beinhaltet auch die Frage, wie Praktikums- und Arbeitsstellen an die Zielgruppe angepasst werden können.

Zielgruppe des Projekts „ZIP“ sind anerkannte Flüchtlinge, die bei ihrem Arbeitsvermittler im Jobcenter Mayen-Koblenz ihr Interesse an und ihre Eignung für eine Arbeit im Gesundheitswesen erkennen lassen.

Träger des Projekts ist das Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz in Kooperation mit der Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach. Die beiden vernetzen sich im Projekt "ZIP" mit dem Ziel der alternativen Bedarfsdeckung. Diese frühzeitige Vernetzung ist sinnvoll, damit die Träger vor Ort schnell Erfahrungen mit den Bedarfen der Geflüchteten sammeln. Die Erkenntnisse im Projekt "ZIP" führen zu einer Verschärfung der gesamten Jobcenterangebote für diese Zielgruppe.

Das Projekt "ZIP" dient der Sprachverbesserung, der beruflichen Orientierung sowie dem Kennenlernen der Arbeitswelt unter realen Bedingungen. Berührungsängste werden abgebaut und Verständnis zwischen den Kulturen geweckt. Die Teilnehmenden verbessern ihre Sprachkenntnisse durch täglichen Umgang im Team und mit den Patienten. Sie knüpfen Kontakte, lernen Menschen kennen und haben die Chance, sich zu orientieren und eine Zukunftsperspektive zu entwickeln.

Die Orientierungsmaßnahme beinhaltet ein Basis-Sprachmodul mit dem Schwerpunkt Pflege, Gesundheit und Medizin. Kombiniert wird das Sprachmodul mit praktischen Tätigkeiten in der Rhein-Mosel-Fachklinik. In die Maßnahme integriert ist auch die Anerkennung bereits erworbener Schul-, Studien- oder Berufsabschlüsse. Darüber hinaus sind eine individuelle Hilfeplanung und ein Coaching enthalten.

Wie sich gezeigt hat, ist die Kombination aus Spracherwerb und praktischer Tätigkeit sehr effektiv, denn Erlerntes kann sofort angewendet werden.

Mit Blick auf den Fachkräftebedarf im Gesundheitssystem, entsteht durch "ZIP" auch die Möglichkeit, aktiv Menschen für eine Tätigkeit in der Pflege zu gewinnen; denn so werden Neuankömmlinge bereits zu einem frühen Zeitpunkt mit möglichen Arbeitgebern direkt in Kontakt gebracht.

Wichtiger Bestandteil der Prozesssteuerung ist die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Arbeitsvermittlern im operativen Bereich des Jobcenters Mayen-Koblenz. Es gibt einen festen Ansprechpartner für beide Kooperationspartner und ein enger Kontakt zu den ansässigen Sprachkursträgern. Vom Jobcenter angefertigte Informationsbroschüren über "ZIP" wurden auch in arabischer Sprache erstellt. Darüber hinaus finden regelmäßige Gespräche mit den Geflüchteten statt. Das Projekt wird kontinuierlich in Sprachkursen und ehrenamtlichen Initiativen weiter beworben.