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Jobcenter Bergstraße

30. Januar 2018

Menschen mit Behinderungen stehen in der Arbeitswelt vor großen Herausforderungen: Welche Tätigkeiten kann ich mit meiner Einschränkung ausüben? Welche beruflichen Alternativen gibt es für mich? Wer hilft mir ganz individuell weiter? Das Projekt „Eingliederung schwerbehinderter Menschen Bergstraße“ (ESB) bietet umfangreiche Hilfe, Beratung und Unterstützung bei der Beantwortung dieser Fragen. Ziel ist ein Mehr an Lebensqualität durch eine nachhaltige berufliche Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Logo JC Bergstraße
  • Schwerpunktthema Integration in Arbeit
  • Zielgruppe Menschen mit Behinderung

1. November 2016 bis 31. Oktober 2019.

Das Projekt ist Teil des Programms der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen vom 18.12.2013.

Die Wirtschaftsregion Bergstraße, zwischen den zwei Metropolregionen Rhein-Neckar und Rhein-Main gelegen, bietet den Menschen im Flächenlandkreis mit vielen kleinen und mittleren Unternehmen einen stabilen Stellenmarkt und damit gute Erwerbsmöglichkeiten. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 3,7 Prozent; auch die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit rund 2 Prozent in einem sehr niedrigen Bereich.

Gesamtziel des Projektes ist die nachhaltige Integration schwerbehinderter, erwerbsloser Menschen aus den Rechtskreisen SGB II und SGB III in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Parallel dazu sollen in der Region die strukturellen Rahmenbedingungen so verbessert werden, dass die regionalen Unternehmen und Institutionen das Thema Inklusion in ihr Tagesgeschäft übernehmen. Ziel ist also die Initiierung eines Dialogs zwischen Arbeitgebern und schwerbehinderten Menschen.

Angesprochen sind erwerbslose Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung aus den Rechtskreisen SGB II und SGB III, die zusätzlich gesundheitliche Einschränkungen aufweisen, durch die eine Integration in Ausbildung oder Arbeit nicht möglich oder erschwert ist. Das Projekt kann gleichzeitig bis zu 30 Teilnehmende betreuen.

Träger des Projektes ist der Neue Wege Kreis Bergstraße in Kooperation mit dem Bildungsträger Softdoor GmbH. Ein weiterer Netzwerkpartner ist die örtliche Agentur für Arbeit, deren schwerbehinderten Kunden das Projekt ebenfalls offensteht.

Die Kernidee des ESB-Projekts ist es, durch zielgerichtetes Gesundheits- und Vermittlungscoaching die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Projekt umfasst ein breites Angebot, das individuell ausgewählt und unterbreitet werden kann. Darunter fallen eine Eingangsuntersuchung, Gesundheitsfürsorge, ganzheitliches Assessment mit Ausrichtung auf einen Arbeitsplan und eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, zielgerichtete Qualifizierung sowie eine medizinisch-therapeutische Unterstützung. Die Teilnahme am Projekt ist für Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Verpflichtung verbunden, ihre berufliche Eingliederung im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv zu unterstützen.
Unter dem Leitthema „Heranführung an Arbeit“ werden interdisziplinäre Strategien entwickelt, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befähigen sollen, auch nach einer langen Arbeitslosigkeit wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Bei der Anbahnung in Arbeit oder Ausbildung werden auch Institutionen wie der Landeswohlfahrtsverband, die Agentur für Arbeit und der Integrationsfachdienst einbezogen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten lange Einzelgesprächszeiten, eine ausführliche Potenzialanalyse, individuelle IT-Schulungen und andere Informationsangebote, die ihnen den Austausch sowohl mit Arbeitgebern als auch mit anderen schwerbehinderten Menschen ermöglichen.

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:

1 – Feststellungsphase
Medizinisch-psychologische Anamnese, Potenzialanalyse und Orientierungsgespräche mit dem interdisziplinären Team, Erstellen eines Integrationsplans
2 – Umsetzungsphase
Verwirklichung des Arbeitsplans durch individuelles und intensives Coaching in den Bereichen Gesundheit und Beruf
3 – Integrationsphase
Sammeln von praktischen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt, nach erfolgreicher Integration Stabilisierung des Beschäftigungsverhältnisses

Das Projekt war ein Kooperationsvorschlag der Softdoor GmbH, die über weitreichende Erfahrungen mit gesundheitsfördernden Maßnahmen und Projekten verfügt und schon früher mit dem Jobcenter Bergstraße in diesem Rahmen zusammengearbeitet hatte. Im Verlauf der Durchführung wird evaluiert, ob sich Teile der bisherigen Konzepte auf die Zielgruppe der schwerbehinderten Menschen ausweiten lassen und es so gelingt, deren spezifische Herausforderungen zügiger und zielgruppenorientierter zu bewältigen.

Das Projekt ist dadurch erfolgreich, dass eine interdisziplinäre Bearbeitung der Themenkomplexe erfolgt. In allen Prozessen des Projektes sind in unterschiedlichen Gewichtungen Ärzte, Psychologen, Gesundheits- und Jobcoaches sowie Fallmanager beteiligt. Dieses interdisziplinäre Team entwickelt aus Einzelmeinungen ein Rundumbild, aus dem individuell mit allen Teilnehmenden der konkrete Handlungsbedarf ermittelt wird. Dieser ganzheitliche Ansatz wird ergänzt durch eine zielführende Ansprache der Arbeitgeber und deren zunehmende Sensibilisierung: sowohl für die besonderen Bedarfe von schwerbehinderten Menschen als auch für ihre Potentiale und Fähigkeiten.