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Hintergrund

Mit den Netzwerken für Aktivierung, Beratung und Chancen will das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Betreuung langzeitarbeitsloser Menschen weiter verbessern.

Stadtplan mit Stecknadeln

Während immer mehr Menschen in Deutschland in Arbeit finden, gibt es leider einen über die vergangenen Jahre stabilen Anteil, der von dieser positiven Entwicklung nicht profitieren kann: Seit 2010 sind nahezu konstant rund eine Million Menschen in Deutschland langzeitarbeitslos. Von insgesamt 2,9 Millionen Arbeitslosen 2014 stellen Langzeitarbeitslose also etwa ein Drittel. Fast die Hälfte von ihnen ist seit mindestens zwei Jahren erwerbslos, rund 20 Prozent sogar schon vier Jahre oder länger.

Dabei zeigen sich im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit zunehmend Tendenzen der Verfestigung: Der Anteil derjenigen, deren Chancen am Arbeitsmarkt eher ungünstig sind, steigt ebenso wie die Dauer der Langzeitarbeitslosigkeit. So erhöhte sich in den vergangenen Jahren z. B. der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die bereits zwei oder mehr Jahre arbeitslos sind. Nach einer Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung von 2015 liegt derzeit die Wahrscheinlichkeit, aus Langzeitarbeitslosigkeit in eine ungeförderte Beschäftigung zu wechseln, durchschnittlich bei nur etwa 1,5 Prozent pro Monat – aus der Kurzzeitarbeitslosigkeit heraus ist sie etwa sechsmal so hoch.

Daher kommt der Vermeidung und dem Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit eine besondere Bedeutung zu: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mit dem Konzept „Chancen eröffnen – soziale Teilhabe sichern" ein entsprechendes Maßnahmepaket auf den Weg gebracht. Ein Teil des Konzepts sind die Netzwerke für Aktivierung, Beratung und Chancen. Ziel ist es, die Menschen mit ihren individuellen Problemlagen, Stärken und Schwächen noch besser kennenzulernen und ihnen Unterstützungsleistungen „aus einer Hand" anzubieten. Dazu zählen Angebote von Ländern und Kommunen genauso wie von Krankenkassen und Reha-Trägern. Die Jobcenter in Deutschland bringen hierfür die nötige Expertise mit, unter anderem durch die Erfahrungen im Bundesprogramm „Perspektive 50plus".