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Jobcenter Delmenhorst

5. Juli 2017

Injob – Berufliche Integration Langzeitarbeitsloser mit Suchtproblematik

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  • Schwerpunktthema Langzeitarbeitslosigkeit, Coaching und Beratung, Integration in Arbeit, Soziale Teilhabe
  • Zielgruppe Langzeitarbeitslose, Menschen mit psychischen Erkrankungen

Menschen mit einer akuten oder früheren Abhängigkeitserkrankung scheitern bei der Arbeitssuche oft daran, eine geregelte Tagesstruktur zu verfolgen. Hier setzt das Projekt „Injob“ des Jobcenters Delmenhorst an. Das niedrigschwellige Angebot ermöglicht es Arbeitsuchenden mit Suchtproblemen, durch einfache handwerkliche Tätigkeiten in einen geregelten Alltag zurückzufinden. Unter sozialpädagogischer Betreuung sollen sie einen bewussten oder abstinenten Umgang mit Suchtmitteln erreichen.

Das Projekt läuft seit Anfang September 2016 bis Ende August 2018.

Die Arbeitsmarktstatistik hat sich in Delmenhorst positiv entwickelt. Seit März 2016 liegt die Arbeitslosenquote konstant unter der des Vorjahres. Die Quote von 7,9 % im April 2017 unterschreitet deutlich den Vorjahreswert von 8,6 %. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Vergleich zu 2015 um 3,0 % gestiegen. Ein wesentlicher Grund für die Abnahme der Arbeitslosigkeit liegt in der Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente. Insofern ist auch die Unterbeschäftigung gestiegen, die Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt. Sie belief sich im April 2017 auf 5.930 Personen. Das waren 428 mehr als im Vorjahresmonat. Mit 76,8 % ist der Beschäftigungsanteil im Dienstleistungssektor in Delmenhorst besonders stark ausgeprägt. In Niedersachsen und Bremen liegt er bei 69,5 %, auf Bundesebene bei 70,2 %.

Eine regelmäßige Tagesstruktur für Menschen mit einer suchtproblematischen Vergangenheit soll in einem geschützten Rahmen stabilisiert und gefestigt werden.

Das Angebot richtet sich an Menschen, die einen abstinenten oder bewussten Umgang mit Suchtmitteln erreichen wollen, eine sinnvolle Beschäftigung suchen und für die eine vollständige Rückkehr in das Berufsleben noch nicht probat wäre. Die berufliche Vorbildung ist bei der Zuteilung der zwölf zur Verfügung stehenden Plätze nebensächlich.

Träger des Projekts ist die AWO-Trialog Weser-Ems GmbH. Die AWO bietet seit langer Zeit eine Drogenberatung an und ist daher mit den lebensbiografischen Rahmenbedingungen von Menschen mit einer suchtproblematischen Vergangenheit vertraut und sensibilisiert. Diese Erfahrungen kommen dem Projekt zugute und garantieren eine realitätsnahe Herangehensweise im Umgang mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen über die Arbeitsvermittlerin bzw. den Arbeitsvermittler oder die Fallmanagerin bzw. den Fallmanager des Jobcenters in das Projekt. Außerdem wird einmal wöchentlich eine offene Sprechstunde angeboten, in der sich Interessierte über das Projekt informieren können. Eingesetzt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann von der AWO-Trialog. Je nach Absprache umfasst die Arbeitszeit 15 bis 30 Wochenstunden und ist flexibel gestaltet, sodass die Kundinnen und Kunden sie auf Wunsch erhöhen oder reduzieren können.. Das Kerninteresse des Projekts ist es, eine Tagesstruktur entstehen zu lassen und somit die Teilnehmenden zu stabilisieren. Durch Arbeit und Arbeitsgelegenheiten soll Perspektivlosigkeit überwunden, Belastbarkeit trainiert und mit Hilfe von sozialpädagogischer Begleitung problematischer Drogenkonsum thematisiert werden. Zu den Aufgaben gehören einfache Instandhaltungsmaßnahmen und Hausmeisterhelfertätigkeiten bei öffentlich zugänglichen Einrichtungen wohlfahrtsverbandlicher und kommunaler Institutionen. Zwei erfahrene Handwerker und zwei Sozialpädagoginnen begleiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fachlich und leiten sie an.