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Visionen für die Jobcenter der Zukunft

30. August 2017

Grafik Netzwerke SGB II

Was können die Jobcenter tun, um die vielfältigen Aufgaben und Erwartungen, die an sie gestellt werden, in Zukunft noch besser zu erfüllen? Für welche Leistungen stehen sie, was sind ihre Ziele und Visionen? Und wie gelingen Imagewandel und Organisationsentwicklung im komplexen Rechtssystem des SGB II?

Diesen und weiteren Fragen stellten sich auf der Zukunftswerkstatt der Servicestelle SGB II am 19. Juni 2017 mehr als 50 Geschäftsführungen und Kommunikationsverantwortliche von Jobcentern aus ganz Deutschland. In mehreren Workshops entwickelten die Jobcenter-Experten für ihre Organisationen und aus unterschiedlichen Perspektiven mittel- und langfristige Ziele und diskutierten Schritte und Maßnahmen, die aus ihrer Sicht notwendig sind, um aus ihren Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

Jobcenter? Partner für Arbeit und Leben!

„Kinderarmut ist kein Thema mehr“, „Wir haben für jeden Menschen ein passendes Angebot“, „Jobcenter sind der Partner für Arbeit und Leben“ ... Bei ihren Visionen nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem die eigenen Beratungsangebote in den Blick. Als ein wichtiges Ziel wurde festgehalten, dass die Jobcenter sich als „moderner Dienstleister“ und „Lotse in der Region“ profilieren wollen. Neben einer noch stärkeren Orientierung an den Bedarfen der Kundinnen und Kunden diskutierten die Geschäftsführungen u.a. die Chancen der Digitalisierung für eine bessere Erreichbarkeit, mehr Transparenz und eine verbesserte Dienstleistung für eigene Kundinnen und Kunden. Sie tauschten sich über den Umgang mit Fehlern, die Organisationsentwicklung und Instrumente zur Stärkung und Unterstützung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die trotz fachlicher Kompetenz und hohem Engagements oftmals zum „Blitzableiter“ für Fehler im System werden.

Fäden der Zusammenarbeit knüpfen

Dabei wurde auch deutlich: Allein werden die Jobcenter ihre Visionen nicht erreichen können. Um Arbeitsuchenden eine nachhaltige Perspektive bieten zu können, sind die Jobcenter abhängig von einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Sozialverbänden, kommunalen Einrichtungen und weiteren Partnern. Als „Anwälte der Menschen“ müssen die Jobcenter Überzeugungsarbeit leisten und Vorurteilen gegenüber der Leistungsfähigkeit und dem Leistungswillen von SGB-II-Beziehern entgegentreten. Und sie müssen die Fäden, die zur Arbeitsmarktintegration ausgelegt sind, im Interesse der Menschen verknüpfen.

Leistungen stärker sichtbar machen

Das Jobcenter der Zukunft, so die Vision der Teilnehmenden, bündelt im eigenen Haus alle relevanten Beratungsleistungen und ist erster und wichtigster Ansprechpartner am Arbeitsmarkt. Um dies zu erreichen, so die selbstkritische Einschätzung der Zukunftswerkstatt, müssen die Jobcenter ihre Leistungen sichtbarer machen, sich um die Stärkung der regionalen Netzwerke bemühen und die Gestaltungsspielräume, die ihnen das SGB II bietet, aktiver als bislang nutzen.