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Jugendberufsagentur
Kaiserslautern

16. Mai 2017

Junge Menschen gemeinsam unterstützen

Mann berät junger Frau
Jugendberufsagenturen bündeln die Beratungsleistungen von drei Sozialleistungsträgern: von Jobcenter, Agentur für Arbeit und Jugendamt. Quelle: iStock

In der Jugendberufsagentur Kaiserslautern haben sich Jobcenter, die Berufsberatung der Agentur für Arbeit und das Jugendamt der Stadt zusammengeschlossen, um jungen Menschen beim Einstieg in das Berufsleben zu unterstützen. Gemeinsam helfen sie den jungen Menschen, den passenden Beruf bzw. die passende Ausbildung oder das passende Studium zu finden, aber auch Probleme in Schule oder Elternhaus zu bewältigen. Wir haben mit Vertreterinnen und Vertretern der drei Institutionen über ihre Zusammenarbeit in der Jugendberufsagentur gesprochen.

Die Amtswege haben sich verkürzt

Andrea Gräbel, Jobcenter Stadt Kaiserslautern

Die Jugendberufsagentur Kaiserslautern hilft Jugendlichen, einen Beruf, eine passende Ausbildung oder ein geeignetes Studium zu finden. Unsere Aufgabe ist es, die jungen Menschen gemeinsam mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und dem Jugendamt der Stadtverwaltung dazu zu beraten und dabei zu unterstützen. Die enge Zusammenarbeit mit den beiden Einrichtungen hat vieles erleichtert: Jugendliche wurden in der Vergangenheit oftmals zu viel oder parallel betreut. Diese Doppelstruktur wird nun vermieden.

Die Jugendberufsagentur kümmert sich ganzheitlich um die Jugendlichen. Alle Aspekte, die für die Berufsfindung wichtig sind, können nun berücksichtigt werden.

Ich persönlich sehe den Vorteil vor allem darin, dass sich die Amtswege verkürzt haben und uns die Ansprechpartner der jeweiligen Einrichtungen bekannt sind. Da es wichtig ist, Jugendliche entsprechend zu beraten und zu fördern, halte ich es für sinnvoll, weitere Netzwerkpartner mit ins Boot zu holen. Schuldnerberatungen und Drogenberatungen können in vielen Fällen Unterstützung bieten. Wir als Jobcenter sind vor allem durch die starke personelle Besetzung ein wichtiges Element der Jugendberufsagentur und sind froh, Teil dieser Organisation zu sein.

Mehr Jugendliche können erreicht werden

Oliver Busch, Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens

Als Berufsberatung der Agentur für Arbeit sind wir wichtiger Teil der Jugendberufsagentur Kaiserslautern. Für Jugendliche bieten wir qualifizierte Berufs- und Studienberatung, für das Jobcenter und das Jugendamt dienen wir als wichtiger Ansprechpartner. Durch die Zusammenarbeit mit diesen Institutionen hat sich ein klarer Vorteil ergeben: Mehr Jugendliche können erreicht werden! Wir erreichen Jugendliche auch außerhalb der Schule: junge Menschen, die unser Beratungsangebot nicht kannten und Jugendliche, die zuvor nur im SGB II verortet waren.

In der Jugendberufsagentur Kaiserslautern werden alle Leistungen unter einem Dach angeboten. Dieses One-Stop-Government wird von den Jugendlichen sehr begrüßt. In der Vergangenheit wurde zwar auf die Angebote der unterschiedlichen Einrichtungen aufmerksam gemacht, genutzt wurden diese jedoch nur selten.

Neben der Kompetenzbündelung bieten wir einen niederschwelligen Zugang: Eine feste Personalkraft dient als sofortiger Ansprechpartner für Jugendliche. Es ist keine Terminvereinbarung notwendig, und sie müssen nicht warten. Die Jugendberufsagentur Kaiserslautern hat vieles erleichtert, und die Jugendlichen kommen gerne.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Reiner Schirra, Stadtverwaltung Kaiserslautern, Referat Jugend und Sport

Für uns als Jugendamt aber auch für die anderen Kooperationspartner hat die Zusammenarbeit in der Jugendberufsagentur positive Veränderungen herbeigeführt: Handlungsabläufe werden sowohl für Jugendliche als auch die einzelnen Akteure transparenter.

In der Vergangenheit haben die Partner in unterschiedlichen Gebäuden gearbeitet und die Kooperation war weniger intensiv. Durch die enge gemeinsame Arbeit ist das gegenseitige Verständnis gewachsen. Es herrscht eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Jobcenter, Arbeitsagentur und Jugendamt bemühen sich gemeinsam, noch mehr für Jugendliche zu erreichen. Vor kurzem haben wir einen Handlungsleitfaden erstellt, der allen Akteuren Orientierung bietet. Bei regelmäßigen Treffen reflektieren wir gemeinsam Fallverläufe.

Die Jugendlichen reagieren sehr gut auf das Konzept der Jugendberufsagentur: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es ihnen leichter fällt, mit der Jugendberufsagentur Kontakt aufzunehmen als zum Beispiel direkt mit dem Jobcenter. Die Hemmschwelle ist also gesunken.

Gemeinsam mit dem Jugendlichen werden Ziele gesetzt und ein Plan erstellt, um im Berufsleben Fuß zu fassen. Es ist wichtig, die jungen Menschen aktiv in die Hilfeplanung miteinzubeziehen.