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Jugendberufsagentur für den Landkreis Ludwigsburg

9. Oktober 2017

Logo Jobcenter Landkreis Ludwigsburg
  • Schwerpunktthema Berufsorientierung
  • Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene / U25

Die Jugendberufsagentur für den Landkreis Ludwigsburg wurde 2015 gegründet. Kooperationspartner sind das Landratsamt Ludwigsburg (mit dem Jobcenter und der Jugendhilfe), die Agentur für Arbeit Ludwigsburg und das Staatliche Schulamt Ludwigsburg. Die von Beginn an enge Zusammenarbeit mit den Schulen des Landkreises ist eine Besonderheit dieser Jugendberufsagentur für den Landkreis Ludwigsburg, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – wie in vielen anderen Flächenlandkreisen – zwar nicht „unter einem Dach“ arbeiten, aber dennoch eine sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegen.

Die Jugendberufsagentur für den Landkreis Ludwigsburg existiert seit dem 09.06.2015.

Im Landkreis Ludwigsburg herrschen mittelständische Betriebe vor. Die nach Wirtschaftsleistung und Beschäftigung wichtigsten Branchen im produzierenden Gewerbe sind der Fahrzeugbau, der Maschinenbau, das Metallgewerbe, die Elektrotechnik und das Baugewerbe. Die strukturstarke Region beheimatet auch erfolgreiche Großkonzerne: 17 Unternehmen aus dem Landkreis Ludwigsburg gehören zu den mitarbeiterstärksten Firmen im Südwesten. Diese gute Stimmung am Arbeitsmarkt drückt sich auch in der relativ konstant niedrigen Arbeitslosenzahl aus.

Als ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung gilt den Betrieben der Fachkräftemangel, der auch an den Ausbildungsmarktzahlen ersichtlich wird. So wurden Ende Juli 2017 etwa 500 freie Ausbildungsstellen für das erste Halbjahr gemeldet – im Einzelhandel ebenso wie im KFZ-Gewerbe und in medizinischen Ausbildungsberufen. Die Zahl der Ausbildungsstellen (2866, bei einer Zunahme von 2,1 Prozent) übertraf dabei leicht die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber (2855, bei einer Zunahme von 4,3 Prozent).

Die Jugendberufsagentur für den Landkreis Ludwigsburg verfolgt das Ziel, die verschiedenen Beratungs-, Betreuungs- und Vermittlungsangebote aus den Sozialgesetzbüchern II, III und VIII wirksamer zu bündeln und eng miteinander zu verzahnen. Sie will junge Menschen umfassend unterstützen und ihnen ausgehend von ihren individuellen Interessen und Fertigkeiten berufliche Perspektiven eröffnen. Doppelstrukturen sollen vermieden und bei Bedarf, ein direkter und persönlicher Kontakt zu möglichen Anlaufstellen vermittelt werden – unabhängig davon, ob die jungen Menschen zunächst vom Jugendhilfeträger, vom Jobcenter oder von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit betreut werden.

Das Projekt richtet sich an junge Menschen bis 25 Jahre.

Kooperationspartner sind das Landratsamt Ludwigsburg mit dem Jobcenter (Fachbereich 44) und der Jugendhilfe (Fachbereiche 40/41), die Agentur für Arbeit Ludwigsburg und das Staatliche Schulamt Ludwigsburg.

Der Landkreis Ludwigsburg hat rund 534.000 Einwohnerinnen und Einwohner und nimmt seit dem 01.01.2012 in alleiniger Zuständigkeit die Aufgaben nach dem SGB II wahr.

Das kommunale Jobcenter Landkreis Ludwigsburg verfolgt dabei einen an der Bedarfsgemeinschaft orientierten Ansatz: Eine Vermittlungsfachkraft sowie ein Sachbearbeiter bzw. eine Sachbearbeiterin der Leistungsgewährung betreuen jeweils alle Leistungsberechtigten, die gemeinsam in einer Bedarfsgemeinschaft leben. So können zielführende Strategien des Förderns und Forderns sowie ein ganzheitlicher Lösungsansatz zur Beendigung der Hilfebedüftigkeit entwickelt werden.

Neben den Leistungs- und Vermittlungsteams gibt es Organisationseinheiten mit Sonderaufgaben. So wurde das Team „U25/Ausbildungsstellenvermittlung“ gebildet, das eine spezialisierte Beratungsleistung erbringt. Es betreut Schülerinnen und Schüler und Ausbildungssuchende aller Altersgruppen. Außerdem unterstützt das Team Auszubildende und junge Menschen mit abgebrochener Ausbildung sowie jene, bei denen ein Abbruch der Ausbildung droht.

Darüber hinaus verfügt das Jobcenter Landkreis Ludwigsburg über eine eigene Firmenberatung. Diese leistet einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Die Vermittlung ist sowohl arbeitgeber- als auch bewerberorientiert. Dementsprechend werden die regionalen Wirtschaftsbetriebe bei der Personalsuche und -auswahl durch die Firmenberatung unterstützt und beraten.

