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3 Fragen an Jürgen Steinmetz

15. September 2017

“Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen”, besagt ein chinesisches Sprichwort. Jürgen Steinmetz zählt sich zur zweiten Gruppe. Er ist Teamleiter Leistung, stellvertretender Geschäftsführer und Beauftragter für den Haushalt (BfdH) im Jobcenter Lankreis Lichtenfels.

Porträtfoto von Jürgen Steinmetz aus dem JC Lichtenfels

Servicestelle SGB II: Was macht die Arbeit in einem kleinen Jobcenter besonders?

Jürgen Steinmetz: Die Aufgaben unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr vielfältig. Denn mit weniger Angestellten bewältigen wir die gleiche Bandbreite an Dienstleistungen. Auch für mich als Beauftragter für den Haushalt bedeutet das eine große Komplexität.
Ein besonderer Vorteil, der sich aus dieser Kleingliedrigkeit ergibt, sind die kurzen Wege. So kenne ich beispielsweise in der Ausländerbehörde die entsprechenden Ansprechpartner und weiß, an wen ich mich direkt wenden kann. Auch unsere Kundinnen und Kunden kennen wir in einem kleineren Landkreis natürlich besser.

Servicestelle SGB II: Mit welchen Strategien bewältigen Sie die Komplexität Ihrer Aufgaben?

Jürgen Steinmetz: Hier sind Eigeninitiative und Kommunikation gefragt. Es ist wichtig, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Denn Netzwerke sind für ein erfolgreiches Arbeiten unersetzlich: Nur durch die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Experten in einem Bereich können wir die Komplexität bewältigen.
Auch Interesse am Thema ist zentral. Zwar ist das Angebot für BfdH an Seminaren und Weiterbildungen noch verbesserungswürdig, aber wir haben in Würzburg einen sehr engagierten internen Service, der sich um eine praktische Unterstützung der BfdH sehr bemüht. So gibt es beispielsweise halbjährliche Treffen der Haushaltsbeauftragten, die einen Erfahrungsaustausch ermöglichen.
Ich persönlich finde es wichtig, sowohl die eigenen Arbeitsschritte als auch die generellen Strukturen immer wieder zu hinterfragen und dabei flexibel zu sein. Denn es ist mir ein großes Anliegen, die Jobcenter zukunftsfähig zu machen. Eine Möglichkeit, die ich hier zum Beispiel sehe ist, dass spezialisierte BfdH für mehrere kleine Jobcenter zuständig sind.

Servicestelle SGB II: Sie sind leidenschaftlicher Sportler, inwiefern hat das Ihr Arbeitsleben beeinflusst?

Jürgen Steinmetz: Nach beruflichen Stationen beim Bund, beim Freistaat Bayern und in verschiedenen kommunalen Bereichen arbeite ich seit 2013 im Jobcenter Landkreis Lichtenfels.

Der Sport hat mir über die beruflichen Veränderungen hinweg stets Stabilität gegeben: Ich habe 1999 einen Sportverein gegründet und bin dort 1. Vorstand und Cheftrainer, veranstalte Läufe und habe selbst schon den Ironman bestritten.

Außerdem bin ich gelernter Handballtrainer. Ich sehe im Mannschaftssport durchaus Parallelen zur Arbeit im Jobcenter: Du bist abhängig von deinem Nebenmann, der muss dir den Pass zuspielen. Wenn bei einer Meisterschaft derjenige, von dem es keiner erwartet, letztendlich das entscheidende Tor schießt, dann haben wir etwas richtig gemacht.