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Jobcenter Region Hannover

15. Juli 2016

"FIT AG – Förderung Integration Training zum Arbeitgeber" fördert langzeitarbeitslose Menschen mit psychischen Problemen

Logo Jobcenter Region Hannover.
  • Schwerpunktthema Gesundheitsförderung, Langzeitarbeitslosigkeit, Netzwerke ABC
  • Zielgruppe Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Langzeitarbeitslose, Menschen mit psychischen Erkrankungen

Logo des Jobcenters Hannover

Im Rahmen der Netzwerke für Aktivierung, Beratung und Chancen soll eine optimierte Betreuung von langzeitleistungsbeziehenden und langzeitarbeitslosen Menschen erreicht werden. Vom Jobcenter Region Hannover werden gemeinsam mit den Weiterbildungsträgern TERTIA und Diakovere Annastift die beiden Maßnahmen „Familien-Coaching-Center“ und „FIT AG – Förderung, Integration und Training zum Arbeitgeber“ durchgeführt.

Bei der FIT AG liegt der Fokus auf dem Erreichen von Integrationsfortschritten und der Integration der Teilnehmenden in Erwerbstätigkeit. Durch gezieltes vernetztes Handeln und die Kooperation mit den relevanten Akteuren und externen Partnern – wie beispielsweise Kommunen, Krankenkassen, Verbänden und Beschäftigungsträgern – sind die Netzwerke ABC ein guter Ansatz, um ein möglichst umfassendes Unterstützungsangebot für langzeitarbeitslose Leistungsberechtigte bereitzustellen.

15.02.2016-14.04.2017

In Niedersachsen hat sich der Arbeitsmarkt positiv entwickelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist stetig angestiegen. Auch in Hannover steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten an. Gleichzeitig ist im Agenturbezirk Hannover eine Zunahme der Arbeitslosenzahlen prognostiziert. Trotz guter Integrationsquoten von langzeitarbeitslosen Leistungsbeziehern machen Menschen mit einem Langzeitleistungsbezug von über 21 Monaten und damit verbunden auch oftmals Langzeitarbeitslosigkeit knapp 60% des Kundenklientels des Jobcenters Region Hannover aus. In der Region Hannover nehmen ca. 119.000 Menschen die Unterstützung durch das Jobcenter wahr.

Das Ziel der FIT AG besteht darin, ein Angebot für langzeitleistungsbeziehende und langzeitarbeitslose Menschen zu schaffen. Das Angebot verbindet eine ganzheitliche, umfassende und langfristig ausgerichtete Betreuung mit allen erforderlichen Unterstützungsleistungen. Dazu gehören neben inhaltlichen Fragen auch organisatorische, strukturelle und methodische Aspekte. Dabei sollen nicht nur bewährte Ansätze weiterentwickelt und ausgebaut, sondern auch alternative erfolgversprechende lntegrationskonzepte erprobt werden. Es geht um eine weitere Verbesserung und Professionalisierung der Integrationsarbeit im Jobcenter und bei allen beteiligten Kooperationspartnern. Dadurch sollen spürbare Erfolge bei der Vermeidung und Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit erreicht werden. Erfahrungen aus Modellprojekten zeigen, dass eine verbesserte Betreuung und enge Begleitung von Leistungsberechtigten in der Regel zu mehr nachhaltiger Integration in Arbeit führt.

Zielgruppe des Projekts sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit gesundheitlichen Einschränkungen – auch mit psychischen Problemlagen oder Krankheitsbildern. Der Fokus liegt dabei auf Langzeitarbeitslosen im Langzeitleistungsbezug. Zur Zielgruppe zählen auch Leistungsberechtigte, die in den letzten fünf Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren oder/und über einen Berufsabschluss verfügen. Zusätzlich können auch erwerbsfähige Leistungsberechtigte teilnehmen, die mindestens vier Jahre im Leistungsbezug stehen und in dieser Zeit überwiegend ohne Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt waren.

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen einer Maßnahme, die auf der Rechtsgrundlage von § 45 SGB III durchgeführt wird. Träger ist das Jobcenter Region Hannover. Die FIT AG wird von Diakovere Annastift Leben und Lernen gGmbH durchgeführt. Als weiterer aktiver Partner wird die Region Hannover, Fachbereich Soziales, die Durchführung von Gruppenangeboten im Rahmen der FIT AG beim Maßnahmeträger Diakovere Annastift Leben und Lernen gGmbH erproben.

Die FIT AG ist als Maßnahme zur Arbeitsförderung mit ergänzenden Angeboten zur Gesundheitsförderung konzipiert. Dies beinhaltet auch eine ärztliche und psychologische Begutachtung sowie eine diagnostische Einschätzung zur Erwerbsfähigkeit. Bestehende gesundheitliche Vermittlungshemmnisse sollen identifiziert und durch geeignete Angebote, durch psychosoziale bzw. psychologische Gruppenangebote sowie individuelles Coaching gemildert werden. Damit soll eine Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet und die soziale Teilhabe der Menschen ermöglicht werden.

Da es nicht den "typischen Langzeitarbeitslosen" bzw. die "typische Langzeitarbeitslose" gibt, werden im Rahmen der FIT AG alle örtlichen und individuellen Gegebenheiten genau analysiert und passende Angebote für die Menschen zur Stärkung ihrer Potenziale angeboten. Die Einzel- und Gruppenangebote im Rahmen der FIT AG werden seitens der Region Hannover durch weitere Gruppenangebote für die Themenbereiche der kommunalen Eingliederungsleistungen Schuldnerberatung, psychosoziale Betreuung und Suchtberatung ergänzt. Eine begleitende Forschung wurde in Auftrag gegeben, um die Wirkung der neuen Beratungs- und Unterstützungsansätze insbesondere hinsichtlich der erzielten Stabilisierungs- und Integrationsfortschritte zu bewerten.

Neben diesen Ansätzen ist auch die Abstimmung mit lokalen Akteuren wichtig. Dazu zählen die Träger von Maßnahmen, Berufsverbände, Kammern, Gesundheitseinrichtungen, Hilfsorganisationen und Anbieter von Sozialen Dienstleistungen. Die Netzwerkbildung ermöglicht die Umsetzung individueller Lösungsansätze. Deren Ziel ist, die Motivation der Kundinnen und Kunden durch realistische Entwicklungsperspektiven und einen kooperativen, wertschätzenden Hilfeprozess zu steigern. Flankierend werden praktische Erprobungen eingesetzt, um den Kundinnen und Kunden mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein zu geben sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber von den Potenzialen und der Arbeitsleistung zu überzeugen und so eine schrittweise Angliederung an den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Intensive Kontakte zwischen den Jobcoaches des Teams und regionalen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sind dabei von zentraler Bedeutung.

Zur Projektsteuerung sind auf der Seite des Jobcenter Region Hannover und bei Diakovere Annastift Leben und Lernen gGmbH jeweils ein Koordinator eingesetzt. Die Integrationsfachkräfte des Jobcenters Region Hannover werden in den Räumen von Diakovere Annastift Leben und Lernen gGmbH als Jobcoaches eingesetzt und bilden mit den Jobcoaches von Diakovere Annastift ein Team.