Die Jugendberufsagentur für den Landkreis Ludwigsburg wurde im Juni 2015 gegründet. Ihre Angebote richten sich an junge Menschen unter 25 Jahren und bündeln die Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II, III und VIII. Sie ist aber keine neue Institution, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kooperationspartner verbleiben bei ihren jeweiligen Arbeitgebern: Es gibt keine Änderungen im Hinblick auf Fallverantwortlichkeiten und Kostenträgerschaft.

Damit der Übergang von der Schulzeit in eine berufliche Ausbildung gelingt, bedarf es im Einzelfall einer engen Zusammenarbeit und Abstimmung. Kein junger Mensch soll die Schule ohne konkrete Perspektive verlassen. Ein starker Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit den Schulen. So können Unterstützungsbedarfe früh erkannt und entsprechende Hilfen eingeleitet werden, bevor sich Problemlagen verfestigen. Daher ist das Staatliche Schulamt Ludwigsburg Gründungsmitglied der Jugendberufsagentur.

Auch die berufliche Orientierung hat einen hohen Stellenwert. Indem arbeitsmarktpolitische Instrumente frühzeitig und passgenau eingesetzt werden, sollen Jugendliche mit erweitertem Unterstützungsbedarf erfolgreich zu einer Ausbildung finden. Ein erweiterter Hilfebedarf für junge Menschen zeigt sich oft an der fehlenden Unterstützung durch das Elternhaus, an labilen Beziehungsstrukturen in der Familie und im gleichaltrigen sozialen Umfeld, bei Schülerinnen und Schülern mit Schulproblemen, bei begrenzten finanziellen Mitteln bzw. Verschuldung, Wohnungslosigkeit, Suchtmittelmissbrauch, psychischen Erkrankungen und geringer Berufsorientierung. Nach wie vor müssen auch die Bildungs- und Ausbildungschancen junger Menschen mit Migrationshintergrund verbessert werden. An den Schulen gibt es Beratungsangebote der Jugendhilfe und Jugendberufshilfe, unterstützend zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit und der beruflichen Beratung der Schule selbst.

Einerseits wird es für viele junge Leute immer schwieriger, bei der Vielzahl an Möglichkeiten den passenden Beruf zu finden. Andererseits haben Unternehmen immer größere Probleme, genügend geeignete Auszubildende zu finden. Hier spielen auch die jungen Geflüchteten eine Rolle. Für sie entwickelte die Jugendberufsagentur eine „Profilmappe“ zur Berufswegeplanung. So sollen insbesondere unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zielgerichteter in den Beruf finden und entsprechend ihrer Fähigkeiten unterstützt werden. Dies erfordert die verbindliche Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen, die durch die gemeinsame Entwicklung und Verabschiedung des Berufswegeplanes besiegelt wurde. Die Stelle, mit der die jungen Menschen zuerst in Kontakt stehen, übergibt und bespricht den Plan. Das ist in der Regel der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes. Anschließend kann das Papier, das alle wesentlichen Daten der jungen Menschen enthält, bei jedem weiteren Beratungskontakt vorgelegt werden. So wird eine durchgängige Beratung sichergestellt und nicht jede Institution muss die Daten neu erheben. Nach einem Termin wird ein Rückmeldebogen ausgefüllt und an die anderen beteiligten Systeme weitergeleitet.

Die Jugendberufsagentur kann sich in den nächsten Jahren zu einer Drehscheibe für ein „Übergangsmanagement“ mit einer Wegweiser- und Monitoring-Funktion im Landkreis entwickeln. Dazu soll die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern intensiviert werden: mit den Betrieben und Kammern, dem Bildungsbüro der Bildungsregion, der Schulsozialarbeit an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, der Mobilen Jugendarbeit, der offenen Jugendarbeit und freien Trägern im Bereich der Jugendberufshilfe.

Die vom Landratsamt Ludwigsburg koordinierte Zusammenarbeit gliedert sich in die folgenden Ebenen:

• Institutionell-strategische Ebene: Die Führungsebenen treffen sich regelmäßig, um die operativen Ziele abzustimmen und strategische Handlungsfelder weiterzuentwickeln.

• Operationale Fallebene: Es finden trägerübergreifende Fallkonferenzen statt. In der Regel vierteljährlich, in dringenden Fällen können aber auch kurzfristig Termine auf der operativen Ebene vereinbart werden. Jeder Netzwerkpartner kann Fälle einbringen und benennt die teilnehmenden Fachkräfte. Es gibt Fallbesprechungen unter Teilnahme des betroffenen jungen Menschen und den zuständigen Fachkräften der Netzwerkpartner.

• Netzwerkebene: Es gibt gemeinsame Dienstbesprechungen. Außerdem kann bei den Netzwerkpartnern hospitiert werden, und es werden grundlegende Informationen ausgetauscht, zum Beispiel über Arbeitsabläufe und Organisationsaufbau.

Das Fundament für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bilden die wechselseitige Anerkennung von Aufgaben und Kompetenzen und die wertschätzende Grundhaltung gegenüber dem jeweiligen Kooperationspartner. Konkrete Erfolge durch die gemeinsamen Fallkonferenzen zeigen, dass rechtskreisübergreifende Lösungen auch bei schwierigen Einzelfällen möglich sind. Das Staatliche Schulamt Ludwigsburg als Gründungsmitglied der Jugendberufsagentur ist ein wertvoller Netzwerkpartner an der Schnittstelle zu den Schulen.

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