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Jobcenter Dortmund

15. Juli 2016

"ISPA – Inklusion in Sport und Arbeit im Wirtschaftsraum Dortmund" aktiviert und motiviert

Logo des Jobcenters Dortmund
  • Schwerpunktthema Gesundheitsförderung, Integration in Arbeit, Soziale Teilhabe
  • Zielgruppe Menschen mit Behinderung, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

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Das Modellprojekt "ISPA – Inklusion in Sport und Arbeit im Wirtschaftsraum Dortmund" wurde vom Jobcenter Dortmund, der Agentur für Arbeit Dortmund und der Grone Bildungszentren NRW gGmbH gemeinsam konzipiert. Über den Sport sollen die Chancen einer beruflichen Integration von schwerbehinderten Langzeitarbeitslosen sowie von Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht sind, gestärkt werden.

Mindestens 200 Teilnehmende sollen das Modellprojekt durchlaufen. Sie kommen zu 80% aus dem Rechtskreis SGB II. In drei Phasen sollen ihre Wettbewerbs-, Prozess- und Leistungsfähigkeit wiederhergestellt werden. Hierfür werden die Teilnehmenden in Unternehmen vermittelt und direkt am Arbeitsplatz gecoacht. Auf diese Weise soll die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreicht werden. Die individuelle Teilnahmezeit beträgt maximal neun Monate. Der neuartige Ansatz besteht darin, die Kontakte und Informationen der bestehenden Netzwerke in eine gemeinsame Strategie zur Inklusion in Sport und Arbeit zu überführen.

01.01.2016 – 31.12.2018

Dortmund hat einen hohen Anteil an Menschen mit Behinderung und in absoluten Zahlen die meisten Schwerbehinderten in Nordrhein-Westfalen. Der Arbeitsmarkt zeichnet sich durch hohe Arbeitslosigkeit und eine Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit und des Langzeitbezugs aus.


Die (Wieder-)Herstellung der Leistungsfähigkeit über Sport als Aktivierungsplattform soll die Motivation von Langzeitarbeitslosen steigern, eine Arbeit aufzunehmen und sich den Anforderungen des heutigen Arbeitsmarktes zu stellen. Der Integrationsweg über Sportvereine soll die Kontaktdichte zu Betriebsinhabern bzw. Personalverantwortlichen erhöhen und damit zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse schaffen. Die Öffentlichkeitsarbeit bei Sportevents und in Sportnetzwerken soll zu einer verstärkten Akzeptanz von Menschen mit Behinderung als Sportfreund bzw. Sportfreundin, Kollege bzw. Kollegin und Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerin führen.

"ISPA Dortmund" soll als neues Förderinstrument für die Zielgruppe der schwerbehinderten Langzeitarbeitslosen getestet und an den konkreten Gegebenheiten des Dortmunder Wirtschaftsraums evaluiert werden. Insgesamt soll das Modellprojekt zu einer deutlichen Erhöhung der Vermittlungsquote von schwerbehinderten Langzeitarbeitslosen führen. Ziel ist, 40% der schwerbehinderten SGB III-Bezieherinnen und -Bezieher und 25% der schwerbehinderten SGB II-Bezieherinnen und -Bezieher in Arbeit zu vermitteln. Während der dreijährigen Laufzeit sollen die neu gewonnenen Informationen und Erkenntnisse in die tägliche Arbeit der Rechtskreise SGB II und SGB III einfließen.

"ISPA Dortmund" richtet sich an Interessenten mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50, an Menschen mit einem GdB von mindestens 30 und einer Gleichstellung durch die Arbeitsagentur sowie an Menschen, die in eine Rehabilitationsmaßnahme vermittelt wurden.

Träger sind das Jobcenter Dortmund, die Arbeitsagentur Dortmund und die Grone Bildungszentren NRW gGmbH. Kooperationspartner sind der Stadtsportbund, die Behindertensportverbände und etwa 600 Sportvereine aus Dortmund. Unterstützt wird das Projekt durch die Stadt Dortmund, die städtischen Sport- und Freizeitbetriebe, die Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund, die Handwerkskammer Dortmund und die Industrie- und Handelskammer Dortmund.

Die Kernidee von "ISPA Dortmund" ist, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen über den Sport ins Arbeitsleben zu integrieren.

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:

1. Erarbeitung eigener Berufs- und Entwicklungsperspektiven durch Erhebung von Fähigkeiten und Kenntnissen in allen Fragen rund um den beruflichen Wiedereinstieg. Unterstützt wird dieser einmonatige Baustein durch ein Angebot von sportlichen Grundkursen, die zur Förderung der Grundfitness beitragen sollen.

2. Vertiefung der Berufs- und Entwicklungsperspektive mit dem Baustein Arbeit. Hier wird die Aufnahme eines betrieblichen Praktikums angestrebt. Es soll eine Platzierung direkt am Arbeitsplatz erfolgen. Dieser zweimonatige Baustein wird durch die Integration in einen Sportverein nach Wunsch des Teilnehmers unterstützt. Angestrebt wird eine Teilnahme am Vereinssport und somit ein Ausbau des persönlichen Netzwerks.

3. Praktikum in einem oder mehreren Betrieben.

Ziele des Projekts sind die Identifizierung eines Arbeitsplatzes und der notwendigen Arbeitsbedingungen (bezogen auf die Behinderung) sowie der Aufgabenbereiche, die der eigenen Leistungsfähigkeit entsprechen sowie die Vermittlung in Arbeit. Eine Unterstützung während der Probezeit wird angeboten.

In Dortmund gibt es bereits Netzwerke für inkludierten Sport wie der dem Stadtsportbund zugehörige Reha- und Behindertensportverband Dortmund 51 e.V. sowie Netzwerke zur Inklusion in Arbeit wie "Inklusion im Handwerk" unter Federführung der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe. Eine Verbindung von Sport und Arbeit, also einen Brückenschlag zwischen sportlicher Aktivierung und verstärkter Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt, gibt es jedoch bisher nicht. Dieses Bündnis soll mit dem Modellprojekt "ISPA Dortmund" geschaffen werden.

Die Einrichtung einer paritätisch besetzten Steuerungsgruppe aus Agentur für Arbeit und Jobcenter sowie aus den Grone Bildungszentren NRW gGmbH soll zu einer verstärkten Zusammenarbeit an den Schnittstellen der Rechtskreise SGB II und SGB III führen. Die Teilnehmenden an "ISPA Dortmund" sollen im Übergang der Rechtskreise konstruktiv, zeitsparend und ressourcenminimiert begleitet werden.